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06. Juni 2005 | Digitales

Zeitung online 2005: ISA mit kostenlosem Kleinanzeigenmarkt

Über 150 Anmeldungen zur Multimedia-Konferenz von BDZV und Ifra

Die ISA, ein Zusammenschluss der Verlagsgruppen Georg von Holtzbrinck, Dr. Ippen und der WAZ-Mediengruppe, arbeitet an einer neuen Kleinanzeigen-Website. Damit reagiert das Unternehmen auf neue Konkurrenten wie Craigslist und Kijiji (eBay), die beide vor kurzem in Deutschland an den Start gegangen sind (siehe hierzu auch „BDZV Informationen Multimedia“ Nr. 1/2005).

Gestaltung und Konzept des neuen Online-Angebots werden an die in den USA weit verbreitete und sehr erfolgreiche Community-Website Craigslist angelehnt: Einfaches, klares Interface, streng lokaler Charakter, keine Bannerwerbung, kostenlose Kleinanzeigen für private Anbieter sowie verschiedene Foren zum interaktiven Austausch. Bereits zum Start sollen die kompletten Kleinanzeigen aus den ISA-Partnerverlagen zu finden sein. Auf dieser umfangreichen Basis soll sich dann eine Online-Community entwickeln. ISA-Geschäftsführer Klaus Abele wird Strategie und Konzept des neuen Angebots im Rahmen der „Zeitung online 2005“ am 14. und 15. Juni 2005 in Berlin vorstellen. Zu der Multimedia-Konferenz von BDZV und Ifra haben sich bereits über 150 Top-Entscheider der Zeitungsbranche angemeldet.

 

Neu ins Programm aufgenommen wurde das Thema Weblogs. Diese neue journalistische Form – vergleichbar mit Newslettern oder Kolumnen, in der Regel jedoch persönlicher und mit der Möglichkeit zum Feedback durch den User versehen – findet immer mehr Einzug in traditionelle Medienhäuser. Lisa Stone wird über die neuesten Projekte in den USA aus journalistischer und ökonomischer Sicht berichten. Die Journalistin ist selbst Bloggerin (z.B. für die „Los Angeles Times“) und hat unter anderem für Knight Ridder Digital die Fachpublikation Law.com Blogs entwickelt. (Das komplette Konferenzprogramm finden Sie unter www.bdzv.de.)

 

USA: Preisdruck auf Online-Kleinanzeigen

 

Der Druck von Craigslist und ähnlichen Anbietern kostenloser Kleinanzeigen veranlasst immer mehr Verlage in den USA, ihre Strategien anzupassen. So sind seit Ende Mai alle privaten Online-Only-Kleinanzeigen auf den Websites der Knight Ridder-Zeitungen in 22 von 27 Kategorien kostenlos. Bereits seit November 2004 hatte Knight Ridder bei allen Inseraten für Waren im Wert von unter 200 Dollar sowie bei Haustier-Anzeigen auf Einnahmen verzichtet. Die Abrufzahlen in diesen Bereichen haben sich laut Susan Kennedy, Director of Online Private Party Classifids bei Knight Ridder, um 75 Prozent erhöht. Im Spätsommer diesen Jahres will Knight Ridder zumindest in den größeren Märkten beginnen, Zeitungs-Anzeigen als Upsell zu den Online-Inseraten zu verkaufen und so einige der neuen Anzeigenkunden, die bisher nicht in der Zeitung geschaltet haben, für das Printmedium gewinnen. Für den Haustier-Bereich hat Knight Ridder inzwischen wieder Anzeigenpreise eingeführt. Laut Kennedy sei diese Sektion inzwischen so beliebt und erfolgreich bei den Haustierbesitzern, dass dies akzeptiert werde.

 

Auch die Tribune Company hat auf die Herausforderung von Craigslist reagiert. Unter der Marke Recycler.com – ursprünglich die Website eines Offertenblattes aus Los Angeles – wurden in sechs Städten Online-Angebote mit kostenlosen privaten Kleinanzeigen gestartet. Auch bei den Tribune-Zeitungen waren bereits Anzeigen von Privatkunden für Waren bis zu einem bestimmten Wert kostenfrei. Im Gegensatz zu Craigslist gibt es bei recycler.com auch E-Commerce, das heißt, die User können über die Plattform auch die Waren bezahlen. Doch nicht nur Zeitungen haben reagiert. So sind bei Yahoo private Kleinanzeigen seit kurzem kostenlos (statt bis zu zehn Dollar pro Anzeige).

