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20. Juni 2007 | Allgemeines

Wir haben da Erfolg, wo wir als Medienprofis handeln!

ZVNRW und BDZV beim Medienforum NRW: Zeitungsverlage mit neuen Strategien für die digitale Zukunft

Die Zeitungsverlage sehen in einer multimedialen Ausweitung ihrer Aktivitäten eine gute Chance für die digitale Zukunft. Auf einem Internationalen Printkongress diskutierten am 19. Juni 2007 Verleger und Manager im Rahmen des Medienforums NRW in Köln über den „Aufbruch in neue Zeitungswelten“.

Internationaler Printkongress



v.l.n.r.

Guenther thiel

Clemens Bauer

Robert Steen

Werner Lauff

Nils Doerse

Dr. Stephan Holthoff-PfoertnerInternationaler Printkongress v.l.n.r. Guenther thiel Clemens Bauer Robert Steen Werner Lauff Nils Doerse Dr. Stephan Holthoff-PfoertnerDabei erinnerte der Vorsitzende des Zeitungs­verlegerverbandes Nordrhein-Westfalen, Cle­mens Bauer, an die Situation vor einigen Jahren, als etwa ein Drittel der Anzeigenerlöse wegbrach. Inzwischen hätten die Verlage diese zunächst negative Entwicklung als Chance begriffen und neue Geschäftsmodelle und Medienstrategien entwickelt.

 

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Aufbruch in neue Zeitungswelten

Robert SteenInternationaler Printkongress Aufbruch in neue Zeitungswelten Robert Steen„Wir haben da Erfolg, wo wir als Medienprofis handeln“, versicherte Bauer, zugleich Vorsitzen­der der Geschäftsführung der Mediengruppe Rheinische Post in Düsseldorf. Als besonderen Erfolg nannte er das von Verlagen im Rheinland getragene Online-Rubrikenportal kalaydo.de, das innerhalb von 14 Monaten zum regionalen Marktführer auf dem Stellenmarkt und bundes­weit zur Nummer fünf unter den E-Commerce-Portalen geworden sei.

 

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Aufbruch in neue Zeitungswelten Internationaler Printkongress



Aufbruch in neue Zeitungswelten

Clemens BauerInternationaler Printkongress Aufbruch in neue Zeitungswelten Internationaler Printkongress Aufbruch in neue Zeitungswelten Clemens BauerVon internationalen Erfolgen dieser Art berich­tete Robert Steen, Manager beim norwegischen Medienhaus Schibsted. Von einem reinen Zei­tungsverlag hat sich Schibsted seit 1995 schritt­weise zu einem internationalen Konzern entwi­ckelt, der heute 53 Prozent seines Gewinns mit Online-Angeboten macht. Indem sich der Verlag auf seine Stärken konzentrierte, habe er Anzei­gen- und Leserverluste der Printausgaben durch Zugewinne im Online-Bereich mehr als ausgegli­chen. Heute gehörten Schibsted unter anderem das führende Online-Telefonverzeichnis sowie eine führende Online-Finanzzeitung in Norwegen und Schweden.

 

Inzwischen zahlen Anzeigenkunden für eine Bannerwerbung im Internet für einen Tag so viel wie für zwei ganzseitige Zeitungsanzeigen. Als eine weitere Auswirkung der Schibsted-Erfolge im Internet sieht Steen, dass die Zahl der Fernseh­zuschauer in Norwegen innerhalb eines Jahres (Januar/Februar 2006 auf 2007) um 10,2 Prozent zurückgegangen ist. Beim technisch interessier­ten und kaufkräftigen Personenkreis der 30- bis 39-Jährigen betrug der Rückgang sogar 19 Pro­zent.

 

„Journalismus first“

 

Für die WAZ Gruppe (Essen) wandte sich Dr. Stephan Holthoff-Pförtner, der die Gesellschaf­tergruppe Funke vertritt, gegen das von einigen Verlagen propagierte Motto «Online first», mit dem alle Inhalte zuerst ins Netz gestellt werden. Das Motto müsse vielmehr lauten: „Journalismus first“. Morgens um 9.00 Uhr, so Holthoff-Pförtner, wisse doch keiner im Verbreitungsgebiet der Zeitungen mehr über die Region als „unsere Journalisten in den 85 Lokalredaktionen. Wir haben die Informationskompetenz, Unterhal­tungskompetenz und Lokalkompetenz!“ Dies wolle sein Haus gedruckt und online nutzen.

