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05. Januar 2010 | Allgemeines

Zeitungsauflagen kommen stabil durch die Wirtschaftskrise

dpa-Interview mit BDZV-Präsident Heinen: Reichweiten bleiben stabil bei über 70 Prozent

Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zieht BDZV-Präsident Helmut Heinen eine positive Bilanz für das Auflagenjahr 2009, und betont: „Da gab es keinen konjunkturbedingten Einbruch.“ Er rechnet für das Gesamtjahr 2009 mit einem Rückgang der Zeitungsauflage von 1,5 bis 2,0 Prozent auf rund 25 Millionen. „Die Auflagenerosion ist ein ganz langfristiger Trend, der schon feststellbar war, bevor das Internet groß in Erscheinung trat.“ Dabei bleiben die Reichweiten laut Heinen mit deutlich über 70 Prozent weitgehend stabil. Täglich nehmen rund 46 Millionen Menschen in Deutschland eine Zeitung in die Hand.

Heinen FuldaAuch mit Blick auf den Anzeigenmarkt vermochte Heinen durchaus Positives zu vermelden. Für dieses Jahr erwartet er eine Stabilisierung auf niedrigem Niveau. Nach einem Anzeigenrückgang von fast 15 Prozent 2009 sei 2010 nicht mit weiteren großen Einbrüchen zu rechnen, erklärte der BDZV-Präsident, der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin. Allerdings sei auch keine Erholung in Sicht. Heinen erwartet dennoch keinen Stellenabbau auf breiter Front. „Die Verlage haben einen großen Teil ihrer unternehmerischen Hausaufgaben gemacht. Das Wesentliche ist bereits getan.“

 

„Mehrwertsteuer belastet Qualitätsjournalismus der Zeitungen mit rund 300 Millionen Euro“

 

Mehrwertsteuersätze BDZVAngesichts der Probleme der Branche setzen sich die Verleger für eine Abschaffung der Mehrwertsteuer auf die Vertriebserlöse ein. Derzeit gilt der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent. „Das ist der höchste Satz unter den großen europäischen Ländern“, kritisierte Heinen, und fügte hinzu, „damit wird der Qualitätsjournalismus der Zeitungen in Deutschland mit rund 300 Millionen Euro im Jahr belastet.“ Subventionen lehnt der BDZV jedoch ab. Stattdessen solle die Politik dafür sorgen, dass möglichst rasch ein wirksames Leistungsschutzrecht für Inhalte im Internet eingeführt wird. Weitere Werbeverbote - wie für Tabak - dürfe es nicht geben.

Internet und Handys eröffnen neue Geschäftsfelder

 

Chancen sieht Heinen in kostenpflichtigen Angeboten für das Internet und für Mobiltelefone. „Es wird zwar nicht möglich sein, für alles Geld zu verlangen, aber für hochwertige Inhalte, Hintergründe und Analysen kann das gelingen.“ Die Verlage sollten insbesondere ihre lokale und regionale Kompetenz besser vermarkten. Im überregionalen Bereich gebe es mehr kostenlose Angebote. Ihre herausragende Rolle im Lokalen müssten die Verlage auch im Internet weiter ausbauen.

 

Voraussetzung für das Gelingen dieser GEschäftsmodelle seien jedoch einfache Bezahlsysteme, mit denen Kleinbeträge abgebucht werden können. Bei Anwendungen für das iPhone - den sogenannten Apps - sagte Heinen einen harten Wettbewerb voraus. „Ich glaube nicht, dass der Durchschnittsnutzer 15 oder 20 Abos haben wird. Auch hier sollten sich die lokalen Anbieter stärker engagieren“, erläuterte Heinen, der die „Kölnische/Bonner Rundschau“ herausgibt und seit dem Jahr 2000 BDZV-Präsident ist.

Foto: David Ausserhofer

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