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22. Juni 2007 | Allgemeines

Zeitungsprojekte mit nachhaltiger Wirkung

Workshops beim medienforum.nrw: damit aus Kindern Leser werden

„Ich lese mehr und gerne, nicht nur Zeitung, auch Bücher“, sagte eine Schülerin, die gerade das Projekt „ZeitungsZeit“, miterlebt hat, das der Zeitungsverleger Verband Nordrhein-Westfalen (ZVNRW) für alle neunten Klassen an den Hauptschulen des Bundeslands ausgerichtet hat. „Ich lese Zeitung im Internet, kaufen tue ich sie mir nicht“, ergänzte einer ihrer Mitschüler. Und ein Dritter berichtete, vor allen Dingen Sport und den Lokalteil zu lesen, denn „ich mache auch selber Sport“. Die Schüler und ihre Lehrerin waren Gäste beim Panel „Kinder und Zeitung“, das der ZVNRW in Kooperation mit dem BDZV anlässlich des Medienforums in Köln ausrichtete. Und am liebsten hätten die anwesenden Zeitungsmacher die pfiffigen jungen Leute noch stundenlang danach befragt, was ihnen gefallen hat am Projekt „ZeitungsZeit“ und an der Zeitung überhaupt – und was nicht so.

Schnelle Erfolge, warnte Professor Dr. Günther Rager, dürfe man sich bei einem zwei Monate dauernden Leseförderungsprojekt ohnehin nicht erwarten, etwa eine messbare Veränderung bei der Lesekompetenz. Dazu sei es schlicht zu kurz. Gleichwohl könne das dank der Zeitung in den Schulen zusätzlich erworbene Wissen für nach­haltige Wirkung sorgen, und auch das Image der Zeitung könne bei Jugendlichen so gewinnen.

Dies ist ein wichtiger Aspekt für das Engage­ment der Zeitungen, bestätigte Udo Becker, Ge­schäftsführer des ZVNRW. „Wir wollten unser Medium auch werblich bei den jungen Leuten ins Spiel bringen.“ Im vergangenen Jahr hätten 36.000 Schülerinnen und Schüler an dem damals noch „Zeitung4you“ genannten Projekt teil ge­nommen, diesmal seien 26.000 Jugendliche da­bei. Alle 49 Zeitungen in Nordrhein-Westfalen hätten sich erneut an „ZeitungsZeit“ beteiligt. In Kürze wollten die Verlage auch über eine Fortfüh­rung des Projekts 2008 diskutieren.

Die wird nicht zuletzt auch vom Engagement der Lehrer abhängen, wie Rager und Harald Heuer betonten, der als Leiter der WAZ-Leseför­derungsprojekte ZEUS verantwortlich für die Ausgestaltung der Unterrichtsmaterialien war. Während nämlich die Schüler sich rege an der Rücksendung der Fragebogen beteiligten, hapere es bei den Lehrern noch. Widerspruch von Leh­rerseite. Man müsse auch die Situation der Leh­rer berücksichtigen: Keiner wisse im Voraus, ob er im nächsten Schuljahr wieder eine neunte Klasse betreuen werde. Auch gäbe es Ängste angesichts des Projekts und der Frage, wie der Unterricht aufgebaut werden solle – trotz des vorhandenen Arbeitsmaterials. Kurz: Manche Lehrer würden selbst die Zeitung nicht gut genug kennen, um damit stoffsicher den Unterricht ge­stalten zu können.

Auf großes Interesse des Workshop-Publikums trafen die beiden Beispiele aus der Verlagspraxis: Volker Stennei, Verlagsleiter und Chefredakteur des „Hellweger Anzeigers“ in Unna, zeigte am Beispiel seiner deutschlandweit ersten, vor einem Jahr gestarteten Nachrichtenseite für Kinder („BDZV Intern“ berichtete), dass es möglich ist, die Abonnentenstruktur mit einem solchen Allein­stellungsmerkmal zu verjüngen. Hoffnungsvoll zeigte sich der Verlagsleiter auch mit Blick auf die Auflage: War die Auflage bisher beim „Hellweger Anzeiger“ im Schnitt aller deutscher Tageszeitun­gen gesunken, so zeichne sich jetzt eine Stabili­sierung ab. Positives hatte auch Anke Pidun zu berichten, die das Projekt „Zeitung im Kindergar­ten“ aus dem Medienhaus Bauer in Marl präsen­tierte. Jahr für Jahr wachsen die Teilnehmerzah­len. Auch Zeitungen in anderen Bundesländern haben die Aktion für sich adoptiert. Kinder mit Migrationshintergrund können besonders geför­dert werden. Jüngste Erhebungen zeigen: Mehr als 90 Prozent der Erzieher und der Eltern, deren Kinder an dem Projekt teilgenommen hatten, bewerteten „Zeitung im Kindergarten“ mit gut oder sehr gut.

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