Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

22. November 2002 | Allgemeines

„Werbeverbote sind Denkverbote“

Zeitungsverleger kritisieren Entscheidung des EU-Parlaments zum Tabakwerbeverbot

Der BDZV hat den am 20. November 2002 mehrheitlich gefassten Beschluss des Europäischen Parlaments für ein totales Tabakwerbeverbot in Pressemedien scharf kritisiert. Die Entscheidung sei ein Schlag gegen die Pressevielfalt und gegen die Kommunikationsfreiheit in Europa, erklärte ein Sprecher des Verbands.

Wer sich für Werbeverbote einsetze, entziehe der Presse ihr wirtschaftliches Fundament. „Werbeverbote sind Denkverbote“, sagte der BDZV-Sprecher weiter. Die Entscheidung des Parlaments sei zugleich auch eine Entmündigung des Bürgers. Die Vision vom mündigen Bürger und Verbraucher verkomme allmählich zur Farce. Es sei überhaupt nicht nachvollziehbar, dass legal hergestellte und legal verkaufte Produkte nicht beworben werden dürften. Der BDZV hob hervor, dass es den Befürwortern von Werbeverboten innerhalb der EU keineswegs nur um Tabakwerbung gehe. Auch Werbung für Autos, Kinderspielzeug, Süßigkeiten und frei verkäufliche Medikamente seien bereits im Visier der Gegner der Werbefreiheit.

 

Auch der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) wandte sich heftig gegen das drohende Verbot. „Sollte der EU-Ministerrat dem Kommissionsentwurf Anfang Dezember ebenfalls zustimmen, bleibt nur noch die erneute Klage der deutschen Regierung vor dem Europäischen Gerichtshof“, erklärte der ZAW.

 

Das EU-Parlament in Straßburg hatte in erster Lesung für einen Richtlinienentwurf von EU-Gesundheitskommissar David Byrne gestimmt, der ein umfassendes Tabak-Werbeverbot in den 15 Ländern der Europäischen Union vorsieht. Danach soll Tabakwerbung künftig in Printmedien, im Rundfunk und im Internet verboten werden. Das gleiche gilt für Sponsoring bei grenzübergreifend ausgestrahlten Großveranstaltungen wie Autorennen und Konzerten. Die Kino- und Plakatwerbung sowie Reklame auf T-Shirts und Regenschirmen soll dagegen erlaubt bleiben.

 

Eine 1998 gegen den heftigen Widerstand Deutschlands verabschiedete Richtlinie, die ein nahezu totales Werbeverbot vorsah, war vom Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg gekippt worden. Nach Ansicht der Richter hatte die EU ihre Kompetenzen überschritten.

zurück