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21. September 2007 | Allgemeines

Zeitungskongress 2007 Im Fokus: EU-Politik sowie neue Ideen und Produkte für Publikum und Werbekunden

Verleger tagen in Straßburg und im Europa Park Rust

Der BDZV hat vor einer „Verletzung des sensiblen Guts Pressefreiheit“ in Deutschland gewarnt. Die jüngste „Serie von Ermittlungsverfahren gegen Journalisten wegen angeblicher Beihilfe zum Geheimnisverrat“ deute auf ein „äußerst fragwürdiges Verständnis von Pressefreiheit hin“, sagte BDZV-Präsident Helmut Heinen anlässlich der Eröffnung des Zeitungskongresses am 17. September 2007 im Europaparlament in Straßburg. Bilder von allen Veranstaltungen sowie die Rede von BDZV-Präsident Heinen sind auf der Homepage des BDZV www.bdzv.de hinterlegt.

Der Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering, versicherte, dass das Euro­paparlament, wenn es geboten scheine, seine Stimme für die Pressefreiheit erhebe und zum Beispiel ebenso darauf dringe, dass der Mord an der im Oktober 2006 erschossenen Journalistin Anna Politkowskaja endlich aufgeklärt werde, wie dass die Olympischen Spiele 2008 in China nicht von der chinesischen Regierung zur Repression von Journalisten missbraucht werden dürften. Zk 2632Der Präsident des Europäischen Zeitungsverleger­verbands ENPA und Geschäftsführer des „Reut­linger General-Anzeigers“, Valdo Lehari jr., sagte, dass Pressefreiheit immer am besten dann ge­deihe, wenn sie frei von staatlichen Eingriffen gehalten werde.

In der anschließenden Podiumsdiskussion zum Thema „Presse- und Meinungsfreiheit – Wohin steuert (uns) Europa?“ klärten die Richterin am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, Straßburg, Renate Jaeger; der Vorsitzende des Lenkungsausschusses für Massenmedien und Kommunikation im Europarat, Straßburg, Mat­thias Traimer; sowie Ruth Hieronymi, Mitglied des Europäischen Parlaments (Ausschuss für Kultur und Erziehung), über die Zuständigkeiten ihrer jeweiligen Institutionen auf. Insbesondere Ruth Hieronymi forderte die Zeitungsverleger auf, nicht auf europäische Regelungen zu warten, sondern vorauszudenken und das Gespräch mit den Ab­geordneten im Verbreitungsgebiet der Zeitungen zu suchen. Nur dann könne Fehlent­wicklungen auf europäischer Ebene frühzeitig Einhalt geboten werden. „Wir brauchen eine en­gere Zusammen­arbeit zwischen nationalen Ver­bänden und natio­naler Politik und europäischen Verbänden und europäischer Politik“, forderte Hieronymi, „um zu verhindern, dass das nationale Recht der Medien im europäischen Wirtschafts­recht aufgeht. Wer nicht handelt, wird behandelt.“

Zk 3191Print und Telekommunikation bildeten eine viel­versprechende Konstellation, versicherte am zweiten Kongresstag, der im Europa Park Rust stattfand, der Vorstandsvorsitzende der Deut­schen Telekom, René Obermann. Zwischen Zei­tungsverlagen und Online-Medien gebe es zahl­reiche Möglichkeiten zur Zusammenarbeit. Dies solle bei einem Treffen im Frühjahr 2008 noch vertieft werden, zu dem Obermann die Verleger einlud. Der Chairman der Frankfurter Werbe­agentur Ogilvy & Mather, Lothar S. Leonhard, sagte, Online-Medien und Zeitungen könnten kooperieren. Zk 3331Wichtig sei jedoch, dass der Inhalt der Tageszeitung nicht beliebig werde. „Die Zei­tung ist anerkannt als glaubwürdige und seriöse Quelle von Informatio­nen.“ Der Schwerpunkt der Verleger müsse auch künftig die gedruckte Zei­tung sein. „In der Rolle als meinungsbildendes Medium hat die Tages­zeitung ein Monopol“, ver­sicherte Leonhard. Die­ses Alleinstellungsmerk­mal müsse genutzt wer­den. Der Geschäftsführer für Strategie und Inhalte von Morris Digital Works (Augusta/Georgia), Steve Yelvington, zeigte am Beispiel der Lokalzeitung „Bluffton Today“, wie ein Unternehmen mit Hilfe des Internets aus prak­tisch aussichtsloser Situa­tion zurück zu erhebli­chen Reichweiten und zu Bedeutung für den Standort fand. Jugendfor­scher Axel Dammler vom Institut iconKids & youth in München schließ­lich warnte vor „Jugend-Ge­ttos“ in den Zeitungen. Junge Leser müssten – gedruckt oder online – im gesamten Produkt er­leben, dass es für sie Rele­vanz habe. Dabei er­läuterte Dammler an zahlrei­chen Beispielen, wie aktuelle Ereignisse, aber auch Menschen mit Vorbildfunktion wie Musiker oder Fußballer, so in der Zeitung präsentiert wer­den könnten, dass junge Leser sich in ihren Be­dürfnissen angespro­chen fühlen.

Beim festlichen Abendessen im Europa Park Rust hatten die Gäste Gelegenheit, auch etwas vom Showprogramm des Erlebnisparks zu sehen. Tänzer, Komiker und Artisten gestalteten das Rahmenprogramm des Abends, zu dem der „Schwarzwälder Bote“ in Oberndorf und die „Ba­dische Zeitung“ in Freiburg eingeladen hatten.

Der Zeitungskongress 2008 wird am 22. und 23. September 2008 in Berlin stattfinden.

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