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15. September 2014 | Allgemeines

Zeitung ist Leitmedium der Deutschen

BDZV-Jahrespressekonferenz: Exzellenter Journalismus bleibt Kerngeschäft

Exzellenter professioneller Journalismus bleibt auch langfristig das Kerngeschäft der deutschen Zeitungsverleger, und seine nachhaltige Refinanzierung ist die größte Herausforderung für die Verlage, erklärte der BDZV bei seiner Jahrespressekonferenz am 8. Juli in Berlin. Im Zentrum der Verlagsstrategien stehe die Weiterentwicklung der Zeitung in all ihren Ausprägungen, erläuterte BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff.

Dabei eröffneten die digitalen Technologien neue Möglichkeiten, Inhalte zu präsentieren. Von der klassischen gedruckten Zeitung über E-Paper, Apps für Smartphones und Tablets, stationäre und mobile Webseiten bis zu Social-Media-Kanälen wie Facebook und Twitter reiche das publizistische Angebot. Bei der dringend notwendigen Übertragung der Bezahlkultur aus der gedruckten in die digitale Zeitungswelt seien die Verlage auf einem guten Weg.

Starke Verwurzelung im Lokalen

„Die Zeitung in all ihren Spielarten und in einem hoch diversifizierten Informations- und Serviceangebot ist das Leitmedium Deutschlands“, stellte Wolff fest. In der Leseranalyse Entscheidungsträger LAE 2014 hätten die Zeitungstitel allesamt zugelegt. Wer mitgestalten wolle, brauche die Zeitung. Laut einer vor wenigen Wochen vorgestellten Studie der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) habe die Bedeutung des Mediums für die Meinungsbildung noch zugenommen, während TV in dieser Disziplin an Relevanz verloren habe. Das Allensbacher Institut für Demoskopie habe der Zeitung einmal mehr ihre starke Verwurzelung im Lokalen bestätigt: 86 Prozent der Zeitungsleser interessierten sich vor allem für die Berichterstattung aus dem unmittelbaren Lebensumfeld. Danach folgten – noch vor dem Sport – innen- und außenpolitische Themen. In der immer stärker fragmentierten Medienwelt sei die Zeitung der Kommunikationsriese, der täglich mit einem Massenpublikum intensiv kommuniziere. Die Zeitungsmarken erreichten über alle Ausspielkanäle hinweg mehr als 57 Millionen Menschen in Deutschland. 81 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung seien Zeitungsleser – auf Papier, auf PCs und Tabletcomputern, auf Smartphones. „Zwar verlieren wir leider an gedruckter Auflage, doch über die digitalen Kanäle legen die Verlage enorm zu“, betonte Wolff.

Politische Bilanz

Beim Thema Mindestlohn begrüßte der BDZV zwar, dass eine Sonderregelung für den Zeitungsvertrieb grundsätzlich für notwendig erachtet wurde. Die beschlossene Übergangszeit von zwei Jahren greife jedoch mit Blick auf die dann dauerhaften Mehrbelastungen für die Verlage zu kurz. „Hier muss das Gesetz spätestens in zwei Jahren nachgebessert werden", forderte der BDZV-Hauptgeschäftsführer.

Im Zusammenhang der breiten öffentlichen Diskussion und der Kritik an dem Unternehmen Google begrüßte Wolff die kritische Sicht der Bundesregierung auf die Marktmacht des amerikanischen Kommunikationskonzerns in Deutschland. Der BDZV habe diese Debatte bereits vor drei Jahren angestoßen. „Die Bundesregierung hat erkannt, welch gigantische Verschiebungen im Markt digitale Megaplayer wie Google, Amazon und Facebook bereits herbeigeführt haben. Jetzt ist Handeln gefordert.“

Der BDZV erneuerte seinen Appell an den Gesetzgeber, den reduzierten Mehrwertsteuersatz endlich auf die elektronischen Angebote der Zeitung auszudehnen. Dass für die Lektüre von politischer Information überhaupt eine Steuer gezahlt werden müsse, sei nicht vermittelbar, zumal es innerhalb der EU Länder mit dem Mehrwertsteuersatz null gebe, so Wolff. Geradezu grotesk sei es, die Nutzung von Informationen auf einem Smartphone oder einem PC steuerlich anders zu behandeln als auf Papier.

