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24. Oktober 2007 | Allgemeines

Werberat mit mehr Rügen – viel ungerechtfertigte Kritik von Bürgern

ZAW verabschiedet „Grundregeln zur Werbung“

Unternehmen und Konsumenten sollten rücksichtsvoll miteinander umgehen. Das sagte der Vorsitzende des Deutschen Werberats, Hans-Henning Wiegmann, anlässlich der Veröffentlichung der Halbjahresbilanz der Organisation am 17. Oktober 2007 in Berlin.

Von Januar bis Juni 2007 hätten die vom Wer­berat beanstandeten kommerziellen Werbekam­pagnen um ein Viertel auf 41 (2006: 33) zuge­nommen. Daraus dürfe sich kein Trend ergeben, auch wenn der Wettbewerb auf dem deutschen Markt im Vergleich zu anderen in der Europä­ischen Union besonders heftig sei, appellierte Wiegmann. Die werbende Wirtschaft müsse noch stärker in ihrer Werbung für Waren und Dienst­leistungen die Gefühle von Menschen beachten. „Jede Form der Diskriminierung im Zusammen­hang zum Beispiel mit Geschlecht, Alter, Religion oder sexueller Orientierung wird vom Werberat beanstandet“ und es werde auf Korrektur oder Rücknahme der Werbemaß­nahme hingewirkt, versicherte der Vorsitzende.

Zugleich beobachtete das Gremium aber auch einen Anstieg ungerechtfertigter Kritik aus der Bevölkerung an Werbeaktivitäten der Wirtschaft. So seien in der ersten Jahreshälfte Beschwerden zu 110 Kampagnen wegen „überzogener Vor­würfe“ zurückgewiesen worden, über ein Drittel mehr als im Vorjahr. Auch Kritiker hätten Verant­wortung, sagte Wiegmann. Die Verbraucher müssten wirklichkeitsnahe Maßstäbe anlegen, die der Toleranz in der Gesellschaft entsprächen und sich in der Werbung widerspiegeln dürften.

Im ersten Halbjahr 2007 kamen 151 Kampag­nen vor den Werberat, ein Drittel mehr als im Vorjahr (114). Davon beanstandete das Gremium 41 Werbemaßnahmen, von denen 40 eingestellt oder abgeändert wurden. Dies entspricht einer Durchsetzungsquote von 97 Prozent bei den Un­ternehmen. Lediglich in einem Fall musste die Schiedsstelle eine öffentliche Rüge erteilen. Auf­grund der Intervention des Werberats hat bei­spielsweise ein Möbelhersteller seinen Prospekt mit dem Slogan „Wir nehmen Ihre Alte in Zahlung und schicken sie in die Wüste“ zurückgezogen. Abgebildet war eine ältere Dame neben einer Sitzgarnitur. Das Angebot galt einer Tauschaktion alter gegen neue Möbel. Abgewiesen hat der Werberat dagegen zum Beispiel die Beschwerde über die Anzeige eines Internetportals für Immo­bilien. Der Protest richtete sich gegen das Foto eines küssenden Paares im Auto, die Hand des Mannes lag auf dem Oberschenkel der Frau. Der Vorwurf: „Störung menschlicher Intimität“.

Wie Wiegmann weiter mitteilte, haben sich die 42 im Zentralverband der deutschen Werbewirt­schaft (ZAW) zusammengeschlossenen Ver­bände der werbenden Firmen, Medien und Agenturen als Träger des Werberats jetzt auf „Grundregeln zur kommerziellen Kommunikation“ geeinigt. Diese Grundregeln seien aus der Spruchpraxis des Gremiums entwickelt worden und sollen der Schiedsstelle sowie der werben­den Wirtschaft als Messlatte für Entscheidungen über Werbung dienen. Gleichzeitig wolle die Werbebranche mit diesem „Grundgesetz“ der kommerziellen Werbung gegenüber Gesellschaft und Politik ihre Entschlossenheit zur sozialen Verantwortung signalisieren. Das Regelwerk enthält nach Darstellung Wiegmanns Gebote, wonach werbende Firmen mangelnde Erfahrung und fehlendes Wissen von Konsumenten nicht ausnutzen, niemanden diskriminieren, Kindern und Jugendlichen weder körperlichen noch seeli­schen Schaden zufügen, keine Angst erzeugen oder Leid und Unglück instrumentalisieren sollen.

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