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09. Juni 2011 | Allgemeines

Zeitungen setzen auf Social Media und mobile Produkte

Rund 300 Verlagsmanager und Chefredakteure beim Multimedia Kongress „Zeitung online“

Mit dem offensiven Ausbau mobiler Anwendungen auf Smartphones und Tablett-PCs sowie dem konsequenten Einsatz von sozialen Netzwerken wie Facebook wollen die Zeitungen ihre Position im hart umkämpften In-formations- und Kommunikationsmarkt ausbauen. Dies war die Kernbotschaft des Kongresses „Zeitung online“, den der BDZV und der Weltverband der Zeitungen (WAN-IFRA) am 31. Mai und 1. Juni 2011 in Potsdam ver-anstaltet haben.

Die Zeitungen profitierten vom Online-Boom, sagte BDZV-Vizepräsident Richard Rebmann vor rund 300 Verlagsmanagern und Vertretern der Chefredaktionen. Jeder dritte Internetnutzer sei regelmäßig auf den Online-Angeboten der Zei­tungen. Doch sei es bisher nicht gelungen, diese hohe Akzeptanz zu einem wirtschaftlichen Erfolg zu machen. Zugleich werde der Druck durch neue Wettbewerber im Nutzer- und Wer­bemarkt immer größer. Soziale Netzwerke wie Facebook, die den Verlagen interessante Chan­cen böten, seien zugleich die neue Konkurrenz in den loka­len Märkten.

Welch enormes Potenzial das Internet bereit hält, machten vor allem Experten der Spiele-In­dustrie und Vertreter der Social-Media-Welt deut­lich. „Schaffen Sie Vertrauen durch Nähe und binden Sie Ihre User und Leser in Kommunikati­onsprozesse“, fasste der erst 16-jährige Blogger und Podcaster Philipp Riederle die Erwartungen der „Digital Natives“ zusammen, und ergänzte: „Das Netz und vor allem die sozialen Netzwerke verlangen nach Interaktion.“

Die Chancen und Risiken, die die neuen Tablet-Geräte mit sich bringen, standen im Mit­telpunkt des Vortrags von Medienexperte und BDZV-Berater Werner Lauff. Für den „langfristi­gen Erfolg mit beim elektronischen Publizieren“ nannte er vier Eckpfeiler. Dies sei neben der Produktion von herausragendem Content vor allem die Notwendigkeit, soziale Medien und Netzwerke in die Verlagsangebote zu integrieren. „Wir müssen drittens die Geschäftsmodelle neuer Wettbewer­ber analysieren, abstrahieren und modular über­nehmen“, so Lauff und viertens sei es notwendig, nicht nur User sondern – und das vor allem – auch Werbekunden an die neuen Angebote heranzu­führen.

Dem Thema Monetarierungsstrategien im Web und auf mobilen Endgeräten widmete sich auch der bekannte US-Medienexperte Ken Doctor. Sein Credo: „Die Verlage können zu den Gewin­nern des digitalen Wandels gehören“. Vorausset­zung sei, dass die Zeitungen die Stärke ihrer Marken ausschöpften und die Möglichkeiten im Nutzer- und Werbemarkt besser ausnutzten. Der Erfolg gehöre Zeitungshäusern, die auf allen Ka­nälen – Print, Online, Mobil – exzellente Pro­dukte hätten und sich im Werbemarkt – auch im Loka­len – als Fullservice-Agentur aufstellten.

Wie sich Verlagshäuser die Denk- und Arbeits­weisen des menschlichen Gehirns nutzbar ma­chen können, war die Kernfrage der Keynote von Professor Dieter F. Braus, Facharzt für Psychiat­rie und Neurologie in Wiesbaden. „Ver­gessen Sie Rationalität und investieren Sie in Emotionen“, so der Ratschlag des Expertens. Denn Gefühle be­einflussten den Menschen um ein Vielfaches mehr als der reine Sachaussagen.

Weiterer Schwerpunkt der elften „Zeitung on­line“ war die Thematik Social-Gaming, eine der schnellst wachsenden Branchen im Social-Web. „Verlage sollten den Mut haben, in ihre Seiten und Facebookprofile Mini-Games zu integrieren, um so die Interaktion mit dem Leser weiter zu steigern“, prognostizierte Jens Begemann, Gründer und CEO Wooga, die unter anderem für die Games „Brain Buddies“ und „Bubble Island“ verantwortlich zeichnen. Neue Wege in der Kun­denabsprache zu gehen, empfahlen auch die Experten in der abschließenden Diskussions­runde, die ganz im Zeichen des (lokalen) Marktes stand. „Suchen Sie nach Nischen, gründen Sie Portale für Segelbedarf oder hochspezialisierte Jobportale“, empfahl Rob Paterson, Group Ma­naging Director von Friday-Ads aus Großbritan­nien, die neben einer Jobplattform für Flugperso­nal mehr als hundert weitere Rubrikenwebsites unterhalten. „Der Rubrikenmarkt ist hart um­kämpft, doch wir dürfen ihn noch nicht aufgeben. Gerade im Lokalen und Sublokalen stecken die Geschäftsmodelle für morgen“, fasste Joachim Vranken, Geschäftsführer Kalaydo aus Köln, die Trends zusammen.

Weitere Informationen, Bilder und das Video zur Zeitung online gibt es unter www.bdzv.de beziehungsweise unter www.youtube.de/bdzvtv.

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