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18. Dezember 2001 | Allgemeines

Webtest E-Print: Online-Angebote der deutschen Zeitungsverlage sind auch international top

BDZV und ZMG stellen Inhaltsanalyse für Nachrichten-Websites vor

Die Online-Angebote der überregionalen und regionalen deutschen Zeitungen spielen, was Funktionalität und Anmutung angeht, in einer Liga mit den Großen der internationalen Online-Welt. Und nicht nur das: In wichtigen Bereichen wie der Aktualitätstransparenz und der (Text-)Gestaltung übertreffen sie die Angebote der amerikanischen Zeitungen, der Fernsehsender und der reinen Online-Anbieter mitunter deutlich. Erfreulich auch, dass kaum ein Zeitungsangebot über alle Kriterien betrachtet deutlich abfällt.

Gleichwohl zeigt das Ergebnis des Webtest E-Print auch, dass noch lange nicht alle Ressourcen des Web ausgenutzt werden. Gerade im Bereich der audiovisuellen Gestaltung – die mit der Zunahme der breitbandigen Internetanschlüsse immer wichtiger werden – gibt es für die Zeitungsverlage noch Möglichkeiten, sich gegenüber den anderen Nachrichten-Anbietern im Netz zu profilieren.

 

Der Webtest E-Print wurde von der Arbeitsgruppe Elektronisch Publizieren/Multimedia des BDZV entwickelt und dann von BDZV und ZMG gemeinsam mit dem Institut Dr. Šonje Webconsult umgesetzt. Mit dem Webtest wurde ein Instrumentarium entwickelt, mit dem die Verlage ihren Internet-Auftritt in den Bereichen Gestaltung, Navigation, Aktualität, Interaktivität, Homogenität und Komplexität an denen der direkten Konkurrenz, der gesamten Branche sowie branchennahen Benchmarks messen können. Die Stärke des Tests besteht darin, dass die Anmutung und Funktionalität eines Online-Angebots mit einer Exaktheit, Detailgenauigkeit und einem hohen Grad an Standardisierung beschrieben werden kann, der bislang unbekannt war. Mit dem Webtest E-Print ist erstmals eine standardisierte Form der Überprüfung der zentralen Konstruktionskriterien von News-Sites möglich. Untersucht wurden 120 Websites, darunter rund 90 Angebote von deutschen Zeitungsverlagen sowie als Benchmarks knapp 30 Dienste von Zeitschriften, Fernsehsendern, reinen Online-Anbietern und ausländischen Medien.

 

Die Aktualität ist die große Stärke der Websites der Zeitungen. Mehrheitlich erreichen sie in diesem Bereich 50 und mehr, nicht wenige über zwei Drittel von (theoretisch) 100 möglichen Punkten. Bei einer Spitzengruppe konnten sogar über 80 Punkte vergeben werden. Werte in diesem extrem hohen Bereich entstehen dann, wenn auf nahezu jeder untersuchten Seite nicht nur entsprechend aktuelle Hinweise protokolliert werden konnten, sondern wenn diese zusätzlich durch gezielte Aktualitätstechniken (Newsticker, Newsletter etc.) vermittelt wurden.

 

Dieses erfreuliche Ergebnis bezieht sich sowohl auf die Dienste der nationalen wie auch der regionalen Zeitungen. Die zehn besten regionalen Angebote erzielen im Schnitt mit 71 von 100 möglichen Punkten 19 mehr als der Mittelwert der Gesamtstichprobe. Die fünf besten nationalen Zeitungen erreichen durchschnittlich 66 Punkte. Die analysierten US-Zeitungen liegen bei 60 Zählern. Unterdurchschnittlich schneiden bei der Aktualitätstransparenz die Zeitschriften-Sites und die der TV-Sender ab.

 

Die Ergebnisse der vorliegenden Untersuchung reihen sich insofern in die Erkenntnisse anderer Studien mit ein, als auch hier deutlich wird, dass Online-Zeitungen in ihrer Mehrzahl nach wie vor sehr stark durch ihre „Herkunft“ aus dem Printbereich geprägt sind und bei der audiovisuellen Gestaltung noch Defizite aufweisen. Verdeutlichen lässt sich dies besonders gut am Index „Gestaltung“. Selbst das „schlechteste“ Online-Angebot erreicht beispielsweise im Hinblick auf die „Textgestaltung“ immerhin etwa 50 Prozent aller möglichen Punkte, eine ganze Reihe von Zeitungsangeboten erreicht drei Viertel und mehr Punkte und eines liegt sogar mit über 90 Punkten nur knapp unterhalb des Optimums von 100 Punkten. Verbesserungspotenzial gibt es dagegen bei der „Audiovisuellen Gestaltung“. Hier liegt das Maximum bei knapp 40 Punkten. Am besten schneiden hier naturgemäß die TV-Sender ab, überzeugen können aber auch sie nicht. Nahezu gleichwertig mit ihnen sind die Top-5 der überregionalen Zeitungen.

 

Angesichts des Angebotsumfangs, den News-Sites heute im Allgemeinen aufweisen, gehört der Umgang mit der Komplexität zu den zentralen Problemen des Web-Designs. Am besten schneiden hier die Websites der Top-5 überregionalen Zeitungen ab, die sowohl bei Navigationstechnik als auch bei der Bedienungsunterstützung im Schnitt knapp über 50 Punkten liegen. Es folgen die Top-10 der Regionalzeitungen und die Zeitschriften mit jeweils knapp über beziehungsweise unter 50 Punkten.

 

Kontakt: BDZV, Christoph Nogly, Telefon 030/726298-213, Fax 030/726298-217, E-Mail nogly@bdzv.de; ZMG, Dr. Hans-Jürgen Hippler, Telefon 069/973822-24, Fax 069/973822-53, E-Mail hippler@zmg.de

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