Digitales Wachstum

Die Zeitungen hätten das größte Angebot im Internet, stellte Hans-Joachim Fuhrmann, Leiter Kommunikation + Multimedia, fest. Jeden Monat erreichten sie mit ihren Online-Inhalten 31 Millionen Leser (Unique User), jede Woche 17,5 Millionen. Dies entspreche 44 Prozent der Bevölkerung. Damit lägen die Zeitungen vor den Portalen T-Online und eBay. Von den 14- bis 29-Jährigen besuchten 67 Prozent (9,9 Millionen) regelmäßig die Webangebote der Zeitungen. Zur Entwicklung von Paid Content führte Fuhrmann aus, dass derzeit 79 Verlage Bezahlmodelle im Netz hätten.

Von einem anhaltenden Boom beim Verkauf von E-Paper-Ausgaben berichtete Jörg Laskowski, Geschäftsführer Verlagswirtschaft. Im Vergleich zum Vorjahr (1. Quartal) sei die Auflage um 64 Prozent auf 560.000 Exemplare gestiegen (2013: 340.000). Grund für den weiter steigenden Verkauf sei die anhaltende Verbreitung von Tablets und Smartphones, auf denen die Zeitungsausgaben komfortabel gelesen werden könnten. Laskowski räumte ein, dass E-Paper die Auflagenverluste bei der gedruckten Zeitung freilich nicht ausgleichen könne.

Die Gesamtauflage ging im ersten Quartal 2014 von 22,23 Millionen Exemplaren auf 21,51 zurück (-3,23 Prozent). Die Tageszeitungen setzten 16,99 Mio. Exemplare ab (-3,39). Die Auflage der Wochenzeitungen blieb mit 1,74 Mio. Exemplaren stabil (-0,2). Die regionalen Abo-Zeitungen kamen auf 12,68 Mio. Exemplare (-2,76), überregionale Blätter auf 1,19 Mio. (-5,58), Straßenverkaufszeitungen auf 3,11 Mio. (-5,07) sowie Sonntagszeitungen auf 2,78 Mio. (-4,07). In Deutschland erscheinen 329 Tageszeitungen mit über 1.500 lokalen Ausgaben. Damit habe Deutschland eine der vielfältigsten Zeitungslandschaften der Welt und den größten Zeitungsmarkt in Europa.

Geschäftsentwicklung 2013

In seinem Bericht über die Geschäftsentwicklung 2013 stellte Laskowski fest, dass die Vertriebserlöse nach wie vor recht stabil seien (-0,4 Prozent), dagegen die Anzeigen- und Beilagenumsätze erheblich eingebüßt hätten (-9,9 Prozent). Damit sei der Gesamtumsatz im Vorjahresvergleich von 8,23 Milliarden Euro auf 7,87 Mrd. (-4,4 Prozent) zurückgegangen. Der Gesamtumsatz (Tages-, Wochen-, Sonntagszeitungen und Supplements) setzt sich zusammen aus 3,09 Mrd. Euro Anzeigen und Beilagen, 4,69 Mrd. Vertrieb und 79,3 Mio. Supplements. Die Tageszeitungen kamen auf einen Gesamtumsatz von 7,4 Mrd. (-4,2 Prozent). Dabei entfielen 2,9 Mrd. (-9,7 Prozent) auf Anzeigen und Beilagen sowie 4,5 Mrd. auf den Vertrieb. Wochen- und Sonntagszeitungen machten einen Gesamtumsatz von 383 Mio. (-7,5 Prozent). Laskowski hob hervor, dass 94,1 Prozent der Vertriebsumsätze im Abonnement erreicht würden. Lediglich 5,2 Prozent kämen aus dem Einzelverkauf, 0,7 Prozent seien sonstige Verkäufe. Im Anzeigengeschäft komme das Gros der Umsätze nach wie vor aus dem lokalen Markt (30 Prozent), gefolgt von Stellenanzeigen (18 Prozent) sowie Markenartikel/Markenwerbung/ Großformen des Handels mit 15 Prozent.

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