 

ISA zieht positive Bilanz

 

Ein neues Print-Produkt bringt ab Anfang Juni die „New York Times“ auf den Markt. „Marketplace“ enthält Immobilien-, Stellen-, Kfz- und Veranstaltungsanzeigen sowie einige nachgedruckte Artikel der Tageszeitung. Das kostenlose vierfarbige Tabloid wird zunächst mit 150.000 Exemplaren zwischen 15.30 Uhr und 19.30 Uhr an ungefähr 250 Orten verteilt und zielt speziell auf die Pendlerströme.

 

Zufrieden zeigt sich die ISA mit der Entwicklung ihrer klassischen Online-Rubrikenmärkte. Bereits im zweiten Jahr nach Einstieg bei Immowelt.de, Stellenanzeigen.de und Autoanzeigen.de wurde bei einem Jahresumsatz von 6,15 Millionen Euro ein positives Betriebsergebnis erwirtschaftet. Die durch die ISA-Portale generierten Print-Umsätze der Partnerzeitungen sind ebenfalls siebenstellig. Die Reichweite der Portale konnte gegenüber 2003 mehr als verdoppelt werden. Für 2005 strebt die ISA einen zweistelligen Millionenumsatz an. Die Portale sollen jeweils zu den Top drei ihrer Branche zählen sowie regional in den Verbreitungsgebieten der ISA-Partnerverlage die Marktführerschaft erreichen.

 

Sueddeutsche.de relauncht Online-Stellenmarkt

 

Der Online-Stellenmarkt von sueddeutsche.de präsentiert sich seit April 2005 in neuer Gestalt. Alle relevanten Informationen finden sich im unmittelbar sichtbaren Bereich der Startseite, um dem Nutzer einen schnelleren Überblick zu ermöglichen. Überarbeitet wurden die individuellen Servicebereiche für Arbeitgeber und Bewerber. Umfangreichere Features sollen sowohl das Personalrecruting als auch die Jobsuche einfacher und effizienter gestalten. Neu sind Präsentationsbereiche, in denen ausgewählte Unternehmen sich und ihre vakanten Stellen prominent präsentieren können.

 

Axel Springer und StepStone bauen Zusammenarbeit aus

Die Axel Springer AG und die Online-Stellenbörse StepStone bieten ebenfalls seit April 2005 die Stellenmärkte des „Hamburger Abendblatts“ und der „Berliner Morgenpost“ im neuen Design und mit einer „deutlich höheren Anzahl an Jobangeboten“ an. Alle Stellenanzeigen der genannten Titel sowie von StepStone sind nun in einer gemeinsamen Datenbank zusammengeführt und über www.stepstone.abendblatt.de und www.stepstone.morgenpost.de abrufbar. Zu finden sind hier ferner ein „persönlicher JobAgent“ und eine Lebenslauf-Datenbank. Bereits im Herbst 2004 waren alle StepStone-Stellenangebote auf den Internetseiten von „Die Welt“ integriert worden. Auch ausschreibende Firmen profitieren von der Zusammenarbeit, da sie bei der Suche nach Mitarbeitern nun zusätzliche Print-Online-Kombinationen nutzen können.

 

Immonet und AOL kooperieren weiter

 

Immonet.de, das Immobilienportal der Axel Springer AG und des Rings Deutscher Makler (RDM), wird mit seinen derzeit über 330.000 Immobilienangeboten nach Verlängerung einer entsprechenden Kooperationsvereinbarung auch in Zukunft bei AOL sowie CompuServe und Netscape exklusiv als Immobilienpartner vertreten sein. Bereits seit März 2004 können AOL-Nutzer auf einer eigenen Immobilien-MicroSite Angebote in den Bereichen Wohn-, Gewerbe- und Ferienimmobilien im In- und Ausland suchen. Bei Eingabe von Suchkriterien in den Immonet.de-Suchagenten werden alle passenden aktuellen Angebote registriert und per E-Mail an den Nutzer weitergeleitet.

 

Quellen: Pressemitteilung ISA, 3.6.2005; Classifiedintelligence.com, 27.5.2005, 6.5.2005, 18.5.2005; newyorkbusiness.com, 2.6.2005; Pressemitteilung sueddeutsche.de, 18.4.2005; Pressemitteilung Axel Springer AG, 11.4.2005, 19.5.2005

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