Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

22. Juli 2010 | Allgemeines

Zeitungen dürfen nicht zu reinen Gebrauchsgegenständen werden

Experten diskutieren Unterschiede zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Zeitungsmarkt

Wird der deutsche Zeitungsmarkt schon bald genauso marode sein wie der US-ameri-kanische? Ralf Siepmann, Medienjournalist und Autor der BDZV-Studie „Am Wendepunkt - Die Zeitungen in den USA“, sagt klar und deutlich „nein“. „Beide Märkte haben signifi-kante Unterschiede: in Eigentümerstruktur, gewachsener Leser-Blatt-Bindung oder auch in den Wirtschaftsmodellen.“ Nach seiner Analyse (mehr Informationen auf Seite 12) droht in Deutschland kein Zeitungssterben wie im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Ganz so optimistisch fiel das Urteil der übrigen Teilnehmer des Panels „USA sind nicht Deutschland“ beim medienforum.nrw jedoch nicht aus. Ihre Antworten auf die Frage, ob es bald ame­rikanische Verhältnisse zwischen Flensburg und Garmisch geben werde, war zumindest ein „Jein“. „Noch haben wir ein Solidarverhältnis zwischen Leser und Zeitung, doch die Verlage müssen mehr dafür tun, dass dieses auch aufrecht erhal­ten wird“, betonte der Münchner Verleger Dirk Ippen, um noch weiter zuzuspitzen: Momentan folgt einem das Zeitungsabo durch das ganze Leben, auch bis in den Tod.

Sich dieser engen Beziehung wieder bewusster zu werden, dafür plädierte John C. Kornblum, US-Botschafter a.D.: „Ansonsten laufen auch hierzulande die Zeitungen Gefahr, wie in den USA zu einem reinen Gebrauchsgegenstand degradiert zu werden, zu dem man keine enge Beziehung mehr hat.“ Um dies zu verhindern, forderte Professor Stephan Weichert (macromedia Hochschule für Medien und Kom­munikation, Hamburg) die Verlage auf, sich die Gretchenfrage nach dem Kern der Zeitung zu stellen: „Ist Zeitung das Bedrucken von Papier? Dann überlebt sie nicht! Oder ist sie eine publi­zistische Leistung?“ Denn die Frage sei nicht, ob es in zehn Jahren noch Zeitungen in Deutschland und der Welt geben werde, sondern wie diese aussähen.

zurück