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27. Oktober 2006 | Allgemeines

ZAW warnt vor „Brüssels Alkohol-Strategie“

EU-Kommission sieht Ursache des Alkoholmissbrauchs hauptsächlich in der Werbung

Der Zentralverband der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW) sieht in der am 24. Oktober 2006 in Straßburg vorgestellten überarbeiteten Strategie der EU-Kommission gegen den Konsum alkoholhaltiger Getränke in Europa „keinen Anlass zur Entwarnung für Anbieter, Medien und Agenturen“.

Die Brüsseler Behörde vermeide, so der ZAW, gezielt eindeutige Programmpunkte zum Abbau der Werbung in Massenmedien. Nebulös heiße es dagegen, die EU und die nationalen Regierun­gen sollten „unverantwortliches Marketing“ unter­binden, die Werbung für diese Getränkegruppen ständig überwachen, auf europäischer Ebene einen Verhaltenskodex für die Werbung entwi­ckeln und durchsetzen, grenzüberschreitende Verkaufsförderung eindämmen, die Jugendliche anlockte, und grenzüberschreitende TV-Werbung auf europäischer Ebene regeln, wenn sie im Kon­flikt mit den nationalen Vorschriften stehe.

Darüber hinaus wolle die Kommission eine umfängliche Plattform „Alkohol und Gesundheit“ mit Repräsentanten der Mitgliedsstaaten, der EU-Institutionen sowie Interessenvertretern installie­ren. Diese soll die Ziele der EU-Strategie durch­setzen. Zwar betone das Schlussdokument, ge­steht der ZAW zu, dass die Kommission keine rechtlichen Werbeverbote plane. Mir Blick auf die bisherige Alkoholpolitik der Kommission sei der Verband jedoch überzeugt, dass die Behörde ihr eigentliches Ziel – den Abbau der Werbung für alkoholhaltige Getränke – keineswegs aufgege­ben habe. Die jetzt veröffentlichte Mitteilung sei „ein in Watte verpacktes Messer“ gegen die Wer­befreiheit. Für die Kommission liege die Ursache von Alkoholmissbrauch hauptsächlich in der Werbung, wie ihr Dokument deutlich mache. „Ihr Kampf gilt der Werbung und nicht den sozialen Bedingungen als wissenschaftlich belegte Verur­sacher von unmäßigem Konsum alkoholhaltiger Getränke“, kritisierte der ZAW. Die EU-Strategie komme einem Entlastungsmanöver für das Ver­sagen von Sozialpolitik dort nahe, wo Alkohol­missbrauch betrieben wird. Nach Einschätzung des ZAW hat die EU-Kommission erkannt, „dass sie die Werbeverbote im Gesundheitsbereich wegen mangelnder europarechtlicher Zuständig­keit gegenwärtig nicht durchsetzen kann“. Des­halb wolle sie die Werbeselbstregulierung für die Eindämmung der Werbung „zu einem Werkzeug­kasten der Werbezensur umbauen“.

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