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05. April 2012 | Allgemeines

Wissenschaftler, Medienvertreter und Künstler fordern Reform des Urheberrechts

Element-of-Crime-Sänger Sven Regener: „Es ist nicht uncool, dass wir auf unserem Recht beharren.“

Mehr als 150 namhafte Künstler, Politiker, Medienvertreter und Wissenschaftler haben sich unter dem Motto „Mein Kopf gehört mir!“ im „Handelsblatt“ (Düsseldorf) für eine Reform des Urheberrechts ausgesprochen. Auch BDZV-Präsident Helmut Heinen bekannte sich: „Wenn Urheber und Werkmittler, wie zum Beispiel Verlage, ihrer Leistungen beraubt werden, kann keine vielfältige Medienlandschaft existieren. Der Schutz des geistigen Eigentums ist eine zivilisatorische Errungenschaft – wie die Demokratie.“

leistungsschutzrecht2Deutlich äußerte sich auch „WAZ“-Geschäftsführer Christian Nienhaus: „Mit einer Umsonstkultur im Internet kann man keinen Qualitätsjournalismus finanzieren. Gesellschaftliche, ökonomische und politische Sachverhalte zu recherchieren, zu analysieren und zu bewerten, erfordert gut ausgebildete und kompetente Journalisten mit Herzblut und Zeit.“ Das sei jedoch nicht umsonst zu haben. Wer alles umsonst wolle: Musik, Literatur – jede Form von Kultur – und auch Journalismus, der werde am Ende weniger haben als heute. Christoph Keese, Sprecher des BDZV/VDZ-Arbeitskreises Leistungsschutzrecht, ergänzte: „Wer mit dem Kopf arbeitet, darf nicht diskriminiert werden gegenüber dem, der seine Hände einsetzt.“


Ex-RTL-Chef Helmut Thoma gab zu Protokoll: „Kein Mensch arbeitet, wenn er keine Belohnung bekommt. Das Kapital im kreativen Bereich ist das geistige Eigentum, das künftig besser geschützt werden muss. Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit.“ Ihn sekundierte unter anderem Schauspielerin Franka Potente: „Auch im Youtube-Zeitalter gilt: ohne Urheberrechte gibt es in Film und Fernsehen keine Qualität. Deshalb sind sie unverzichtbar.“


Auch von Seiten der IT-Wirtschaft gab es Zuspruch für die dringend notwendigen Reformen. „Das Faszinierende an der digitalen Wirtschaft ist, dass jeder an ihr teilnehmen kann. Dabei ist die Produktion von Wissen vielfach zur Gemeinschaftsaufgabe geworden. Dennoch gelten nach wie vor Grundsätze der analogen Welt: Wer ein künstlerisches Werk, eine technische Innovation oder ein neues Geschäftsmodell entwickelt hat, sollte selbst über die Nutzung und Weitergabe entscheiden und so auch eine Verfälschung verhindern […]“, sagte Ralph Haupter, Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland.


Ausgelöst wurde die neuerliche Debatte um das Urheberrecht durch den offenen Brief von 51 Tatort-Autoren und das Radio-Interview von Element-of-Crime-Sänger Sven Regener am 21. März 2012. Darin kritisierte er vor allem die Kostenloskultur im Netz und das Geschäftsgebaren großer Content-Aggregatoren: „Youtube und Google haben nichts anderes zu bieten, als das zu präsentieren, was andere geschaffen haben.“


Alle Statements, das Interview mit Sven Regener sowie weitere Hintergrundinformationen zur Aktion „Mein Kopf gehört mir!“ finden sich unter www.handelsblatt.com beziehungsweise www.bdzv.de.

Ort: Düsseldorf

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