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08. November 2012 | Allgemeines

Zeitungen gehen in die Offensive

BDZV-Präsident: So viele Leser wie nie zuvor/Verleger nach Richterspruch gesprächsbereit für ARD und ZDF

„Die Zeitung ist ein starkes Medium, das den Wandel unserer Gesellschaft kritisch-konstruktiv begleitet“, sagte BDZV-Präsident Helmut Heinen bei der Eröffnung des Zeitungskongresses am 24. September 2012 in Berlin.

Die Verlage hätten alle Voraussetzungen, als Gewinner aus der digitalen Veränderung der Medienkultur hervorzugehen. Die Zeitungsmarken erreichten gedruckt, online und mobil „ein Publikum so groß wie nie zuvor“. Recht stabil behaupte sich die Reichweite der gedruckten Zeitung, sie werde pro Erscheinungstag von mehr als 72 Prozent der Bürger über 14 Jahren gelesen. Außerdem seien fast 40 Prozent der Menschen über 14 Jahren regelmäßig als sogenannte Unique User auf den Verlagswebsites unterwegs. Die Zeitungen stellten gemeinsam das reichweitenstärkste Angebot im Internet – noch vor Portalen wie T-Online und eBay. Pessimismus zur Zukunft des Mediums sei nicht angebracht, so der BDZV-Präsident.
Die Zeitungen behaupteten, wie Heinen weiter ausführte, erfolgreich ihre Position in einem sich dramatisch verändernden Umfeld. Dies werde so bleiben, vorausgesetzt, die deutsche Wirtschaft stürze nicht als Folge der Eurokrise in einen steilen Abschwung. Der BDZV-Präsident verwies dabei auf den starken deutschen Zeitungsmarkt: „Über 300 Unternehmen sind hier tätig, 130 ei-genständige Zeitungsmäntel werden produziert. Die jüngste Zählung des Pressestatistikers Walter J. Schütz hat 1.532 Lokalausgaben bestätigt.“
Heinen machte zugleich deutlich, dass die an-stehenden Herausforderungen „in vielen Fällen größere unternehmerische Einheiten fordern“. Daher begrüße er den Entschluss von Bundesrat und Bundestag, die Forderungen der Zeitungs-verleger nach einer „behutsamen Lockerung der Regelung zur Pressefusionskontrolle“ in den Blick zu nehmen.
Nachdrücklich bekräftigte der BDZV-Präsident, dass die Zeitungsverleger keine finanziellen Hil-fen vom Staat beanspruchten. „Auch nicht in Zeiten, wo große Investitionen in unsere digitale Zukunft notwendig werden, ohne dass wir derzeit genau wissen, wie eine nachhaltige Refinanzie-rung des digitalen Geschäfts aussehen wird.“ Allerdings erwarteten die Zeitungsverleger „zu-verlässige und faire Marktbedingungen“, die durch den Staat garantiert werden müssten. Das betreffe die Einführung eines Leistungsschutz-rechts für Presseverlage ebenso wie „eine Libe-ralisierung des Postmarktes, die diesen Namen auch verdient“.
Mit Blick auf das Leistungsschutzrecht bedau-erte Heinen, dass die Regierung sich hier „nur zu einer sehr kleinen Lösung“ habe durchringen können. Gleichwohl sei ein erster wichtiger Schritt getan. Zugleich verwies der BDZV-Präsident auf die französischen Verleger, die am 19. September eine vergleichbare Initiative im französischen Parlament gestartet hätten. „Verleger-organisationen im gesamten europäischen Aus-land verfolgen die Entwicklung in Deutschland und Frankreich mit großem Interesse“, bestätigte Heinen.
Neuerliche Kritik übte Heinen an der Tages-schau-App. „Was dort angeboten wird, geht in Richtung einer öffentlich-rechtlichen Presse, das geht nicht.“ Die Zeitungsverleger hätten es be-grüßt, wenn es zu einer außergerichtlichen Eini-gung gekommen wäre. Er bedauere, dass „die Unterzeichnung einer gemeinsam mit den Inten-danten ausgehandelten Erklärung nicht zustande gekommen ist“.

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