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22. März 2010 | Digitales

Zeitungsverlage drängen mit Apps auf das iPhone

BDZV mit Studie und Fachtag am 20. Mai 2010 zum Thema E-Publishing

Mehr als 120.000 Applikationen konkurrieren im Store von Apple um die Aufmerksamkeit der Nutzer. Unter diesen Programmen finden sich auch immer mehr Anwendungen deutscher Verlagshäuser oder werden sich bald dort finden lassen. Ist der Grundgedanke allen Zeitungs-Apps gleich: Informationen auf das Smartphone zu bringen, so unterscheiden sich die gewählten Strategien zur Markteinführung erheblich.

Tageszeitungen auf i PhoneIm Zuge der Diskussion über bezahlte oder un­bezahlte Inhalte hat sich Ende 2009 die Axel Springer AG aus Berlin entschieden, kosten­pflichtige iPhone-Applikationen für Bild.de und Welt Online auf den Markt. Binnen eines Monats haben nach Angaben des Verlags 100.000 mo­bile Nutzer vom Einführungsangebot für „Bild“ und „Welt“ Gebrauch gemacht und waren bereit, dafür zu bezahlen. Der Preis für die Bild-App liegt in der Einführungsphase bei 0,79 Euro inklusive einer PDF-Version der aktuellen Print-Ausgabe. Der Preis soll später bei 1,59 Euro pro Monat liegen beziehungsweise 3,99 Euro inklusive der E-Paper-Version der Boulevardzeitung. Springers „B.Z.“ gibt es bereits seit Oktober 2009 für ein­malig 0,79 Euro. Für diesen Preis erhält der User neben den regulären Nachrichten auf Wunsch weitere Inhalte wie Fotostrecken oder Lokalnach­richten zum per GPS ermittelten Standort. Im Frühjahr 2010 erfolgt die Umstellung auf ein mo­natlich erneuerbares, kostenpflichtiges Angebot. Eine kostenpflichtige App hat kürzlich auch die „Rheinische Post“ (Düsseldorf) veröffentlicht. „Fortuna für Fans“ heißt das Angebot (einmalig 79 Cent), das mit aktuellen Nachrichten, Statisti­ken und Live-Ticker über den Fußballverein For­tuna Düsseldorf aufwartet.

 

Auf das Prinzip „Freemium“ setzt hingegen der Süddeutsche Verlag aus München. Anfang Ja­nuar 2010 startete er zwei iPhone-Apps für Sue­ddeutsche.de – eine kostenfreie und eine kos­tenpflichtige. In der Bezahl-Version gibt es einen Push-Notification-Service. So erhalten die Nutzer Nachrichten zu ihren Lieblingsthemen, auch wenn die App geschlossen ist. Die erweiterte Variante kostet 1,59 Euro für 30 Tage (kein Abo), ist dafür aber werbefrei.

 

BZ auf IPhoneAuf ein unentgeltliches App setzt das „Solinger Tageblatt“, als erste deutsche Tageszeitung ver­öffentlichte es bereits am 5. Oktober 2009 „mein ST“. Realisiert wurde die Applikation mit dem Dienstleister alfa. Neben dem „Solinger Tagblatt“ bieten derzeit vier weitere Regionalzeitungen kostenlose iPhone-Apps an. Darunter die „Wil­helmshavener Zeitung“, deren Programm täglich Nachrichten aus Wilhelmshaven und Friesland liefert, und die „tz“ aus München mit Informationen aus dem südbayerischen Ballungsraum. Seit Ende Februar 2010 haben auch „Süd­kurier“ (Konstanz) und „Saarbrücker Zeitung“ ihre Portfolios um Apps erweitert, die neben überregi­onalen Nachrichten vor allem lokale News bieten. Beim „Südkurier“ werden diese mithilfe der GPS-Technologie an den Standort des Nutzers regio­nal individualisiert.

 

Auch die Wirtschaftzeitungen setzen auf Smartphone-Apps. Die „Financial Times Deutschland“ („FTD“) aus Hamburg hat sich für die Kostenlosvariante entschieden, die seit An­fang Februar 2010 heruntergeladen werden kann. Sie bietet neben aktuellen Nachrichten und Analysen auch personalisierte Börseninfos sowie Wissenstests und Bildergalerien. Das „Handels­blatt“ (Düsseldorf) ist bereits seit Anfang Novem­ber 2009 mit einer eigene Applikation auf dem Markt. Hier lassen sich beispielsweise Nachrich­ten nach Vorlieben filtern. Schon seit mehreren Monaten bietet das „Handelsblatt“ darüber hinaus eine optimierte Version seiner Website für das Blackberry an. Bislang sind diese Apps kosten­frei.

 

Dass sich die immensen Anstrengungen, die Verlage und Verband in die (Weiter)-Entwicklung der Apps investieren, auszuzahlen scheinen, belegten zuletzt zwei Studien. Obwohl Smartphones bislang in Deutschland nur einen Marktanteil von 14 Prozent erreichen, dominieren sie schon jetzt das multimediale Konsumverhal­ten. Im Vergleich zum vergangenen Jahr wuchs die Zahl der deutschen Smartphone-Besitzer, die kostenpflichtige Apps nutzen, um 52 Prozent auf rund sieben Millionen. Zu diesem Ergebnis kommt der Mobile Kompass 2009 des Bundes­verbandes Digitale Wirtschaft (BVDW). Zudem zeigen die iPhone-Nutzer die höchste Bereit­schaft, für digitale Inhalte zu bezahlen, wie eine Untersuchung der Medienrechtsfirma Olswang zeigt.

 

BDZV und Apps

Auch der BDZV hat das Thema Apps auf der Agenda. Seit geraumer Zeit wird es als Teil der E-Publishing-Strategie in der Arbeitsgruppe Multimedia diskutiert. Darüber hinaus widmen sich sowohl die BDZV-Konferenz „ZeitungOnline“ (8. und 9. Juni, Düsseldorf) als auch ein eigener Fachtag (20. Mai, Berlin) der Thematik. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe werden zudem in einem Reader zusammengefasst.

Fotomontage: BDZV

Alle Zeitungsnamen sind mit den jeweiligen App-Angeboten verlinkt

Ort: Berlin

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