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04. Dezember 2003 | Namen und Nachrichten

Zeitungen gegen nachträgliche „Korrektur“ bei Politikerinterviews

Wenn ein Politiker dem Fernsehen ein Interview gibt, muss er damit rechnen, dass Fragen und Antworten auch so gesendet werden, wie sie gesprochen wurden. Beim Interview mit Printmedien ist dagegen die Versuchung groß, im Nachhinein Einfluss auf den gedruckten Wortlaut zu nehmen. Während es etwa in den angelsächsischen Ländern nicht üblich ist, Interviews vom Interviewpartner autorisieren zu lassen, gilt dies in Deutschland insbesondere bei Gesprächen mit Politikern oder Vertretern der Wirtschaft als Norm. Seit einiger Zeit beklagen Zeitungen darüber hinaus aber auch Forderungen der Interviewten, über das – notwendige und sinnvolle – Straffen und Glätten des Gesagten hinaus neue Aspekte einzuführen oder gar andere Fragen und andere Antworten zu akzeptieren. Vor diesem Hintergrund hat die Chefredakteurin der Berliner „tageszeitung“ (taz), Bascha Mika, den Anstoß gegeben, in einer gemeinsamen Aktion das Problem auch einmal den Lesern zu erläutern. Zu den Blättern, die die Frage der Einflussnahme auf Interviews thematisierten, zählten am 29. November 2003 neben der „taz“ auch die „Süddeutsche Zeitung“ (München), „Financial Times Deutschland“ (Hamburg), „Kölner Stadt-Anzeiger“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Frankfurter Rundschau“, „Die Welt“ (Berlin), „Der Tagesspiegel“ (Berlin) und die „Berliner Zeitung“.

 

Regierungssprecher Bela Anda bezeichnete die Aktion der neun Tageszeitungen gegen die Einflussnahme von Politikern auf den Abdruck ihrer Interviews als „sinnvolle Debatte für beide Seiten“. Aus seiner Sicht habe sich die Praxis bewährt, wonach ein Politiker das Interview vor Veröffentlichung autorisiere, weil die Worte in den meisten Fällen nicht eins zu eins wiedergegeben würden. Zudem sei es auch für Journalisten hilfreich, wenn ein Gespräch im Nachhinein gekürzt und verdichtet würde.

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