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22. Juli 2005 | Digitales

Zeitung Online 2005: Texte, Bilder, Töne – auf allen Kanälen zum Nutzer

Teilnehmerrekord bei Multimedia-Konferenz / Mobile Inhalte gehören zum Medienmix / Erfolg mit Crossmedia und neuen Verkaufsmethoden

Die Zeitungsbranche geht im Multimediabereich derzeit durch ein Wechselbad. Neue Wettbewerber drängen in das ohnehin umkämpfte Rubrikengeschäft – doch diesmal überlassen die Zeitungen eBay und Konsorten nicht kampflos das Feld. Sie steuern mit eigenen Konzepten gegen, wie Klaus Abele von der ISA GmbH & Co. KG und eine Expertenrunde zum Thema Rubrikanzeigen bewies. Redaktionell könnte sich die Mischung aus Google und dem neu aufgekommenen Bürgerjournalismus nach Auffassung von Keynote-Speaker Dr. Horst Pirker, CEO der Styria Medien AG, als "Giftmischung" erweisen. Beispiele aus Düsseldorf und den USA zeigten dagegen, dass Zeitungen das Phänomen der Weblogs auch für sich arbeiten lassen können.

Das Themenspektrum der gemeinsamen Multimedia-Konferenz von BDZV und Ifra deckte ein wirklich breites Feld ab: Crossmediale Anzeigenverkäufe, Geld verdienen mit einem Online-Only-Angebot, bessere Anzeigenerlöse durch Nutzerregistrierung, Interaktion mit Usern als Autoren sowie lokale Suche. Wie ein roter Faden zog sich das Thema zentrale, medienneutrale Datenhaltung durch die Präsentationen, auf deren Basis wirklich multimediales Publizieren erst möglich wird: "Wir brauchen keine Unterscheidung nach Mediengattung mehr. Die Gerätebezeichnung wird irrelevant. Das eigentliche Unterscheidungsmerkmal ist die Größe des Displays, auf dem Inhalte angezeigt werden", erläuterte Pirker.

 

Gut 180 Teilnehmer fanden ihren Weg nach Berlin zur "Zeitung Online 2005". "Rekordbeteiligung", wie Ifra-CEO Reiner Mittelbach stolz vermerkte. Dr. Richard Rebmann, BDZV-Vizepräsident und Verleger des „Schwarzwälder Boten“, verwies auf das gute Abschneiden der Online-Angebote der deutschen Zeitungen bei der neuen Reichweitenmessung der Arbeitsgemeinschaft Onlineforschung (AGOF). Hier dürften sich die Verlage jedoch nicht auf ihrem Lorbeer ausruhen. BDZV und ZMG arbeiteten an einem Beteiligungsmodell, um die Zeitungen als Branche in diesem Gremium vertreten zu sehen. Rebmann: "Das wird Geld kosten, ist aber eine unverzichtbare Investition in die Zukunft."

Mobile Inhalte: vom Schiffsunglück bis hin zu Gewinnspielen

Dass Zeitungen ihre Nutzer mit Texten, Tönen und Bildern erreichen müssen, ganz egal, wo sich diese befinden, betonte auch Lars Erik Torjussen, Geschäftsführer bei Fædrelandsvennen AS aus Kristiansand im Süden Norwegens. Die zu dem regionalen Unternehmen gehörenden Zeitungen, Anzeigenblätter, Lokal-TV-, Radio-, und Online-Angebote ermöglichten im März bei einem Tankerunglück vor der Küste eine umfassende und schnelle multimediale Berichterstattung auf allen Kanälen, inklusive Mobiltelefon. Der Anzeigenverkauf online und im lokalen Fernsehen spiele auf der Erlösseite eine wachsende Rolle.

 

Lokale Nachrichten können Zeitungsverlage aber auch in Deutschland ihren Lesern mit wenig Aufwand aufs Handy schicken, sagte Meinolf Ellers, Geschäftsführer der dpa infocom GmbH. Die im von der EU geförderte MINDS-Projekt entwickelten mobilen Dienstleistungen für Zeitungen seien mittlerweile marktreif. zwölf Verlage sind bereits mit Anwendungen aktiv. Dr. Michael Maier, Herausgeber der NZ Netzeitung GmbH, die unter anderem mobile Inhalte als Dienstleistung für andere Verlage erstellt und die kurz nach der Konferenz an die norwegische Orkla Media Group verkauft wurde, mahnte Professionalität an: "Erfolg in einem Medium können Sie nur haben, wenn Sie das Medium verstehen."

 

Mit "Prosumenten" die eigene Reichweite steigern

 

"Prosumenten", die Abkürzung für "produktive Konsumenten", die sich durchaus auch an eigene Medieninhalte wagen, prägte die Diskussion vor allem am zweiten Tag. Lisa Stone, freie Unternehmensberaterin aus den USA, riet dazu, "Blogger" mit eigenen Weblogs aktiv in das eigene Internetangebot zu integrieren. So lasse sich mit wenig Aufwand die eigene Reichweite steigern und das inhaltliche Angebot aufwerten.

 

Bei „Opinio“, dem Online-Weblog mit 14-täglich erscheinenden Printmagazin der „Rheinischen Post“, gibt es inzwischen über 800 feste Autoren: "Wir sehen diese nutzergenerierten Inhalte nicht als Konkurrenz zu unserem Journalismus, sondern als Ergänzung", betonte Oliver Bargfeld, Geschäftsführer von RP-Online.

 

Um nationale Werbekunden für crossmediale Anzeigen in „Opinio“ zu begeistern fehlt bislang noch die Reichweite. Diese hat die OMS und setzt sie im Vorfeld der Fußball-WM für ein Gemeinschaftsprojekt mit den NBRZ-Zeitungen (Nielsen-Ballungsraum-Zeitungen) ein, wie OMS-Geschäftsführer Georg Hesse erläuterte.

 

Auch in kleinerem Maßstab lassen sich Crossmedia und reine Online-Produkte verkaufen. Wie man seinen Außendienst auf Verkaufserfolg trimmt, erklärte Mike Blinder, Präsident des US-Beratungsunternehmens The Blinder Group: "Wir wollen Reichweite in einer interessanten Zielgruppe verkaufen, nicht Weblinks". Bei „USA Today“ setzt Laryssa Kundanmal, Director Sales Solutions, auf Nutzerregistrierung nach Geschlecht, Alter und Postleitzahl. 20 Prozent der Anzeigenkampagnen richteten sich mittlerweile gezielt an ein Nutzersegment. Die Anzeigenkunden zahlten dafür das Vierfache des normalen Preises.

 

Die Verlagsgruppe Madsack in Hannover versucht mit Rabatten, die mit Online-Buchung gekoppelt sind, Terrain im Rubrikenbereich zurückzuerobern. Bei den in der Anzeigen Cooperation Nordrhein (ACN) zusammengeschlossenen Verlagen, setzt man auf einen gemeinsamen Rubrikenpool.

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