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02. Oktober 2006 | Allgemeines

Zeitungen müssen Bestandteil des Schulunterrichts werden

Kultusministerkonferenz und BDZV planen gemeinsames Projekt

Der BDZV und die Kultusministerkonferenz (KMK) wollen neue Kooperationen zwischen Zeitungsverlagen und Schulen initiieren. Bei der Leseförderung und der Erziehung zur Demokratie arbeiteten Zeitungen und Schulen schon seit Jahren erfolgreich zusammen, erklärte die Präsidentin der KMK, Ute Erdsiek-Rave, beim Zeitungskongress. Doch könnten die bestehenden Kooperationen noch erweitert und ergänzt werden. So sollten künftig bundesweit die Schulen unentgeltlich mit der Tagespresse als Unterrichtsmaterial versorgt werden. Auch Mentorenprogramme und Betriebspraktika für besonders begabte Schüler seien denkbar.

Die Kooperationspläne standen auch Im Mittel­punkt der Podiumsdis­kussion zum Thema „Lesen heißt Lernen – Zur Rolle der Zeitung in der Wis­sensgesell­schaft“. Im Idealfall sollte im Deutsch­unterricht nicht nur Literatur behandelt wer­den, sondern auch Gebrauchstexte. Die Zei­tung müsse ganz einfach „cool“ werden, meinte Erd­siek-Rave. Im Übrigen vermisse sie eine allge­meine Wertschätzung von Bildung und Schule. Hier seien aber nicht nur Schule und Eltern ge­fragt, sondern die gesamte Ge­sellschaft.

Die Jugendlichen lesen wenig Zeitung, weil sie sich darin nicht repräsentiert fühlten, erläuterte Jens Lönneker, Geschäftsführer des rheingold instituts für qualitative Markt- und Medienanaly­sen, Köln. Zeitungen würden für das „relevant set“ gemacht, dazu zählten die Jugendlichen nicht. Wer sie erreichen wolle, müsse ihre unmit­telbare Lebensrealität besser abbilden.

Es geht nicht ums Lesen wollen, sondern ums Lesen können, das versicherte der Leiter des Instituts für Schulentwicklungsforschung der Uni­versität Dortmund, Professor Wilfried Bos. Denn Kinder in Deutschland seien nicht genetisch lese­unlustig. Tatsächlich sei die Welt an der Grund­schule noch halbwegs in Ordnung, die Lese­freude hier sehr hoch. Das Problem, wie es sich dann auch in den Pisa-Studien widerspiegele, entstehe am Ende der Sekundarstufe I. Bos un­terstützte Erdsiek-Raves Forderung der obligato­rischen Einbeziehung von Zeitungen in den Schulunterricht. Denn anders als Schulbücher sei die Tageszeitung immer aktuell. Mit schnellen Erfolgen sei allerdings nicht zu rechnen, denn „bis ein Thema Eingang in die Curricula gefunden hat, kann es schon zehn Jahre dauern“.

Hilfe zur Selbsthilfe haben in diesem Jahr die Zeitungen in Nordrhein-Westfalen geleistet, das berichtete Clemens Bauer, Vorsitzender der Ge­schäftsführung der Rheinisch-Bergischen Ver­lagsgesellschaft („Rheinische Post“) in Düssel­dorf. Rund 1,5 Millionen Zeitungen im Wert von einer halben Million Euro seien drei Monate lang in die neunten Klassen der Hauptschulen geliefert worden. Alle Verlage in Nordrhein-Westfalen hätten sich an dieser Aktion unter dem Motto „Zeitung 4you“ beteiligt. „Die Hauptschulen fühlen sich als Verlierer der Nation“, sagte Bauer. Da habe man in Zusammenarbeit mit dem Schulmi­nisterium gegensteuern wollen. Er zitierte in die­sem Zusammenhang auch den Geschäftsführer der AOK Rheinland, der nur Auszubildende ein­stelle, die auch Zeitung läsen. Damit sei gewähr­leistet, dass die jungen Leute nicht nur über eine breite Bildung, sondern auch über wichtige aktu­elle Informationen für ihren Beruf verfügten.

Die Bedeutung von Bildung und Ausbildung für den Berufseinstieg bestätigte Margret Suckale, Vorstand Personal der Deutschen Bahn AG, Ber­lin. 50.000 Bewerbungen gingen im Jahr bei der Deutschen Bahn ein. 85 Prozent davon seien „ungeeignet, weil die Grundvoraussetzung einer lesbaren Bewerbung nicht gegeben ist“

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