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19. November 1998 | Allgemeines

Zeitschriftenverleger warnen Brüssel

VDZ-Präsident Burda: Werbeverbote sind ordnungspolitischer Unsinn

Der Präsident des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Dr. Hubert Burda, hat Bundeskanzler Gerhard Schröder zum Einschreiten gegen geplante Werbeverbote der Europäischen Union (EU) aufgefordert. Schröder solle "diesem ordnungspolitischen Unsinn mit allem Nachdruck entgegentreten", erklärte Burda anläßlich der Generalversammlung des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger am 17. November 1998 in München.

Allein das Tabakwerbeverbot bedrohe in Deutschland 23.000 Arbeitsplätze direkt, in Europa 100.000. Burda sieht in den Werbeverboten auch eine schleichende Aushöhlung der Pressefreiheit. "Der Weg in die ordnungspolitische Knechtschaft beginnt immer mit kleinen Verstößen gegen den Geist der Demokratie, der freien Marktwirtschaft und der freien Presse." Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber nannte Werbeverbote der EU - etwa im Automobilbereich - "abwegig". Dabei warnte Stoiber vor einseitiger Zentrierung auf Bonn oder Berlin: In Brüssel würden schon 50 Prozent der deutschen Innen- und 70 Prozent der Wirtschaftspolitik gemacht. Der ebenfalls eingeladene EU-Kommissar Karel van Miert hatte seine Ansprache kurzfristig abgesagt. Bei einer anschließenden Podiumsdiskussion befaßten sich prominente Journalisten und Herausgeber mit dem Thema "Freiheit und Verantwortung des Verlegers".

Der deutsche Zeitschriftenmarkt erreichte 1998 nach VDZ-Angaben ein Volumen von 20 Milliarden Mark. Rund 4.000 Titel erscheinen regelmäßig. Die Gesamtauflage der Publikumszeitschriften in Deutschland kletterte im dritten Quartal 1998 gegenüber dem Vorquartal um rund 1,9 Millionen auf 127 Millionen Exemplare. Die Brutto-Werbeumsätze stiegen in den ersten neun Monaten verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 6,6 Prozent auf 4,8 Milliarden Mark. Die Fachzeitschriften überschritten 1997 erstmals die Schwelle von vier Milliarden Mark Umsatz; davon entfielen rund 2,2 Milliarden (+ 2,5 Prozent) auf das Anzeigengeschäft. 150 Titel seien neu erschienen. Im Online-Bereich sind nach VDZ-Angaben fast zwei Drittel aller größeren Fachverlage tätig. VDZ-Präsident Burda hob in diesem Zusammenhang hervor, daß durch die neuen Technologien viele zusätzliche Anzeigenkunden gewonnen würden.

Anläßlich der Mitgliederversammlung im Vorfeld wurde der Vorstand der Publikumszeitschriften im VDZ neu gewählt. Dabei wurde Karl Dietrich Seikel, Geschäftsführer Spiegel-Verlag in Hamburg, für die nächsten drei Jahre als Vorsitzender der Publikumszeitschriften im Amt bestätigt.

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