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06. Oktober 2011 | Allgemeines

Zeitungen machen mobil

BDZV-Konferenz präsentiert Best Practice und strategische Optionen rund um Apps, E-Publishing und mobiles Internet

Kaum ein Jahr nach Einführung des ersten Apple-iPads in Deutschland gehören Tablet-Apps mit Informations- und Unterhaltungsangeboten aus der Zeitungswelt zur gelebten Alltagskultur der Verlage. Allerdings, das zeigte die Konferenz „Zeitungen machen mobil – E-Publishing, Apps und mobiles Internet“ des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am 5. Oktober 2011 in Berlin, besteht mittlerweile die technische Herausforderung darin, Betriebssysteme wie iOS (Apple), Android (Google) und andere gleichmäßig gut zu bedienen. Denn der Wettbewerb der Systeme insbesondere auf den Smartphones nimmt zu und wird, so Prognosen, auch beim Tablet-PC spätestens 2015 den Platzhirschen Apple verdrängt haben.

006 Bei der Nutzung von Zeitungs-Apps berichten ältere Anwender von einem sehr einfachen Umgang sowie hohem Gewöhnungsgrad an das iPad, jüngere Nutzer reagieren hingegen kritischer. Das geht aus der von BDZV und dpa-infocom in Auftrag gegebenen Studie „Was Nutzer wollen“, hervor, die bei der BDZV-Konferenz präsentiert wurde. Jüngere Nutzer sehen danach insbesondere bei den Punkten Ladezeit der App und Usability noch Optimierungspotenzial. Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis der Studie: Die bevorzugten Inhalte der Apps spiegeln auf den Plätzen eins bis drei die Top-Inhalte der gedruckten Zeitung wider: lokale/regionale Nachrichten; nationale Nachrichten sowie Hintergrundberichte und Analysen. Bewegtbild-Inhalte (Video) folgen hingegen erst auf Platz zehn. Die Studie wird ab Mitte Dezember fertig vorliegen und ist über den BDZV zu beziehen.

 

Apps allein, und seien sie noch so vielversprechend, sind keine hinreichende Zukunftsstrategie für Verlage. Auch das zeigte sich deutlich. Verlagsberater Marco Olavarria appellierte an die Verlage, professionelles Innovationsmanagement zu betreiben. Künftig gelte es, nicht mehr in Produkten, sondern in Lebenswelten der Nutzer zu denken. Vorbild für einen gelungenen Transformationsprozess seien Branchen wie Chemie, Pharma oder Automobil.

 

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Die App-Strategie der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (F.A.Z.) stellte Florian Pütz, Verlagsleiter von FAZ.net, vor: Die „F.A.Z.“-App fürs iPhone gibt es seit November 2010. Die Inhalte würden, so Pütz, günstig produziert, da die App sich aus der Zeitungswebsite speise. Höchste Ansprüche gälten für das Layout und die Usability. Dafür habe die „F.A.Z.“ dieses Jahr den red dot design-Award gewonnen. Der Verlagsleiter bestätigte die Erkenntnisse der BDZV-Tablet-Studie, wonach Nutzer durchaus bereit sind, für Apps mit redaktionellen Inhalten zu bezahlen. Obwohl die die „F.A.Z.“ die Inhalte auf ihrer Website unentgeltlich anbiete, sei die entsprechende App seit ihrem Start 300.000 Mal kostenpflichtig abgerufen worden. Hinzu kamen seit April 2011 20.000 Einzelausgaben und 2.000 Wochenabos der App für das iPad; Grundlage hier ist das bestehende E-Paper. Neu im Portfolio ist „die Sonntagszeitung“.

 

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Kein Pendant in der gedruckten Welt hat die Sonntagszeitung, die die „Rheinische Post“ (Düsseldorf) seit Januar 2011 unter dem Namen „RP Plus“ als App fürs iPad anbietet. Die Inhalte würden, erläuterte Sebastian Brinkmann, stellvertretender Leiter Produktmanagement und Entwicklung bei RP Online, exklusiv und aufwendig nur für das iPad erstellt. Dafür sei ein eigenes, aber an die Print-Redaktion angeschlossenes Team gegründet worden. Die aktuelle Ausgabe erscheine jeweils am Samstag um 14 Uhr, „weil dann die Nutzer ihre Wochenend-Besorgungen erledigt haben und Zeit haben“, wie Brinkmann erläuterte. Neben Inhalten aus Politik, Wirtschaft und Kultur zeichnet sich die „RP Plus“-App durch interaktive Grafiken, Bilderstrecken in hoher Brillanz, Videos und weitere multimediale Features wie etwa 360-Grad-Fotografie aus.

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