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21. September 2001 | Allgemeines

Zeitungskongress 2001: Perspektiven und Herausforderungen für das Qualitätsmedium

Verleger, Journalisten, Wissenschaftler und Politiker debattieren über Erfolgsstrategien und Rahmenbedingungen

Der kaum eine Woche zuvor unternommene Terroranschlag auf die USA warf seine Schatten auch über den Zeitungskongress des BDZV in Berlin. Mit einer Schweigeminute gedachten die Gäste der Opfer in New York, Washington und Pittsburgh. BDZV-Präsident Helmut Heinen versicherte in seiner Eröffnungsansprache, dass die Zeitungen in Krisenzeiten wie dieser ihre vornehmste Aufgabe noch sorgfältiger und kritischer wahrnehmen wollten als ohnehin schon: nämlich zu berichten, zu erklären, zu kommentieren.

Der Appell an die Medien, ihre Aufgaben verantwortungsvoll wahrzunehmen, zog sich gleichsam als Selbstverpflichtung wie ein roter Faden durch den Kongress und wurde auch in der Expertenrunde über „Die Macht der Worte – Die Macht der Bilder“ noch einmal bestätigt. Zentrales Thema war die Offensive der Verleger wie der gesamten Medienbranche und der Werbewirtschaft für ein anderes Urhebervertragsrecht. Vor mehr als 530 Verlegern, Journalisten, Politikern und Fachleuten aus anderen Medienbereichen forderte BDZV-Präsident Helmut Heinen die Bundesregierung auf, den Entwurf für ein neues Urhebervertragsgesetz unverzüglich zu ändern. Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin versicherte zwar Gesprächsbereitschaft, blieb aber bei den entscheidenden Punkten völlig kompromisslos. In dem Arbeitskreis zu dem Thema übten CDU und FDP-Bundestagsabgeordnete Kritik an den Gesetzesplänen.

 

In seiner Eröffnungsrede verurteilte Heinen auch die neuen Pläne der EU-Kommission für ein Tabak-Werbeverbot sowie die systemwidrigen Expansionen der Öffentlich-rechtlichen im Internet. In den aktuellen politischen Diskussionen zum Stasi-Unterlagen-Gesetz warnte er davor, die Funktionen der Presse zu beschneiden.

 

BDA-Präsident Dieter Hundt bezeichnete die Regierungspläne zum Urhebervertragsgesetz als schädlich und schlecht. Zudem übte er grundsätzliche Kritik an der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik der Bundesregierung.

 

Ein Plädoyer für den Erfolg der gedruckten Zeitung auch in veränderten Märkten hielt der Verlagsdirektor der „Neuen Zürcher Zeitung“, Marco E. de Stoppani. Die große Chance der Zeitung – auf Papier wie im digitalen Netz – werde in der nachhaltigen Pflege oder gar der Rückeroberung der Inhalte bestehen, zeigte de Stoppani sich überzeugt. Wirtschaftlichen Überlegungen war der dritte Arbeitskreis beim Fachprogramm gewidmet, der sich um die – derzeit noch zu vernachlässigenden – Folgen des Wegfalls von Rabattgesetz und Zugabeverordnung drehte.

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