Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

30. März 2001 | Allgemeines

Werberat: Dot.coms und RTL II sorgen für Empörung

Zahl der Beschwerden drastisch gestiegen

Aggressive Werbung der Internet-Betreiber hat im vergangenen Jahr 2000 zu einem Anstieg der Beschwerden an den Deutschen Werberat geführt. Während 1999 nur 20 Werbemaßnahmen des jungen Wirtschaftszweigs kritisiert wurden, waren es im vergangenen Jahr insgesamt 54 Fälle.

Den Grund für diese Zunahme sah das Selbstkontrollorgan der deutschen Werbewirtschaft anlässlich seiner Jahrespressekonferenz am 27. März 2001 in Berlin darin, dass "Dot.com-Firmen" rasch bekannt werden wollten und deshalb zu aggressiven Aussagen griffen. Ähnliche Ursachen seien auch beim Anstieg beanstandeter Werbemaßnahmen in der Medienbranche (35 im Jahr 2000 gegenüber 29 im Jahr 1999) zu vermuten.

Dabei gingen allein 671 der 1.139 Beschwerden von Bürgern und Institutionen wegen eines RTL II-Werbeplakats ein, mit dem der Sender unter dem Motto "Adam und Eva" für sein Format "Expedition Robinson" warb. Gezeigt wurden ein am Strand liegendes, nacktes Paar und dessen gut sichtbare Geschlechtsteile. Darüber stand der Text "Ich glaub, hier bin ich richtig". Zudem organisierten die Kritiker sich im vergangenen Jahr zunehmend mit Unterschriftenlisten und ließen auf diese Weise die Zahl der Eingaben stark ansteigen.

Insgesamt bezogen sich die 1.139 Beschwerden auf 332 verschiedene Werbeaktivitäten, darunter 64 Fälle, die nicht in den Entscheidungsbereich des Werberats fielen - wie zum Beispiel Werbung von politischen Parteien oder anderen gesellschaftlichen Bereichen. Zu entscheiden hatte die Schiedsstelle im Jahr 2000 demnach über 268 Fälle (1999: 188). Dabei setzten sich die Beschwerdeführer in gut einem Drittel der umstrittenen Werbung mit ihrer Kritik durch: 82 Werbemaßnahmen wurden von den Firmen zurückgezogen, acht geändert und drei öffentlich gerügt. Diese Ultima ratio setzt das Gremium nur dann ein, wenn eine Firma ihre Werbung nach einer Beanstandung durch den Rat weiter veröffentlicht. Als unbegründet erkannte der Werberat die Beschwerden zu 175 Werbekampagnen.

Wie in den Vorjahren beziehen sich die weitaus meisten Beschwerden auf Werbung, die Frauen diskriminiert (33 Prozent). In weiteren 15 Prozent wird Gewaltdarstellung kritisiert, je sechs Prozent befürchten die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen oder die Verletzung religiöser Gefühle. "Produktwerbung, die Frauen diskriminiert, Religiosität verletzt oder mit den Ängsten der Bevölkerung spielt, ist nicht nur rechtlich riskant und moralisch fragwürdig, sondern gleichfalls betriebswirtschaftlich kurzsichtig", erklärte dazu der Vorsitzende des Werberats, Jürgen Schrader. Aus seiner Sicht verstießen Firmen mit derartigen Werbemaßnahmen gegen Grundprinzipien der Marktkommunikation. Werbung habe den betriebswirtschaftlichen Zweck, Sympathien für das Angebot zu wecken. Attacken auf die Empfindungen von Verbrauchern teilten diese in Befürworter und Kritiker der Werbemaßnahme auf, verschlechterten allgemein das Image eines Unternehmens sowie seiner Produkte und schmälerten deshalb den ökonomischen Effekt von Werbung. "Aufsehen ist noch kein Ansehen, um das sich Unternehmen für ihre Angebote im Markt bewerben müssen", betonte Schrader.

Anlässlich der Jahrespressekonferenz hat der Deutsche Werberat sein Jahrbuch 2001 vorgestellt. Die 68 Seiten starke Broschüre kann zum Preis von zehn Mark (zuzüglich Versandkosten) bezogen werden über:

ZAW
Villichgasse 17
53177 Bonn
Telefon 0228/820920
Fax 0228/357583
E-Mail: zaw@zaw.de

Im Internet: www.zaw.de

zurück