 

Die Verlagsvertreter beklagten, dass bei neuen Geschäftsfeldern wie der Briefzustellung ein er­heblicher Wettbewerbsnachteil gegenüber der Deutschen Post AG durch deren Befreiung von der Mehrwertsteuer bestehe. Außerdem entgin­gen dem Staat jährlich 500 Millionen Euro an Mehrwertsteuer durch das Post-Privileg, hieß es. „Wir liefern auch an die Privatbevölkerung. Und wir stellen sicher, dass jeder Kunde erreicht wird“, machte Günter Thiel deutlich, der als Geschäfts­führer der PIN Group AG der Deutschen Post AG Paroli bietet. An dem privaten Briefdienstleister seien zwölf Verlage direkt beteiligt, weitere rund 35 seien indirekte Mitglieder der PIN-Familie. Während die Verlage die regionale und lokale Logistik sicherstellten, schaffe PIN die Verknüp­fung zur nationalen Logistik. Gemeinsam mit dem ZVNRW-Vorsitzenden Bauer appellierte Thiel an die politisch Verantwortlichen, den freien Wett­bewerb im Briefmarkt endlich unter fairen Bedin­gungen zuzulassen. „Unsere Verlage haben Tau­sende von neuen Arbeitsplätzen geschaffen, zu guten finanziellen Bedingungen, und wir werden trotzdem von einer seltsamen Allianz aus ver.di und Postvorstand diskriminiert“, kritisierte Bauer in diesem Zusammenhang.

 

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Aufbruch in neue Zeitungswelten

Christa ThobenInternationaler Printkongress Aufbruch in neue Zeitungswelten Christa ThobenEin interessantes neues Geschäftsfeld in der digitalen Welt wird auch der Ausbau der Such­funktionen auf lokale Inhalte sein. Große Portale wie Google gelten hier als Vorbild, Konkurrent und potenzieller Kooperationspartner. Niels Dörje, Leiter Partnerships Google Nordeuropa, stellte einleitend klar, dass sein Unternehmen sich als Suchmaschine verstehe und nicht als Content-Provider. „Deshalb gibt es von uns auch keine Kennzahlen wie PageViews per Visits.“ Geschäftstüchtig machte der Manager Werbung für die verschiedenen Möglichkeiten, wie Zeitun­gen als Partner von Google ihre Produkte opti­mieren könnten. Zugleich stellte Dörje jedoch als besonderen Reiz des Unternehmsens heraus, dass hier die Basis an Ingenieuren, die „pausen­los darüber nachdenken, neue Produkte zu ma­chen“, wesentlich größer sei als die der Kauf­leute, die diese Produkte dann vertreiben.

 

Die braucht es aber natürlich auch. So erklärte Stephan Holthoff-Pförtner, dass die WAZ Gruppe mit der „Braunschweiger Zeitung“ jüngst nicht „in erster Linie eine Zeitung, sondern einen neuen Markt gekauft“ habe.

 

Freier Zugang zu neuen Geschäftsfel­dern

 

Der ungehinderte Zugang zu neuen Ge­schäftsfeldern für die Zeitungsverlage war immer wieder Thema des Internationalen Printkongres­ses. So hatte der ZVNRW-Vorsitzende Clemens Bauer bereits in seiner Keynote darauf hingewie­sen, dass die „beengten Expansionsmöglichkei­ten der Verlage vor allem wegen der Pressefusi­onskontrolle und dem Medienrecht der Länder in krassem Gegensatz zur gigantischen Medien­macht von Unternehmen stehen, die regionale Märkte für sich entdecken und die Inhalte der Zeitungen ausplündern“. Dagegen versicherte die nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerin Christa Thoben in ihrer Begrüßungsansprache, dass ihr Ministerium an den Rahmenbedingun­gen mitwirken wolle, damit auch in Zukunft Zei­tungsverlage Zugang zu neuen Geschäftsfeldern erhalten.

 

Lehari: Product-Placement ist ein Sündenfall

 

Streitbar zeigten sich die Zeitungsverleger auch beim Thema Product-Placement: Bei der Diskussion über die jüngst verabschiedete Euro­päische Fernsehrichtlinie („BDZV Intern“ berich­tete) plädierte der Vorsitzende des Verbands Privater Rundfunk und Telekommunikation, Jür­gen Doetz, dafür, das Thema doch endlich zu beenden. Deutliche Worte fand dagegen der Prä­sident des Europäischen Zeitungsverlegerver­bands (ENPA) und Verleger des „Reutlinger Ge­neral-Anzeigers“, Valdo Lehari jr. Dass künftig Produkt-Platzierung überhaupt im deutschen Fernsehen erlaubt sein soll, sei ein „Sündenfall“, betonte Lehari. Und das könne man „jetzt auch nicht schön reden“. Ähnlich schien das im Übri­gen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zu sehen, die in ihrer medienpolitischen Grundsatz­rede beim Medienforum die Fernsehrichtlinie zwar als „akzeptablen Kompromiss“ bezeichnete, doch zugleich an die öffentlich-rechtlichen Sender appellierte, von den in der neuen EU-Richtlinie vorgesehenen Ausnahmeregelungen beim Pro­duct-Placement keinen Gebrauch zu machen.

 

Pressemitteilung

Rede von Clemens Bauer beim Internationalen Printkongress/ Medienforum NRW am 19. Juni 2007 in Köln

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