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05. März 2004 | Allgemeines

Weniger Beschwerden und Fälle vor dem Deutschen Werberat

Jürgen Schrader: Kritisierte Kampagnen sind angesichts der Millionen-Werbekontakte der Bevölkerung nur eine Randphänomen

Den Deutschen Werberat haben im vergangenen Jahr deutlich weniger Beschwerden erreicht als 2002. Beim Selbstkontrollgremium der Wirtschaft gingen 2003 606 Proteste zu 255 Kampagnen ein; im Vorjahr waren es noch 1.985 Eingaben zu 270 Werbesujets. Wie der Vorsitzende des Werberats, Jürgen Schrader, am 2. März 2004 in Berlin mitteilte, wurden 52 Kampagnen beanstandet, in sieben Fällen sprach das Kontrollorgan öffentliche Rügen aus.

Die kritisierten Kampagnen seien angesichts der millionenfachen Werbekontakte der Bevölkerung nur ein „Randphänomen“, erläuterte Schrader. Sie stünden zahlenmäßig in keinem Verhältnis zu den Werbemaßnahmen. 2003 seien die Bekleidungsindustrie und Hersteller alkoholischer Getränke am stärksten von Protesten wegen ihrer eingesetzten Werbemaßnahmen betroffen gewesen. Dabei habe einmal mehr der Vorwurf der Diskriminierung von Frauen durch Werbemaßnahmen im Mittelpunkt gestanden (201 Proteste entfielen auf 109 Kampagnen). Bei den Werbeträgern, die ins Fadenkreuz der Kritik gerieten, lagen die Plakate mit 61 Sujets an der Spitze (2002: 58); dagegen fiel die Kritik an Fernsehspots mit 51 Beschwerden rückläufig aus (2002: 76).

 

Besorgt äußerte sich der Vorsitzende des Deutschen Weberats über Auswüchse bei der institutionellen Werbung – für die die Selbstkontrolle ausdrücklich nicht zuständig ist. Gewerkschaften, Parteien und Vereine wie etwa die Tierschützer würden in ihren werblichen Aussagen immer rücksichtsloser zu Werke gehen und jenseits der strengen Maßstäbe des UWG agieren, „wo wissentliche Falschbehauptung mit Gefängnis bestraft werden kann“, warnte Schrader. Als ein besonders obszönes Beispiel schilderte der Werberatsvorsitzende eine in den USA bereits gelaufene und nun für Deutschland geplante Kampagne der Tierschutzorganisation PETA (People for the Ethical Treatment of Animals): Bei der Kampagne mit dem Titel „Holocaust auf deinem Teller“ zeigen Plakate Bilder aus Konzentrationslagern neben Bildern toter und gequälter Tiere. Beigefügt sind Sätze wie: „Unsere Enkel werden uns eines Tages fragen: Was habt Ihr gegen den Holocaust der Tiere getan? Wir können uns nicht zum zweiten Mal damit entschuldigen, wir hätten nichts gewusst.“ Schrader appellierte eindringlich, die Abwesenheit von Regelungen bei der institutionellen Werbung nicht zu missbrauchen. Anderenfalls sei ein Rückkoppelungseffekt auf die kommerzielle Werbung nicht auszuschließen.

 

Anlässlich der Jahrespressekonferenz des Deutschen Werberats hat die Organisation ihr „Jahrbuch Deutscher Werberat 2004“ vorgelegt. Die 76 Seiten starke Broschüre ist zum Preis von fünf Euro (zuzüglich Versandkosten) zu beziehen über: Verlag Edition ZAW, 10873 Berlin, Fax 030/590099722, E-Mail zaw@zaw.de.

 

Internet: www.werberat.de

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