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12. August 1998 | Digitales

Welchen Wert haben redaktionelle Inhalte?

Verlage wollen kostenpflichtige Web-Angebote etablieren

Nachdem in der Phase der Marktetablierung Presseverlage im In- und Ausland ihre redaktionellen Inhalte überwiegend kostenfrei im Netz angeboten haben, versuchen nun mit zunehmender Marktreife die ersten Verlage, neben der Finanzierung durch Werbeerlöse auch Vertriebsumsätze im Online-Markt zu generieren.

Den bisher durch kostenlose Inhalte verwöhnten Nutzern passiert es daher immer häufiger, daß die freie Fahrt auf der Datenautobahn an der virtuellen Mautstelle endet. Vorreiter bei der Etablierung von Abonnement-Gebühren ist das "Wall Street Journal", das mittlerweile 150.000 zahlende Online-Abonnenten vorweisen kann. Hier wird deutlich, daß gerade bei beruflich nutzbaren redaktionellen Inhalten durchaus bei den Online-Nutzern die Bereitschaft besteht, für diese Inhalte zu bezahlen. Außer der bekannten Wirtschaftszeitung versuchen jedoch auch zahlreiche andere Online-Werbeträger in den USA eine Abonnement-Finanzierung zu etablieren. Neben Wirtschaftstiteln wie "Business Week" und Tageszeitungen ("Boston Globe") hat mittlerweile selbst das Online-Magazin "Slate" aus dem Softwareunternehmen Microsoft sich von dem Prinzip "Content is free" verabschiedet.

Mit der "New York Times" ist allerdings auch ein prominenter Vertreter der Werbe- und Vertriebs-Mischfinanzierung im Juli dieses Jahres wieder von den Abonnement-Gebühren abgekommen. Um den Auslandsvertrieb der Zeitung zu schützen, mußten Nutzer außerhalb der USA bislang 35 Dollar pro Monat für die aktuellen Nachrichten zahlen. Um künftig auch ausreichend am Internet-Wachstum im Ausland zu partizipieren, ist der Zugriff auf die Web-Site der "New York Times" von nun an für Nutzer im In- und Ausland kostenlos.

Auch in Deutschland versuchen die ersten Content-Provider Teile ihres Angebots über Nutzerentgelte zu finanzieren. Wie im Ausland, so steht auch hier eine Kostenpflichtigkeit für berufsrelevante Inhalte und spezielle Service-Produkte im Vordergrund. Die Nachrichtenagentur Vereinigte Wirtschaftsdienste (vwd) hat nach einer zweijährigen kostenlosen Startphase ihren Bekanntheitsgrad mittlerweile soweit gesteigert, daß sie plant, von nun an das Angebot in einen unentgeltlichen und einen kostenpflichtigen Teil aufzuspalten. Auch das "Handelsblatt" plant die Einführung einer Abonnementgebühr für Teile des redaktionellen Angebots, um eine Mischfinanzierung mit der Werbevermarktung zu erzielen. Bei den meisten Anbietern ist derzeit der größte Teil der redaktionellen Inhalte noch kostenlos im Netz abrufbar, allerdings werden für spezielle Serviceleistungen, wie zum Beispiel Push-Dienste nach einem speziellen Nutzerprofil oder Archivzugänge, bereits in dieser frühen Marktphase Gebühren erhoben.

Quellen: Horizont 10.07.98, Horizont 23.07.98, w&v-Tickerabo 16.07.98

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