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28. November 2005 | Allgemeines

Zeitschriftenverleger fordern besseren Quellen- und Informantenschutz

Drei Milliarden verkaufte Publikumszeitschriften / 7,3 Milliarden Euro Umsatz 2004

Die Zeitschriftenverleger haben vor einer schleichenden Aushöhlung der Pressefreiheit in Deutschland gewarnt. Parlament und Bundesregierung vernachlässigten ihre Wächterrolle zur Einhaltung der Freiheitsrechte, sagte der Geschäftsführer des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Wolfgang Fürstner, anlässlich der Zeitschriftentage am 17. November 2005 in Berlin.

Als Beispiele nannte er die Razzia beim Maga­zin „Cicero“, die Bespitzelung von Journalisten durch den Bundesnachrichtendienst (BND) und den Lauschangriff auf einen Zeitungsredakteur in Sachsen. Ein Land, das die Presse behindere oder einschüchtere, missachte die Bürgerrechte, warnte der VDZ. Konkret forderten die Zeitschrif­tenverleger von der neuen Bundesregierung die Abschaffung des Straftatbestandes des Dienst­geheimnisverrats, die Ausweitung des Quellen­schutzes auf alle Formen der elektronischen Kommunikation (inklusive Handy und Telefonge­sprächen) sowie die Ablehnung der geplanten EU-Vorratsdatenspeicherung.

Einen Tag später betonte die – damals noch designierte – Bundeskanzlerin Angela Merkel als Festrednerin bei den Zeitschriftentagen die Rolle der Medien in der Gesellschaft. Als ehemalige Bürgerin der DDR wisse sie die Pressefreiheit besonders zu schätzen. „Die Beibehaltung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes ist ausdrück­lich eine Würdigung der Presse“, erklärte Merkel am 18. November in Berlin. Zeitschriften müssten geordnete Rahmenbedingungen haben. Ferner sagte sie Unterstützung in Fragen der Werbever­bote und des Urheberrechts zu. Es sei aberwitzig, was sich in Brüssel etwa bei der Kennzeich­nungspflicht für Werbung oder bei Werbeverbo­ten abspiele. Die designierte Bundeskanzlerin und kündigte an, die Steuerung der Gesetzge­bung in Brüssel künftig stärker in die Hand neh­men zu wollen.

Zuvor hatte VDZ-Präsident Hubert Burda die neue Bundesregierung aufgefordert, sich für eine freie Presse einzusetzen. „Die Pressefreiheit macht Politik in der Demokratie erst möglich“, betonte er. „Wir brauchen mündige Bürger, eine freie Presse und die Förderung der zur Entwick­lung der Branche notwendigen Technologien.“

Im vergangenen Jahr hat die Zeitschriftenbran­che 7,3 Milliarden Euro mit 35.000 Mitarbeitern erwirtschaftetet. Angesichts der rückläufigen Ent­wicklung auf dem Werbemarkt seien die Ver­triebserlöse immer wichtiger, sagte der zustän­dige VDZ-Vorstandsvorsitzende Karl Dietrich Seikel („Der Spiegel“, Hamburg). In den ersten zehn Monaten 2005 seien die Bruttoanzeigener­löse in Höhe von 2,7 Milliarden Euro gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum um 1,5 Prozent zurückgeblieben. Dagegen habe die Auflage der 460 größten Publikumszeitschriften leicht angezogen. Der Lesermarkt sei beständiger als das stark konjunkturabhängige Anzeigenge­schäft, sagte Seikel. Insgesamt wurden in Deutschland nach einer Hochrechnung des VDZ auf Basis der IVW-Auflagenmeldung im Jahr 2004 rund drei Milliarden Publikumszeitschriften verkauft. Für das Jahr 2006 geht der Verband von leichten Wachstumsimpulsen aus.

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