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08. Mai 2006 | Allgemeines

Zeitungen spielen bei Medienerziehung zentrale Rolle

Ministerpräsident Oettinger bei VSZV-Jahrestagung in Freiburg / Landesvorsitzender Valdo Lehari jr. kritisiert geplante EU-Richtlinie

Die Zeitungen haben bei der Medienerziehung für die junge Generation eine zentrale Rolle. Das erklärte der baden-württembergische Ministerpräsident Günter Oettinger anlässlich der Jahrestagung des Verbands Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV) am 28. April 2006 in Freiburg. Die Zeitungen müssten als „erziehende Medien“ mithelfen, die Jugend beispielsweise im Umgang mit elektronischen Medien aufzuklären, forderte Oettinger. „Die Vorbereitung aller auf die Medienwelt von morgen ist eine gemeinsame Mammutaufgabe.“

Der baden-württembergi­sche Ministerpräsident mahnte „etwas mehr Grundrespekt“ in der Be­richterstattung an. Artikel, die eher sezierten als kritisierten und damit Zerrbilder lie­ferten, seien schädlich: „Wir laufen Gefahr, uns unserer Auto­ritäten zu berauben.“

Die Zeitungsverleger beklagten, zu wenig Ge­hör zu finden, wenn es um Fragen der künftigen Medienwelt gehe. Die Zei­tungen und Verlagsun­ternehmen würden im Unterschied zum Fernse­hen von der Politik als „unendlich belastbar gese­hen werden“, kritisierte VSZV-Vor­sitzender Valdo Lehari jr. Als schädlich verwarf der Verleger des „Reutlinger General-Anzeigers“ ferner die Pläne der EU-Kommission, die Bestimmungen zur Schleichwerbung weitgehend zu liberalisieren: „Das Trennungsgebot zwischen Werbung und redaktionellen Inhalten – ob bei TV oder bei den Tageszeitungen – darf nicht aufgehoben oder verwässert werden“, warnte der Landesvorsit­zende. Ansonsten werde die Glaubwürdigkeit der Medien aufs Spiel gesetzt. „Nicht von ungefähr haben die Tageszeitungen auch bei der jüngeren Generation unverändert einen Spitzenplatz unter den Medien, wenn es um Glaubwürdigkeit geht“, dies gelte gerade auch für die Werbung, betonte Lehari.

Mit Blick auf die Medienangebote von Mobil­funkunternehmen und Internetprovidern charakte­risierte der Landesverbandsvorsitzende die Me­dienlandschaft als äußerst unruhig. Das Ge­schäftsmodell von Suchmaschinen basiere auf dem „Ausborgen bis Klauen“ von Inhalten – „zum Beispiel von publizistischen Anbietern wie Tages­zeitungen“. Die wirtschaftliche Lage der Tages­zeitungen in Baden-Württemberg bezeichnete Lehari als „stabilisiert“. Dies sei vor allem auf die Kosteneinsparungen der vergangenen Jahre zurückzuführen. Der Anzeigenmarkt zeige eine leicht positive Tendenz. Die Kon­sumblockade sei gleichwohl noch nicht beseitigt, bedauerte Lehari. Auch von der Fußball-Weltmeisterschaft sei kein zusätzlicher Schub für das Anzeigenge­schäft der Zeitungen zu erwarten. Teilweise sei sogar eher eine Reduktion festzustellen, da die Kunden ihre Anzeigen „außerhalb des Rummels platzieren wollen“.

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