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17. September 2009 | Allgemeines

Was Konsumenten wirklich wollen

Neue Produkte – Creation Center trifft Zeitungsbranche

„Wir wissen eigentlich viel zu wenig von unseren Lesern“, das bekennt Thomas Brackvogel, Geschäftsführer Südwestpresse (Ulm), im Gespräch über kreative Anläufe zu neuen Produkten. Brackvogel ist einer von mehreren Verlagsvertretern, die im Rahmen einer Ko¬operation des BDZV mit dem Creation Center der Deutschen Telekom Ideen zur Zukunft der Zeitung ausgearbeitet haben.

„Was wollen die Nutzer? Wie sieht die Zeitung der Zukunft aus? – Das waren die zentralen Fra­gen, auf die Brackvogel zusammen mit Silke Springensguth, Geschäftsführerin DuMont Net in Köln, und einem knappen Dutzend Kollegen Ant­worten finden wollten. Insgesamt haben die Be­teiligten mit der Telekom rund 200 Ideen geboren, die als kompaktes Büchlein den Teilnehmern des Zeitungskongresses zur Verfügung gestellt wur­den.

Zeitungskongress 2009, Fulda am 14./15. September 2009
Für Anja Pasquay BDZV Foto© David AusserhoferZeitungskongress 2009, Fulda am 14./15. September 2009 Für Anja Pasquay BDZV Foto© David AusserhoferFür Silke Springensguth war das Creation Center der Impuls, das „Amazon-Prinzip“ auf In­halte der Zeitungswebsites anzuwenden, also aufgrund gewonnener Daten automatisch Lektü­reempfehlungen für Nutzer zu generieren. Bereits eingeführt wurde das System bei „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Mitteldeutscher Zeitung“ (Halle), die übrigen Titel aus dem Verlag M. DuMont Schauberg sollen folgen. Laut Springensguth klicken rund zehn Prozent der Nutzer die Empfehlungen an. Damit sei sie „extrem zufrie­den“.

Hans-Joachim Fuhrmann, Leiter der Abteilung Kommunikation + Multimedia beim BDZV und ebenfalls Teilnehmer des Creation Centers, be­richtete von einer geplanten „Zeitung für Kids“. Bisher gebe es „kein richtig funktionierendes Pro­dukt für junge und jüngste Zielgruppen“. Wie hier Abhilfe – und zwar gedruckt und online – ge­schaffen werden könne, darüber wolle eine Ar­beitsgruppe nachdenken. Vorstellbar sei, die Zeitung von einer Gruppe von Verlagen produzie­ren zu lassen und sie dann in einem Franchise-System zu vertreiben und inhaltlich auch „lokal runterzubrechen“.

Brackvogel kündigte an, die „geschützte Werk­statt“, wie er sie im Creation Center erlebt habe, als Medienwerkstatt auch in Ulm einzurichten. Er wünsche sich „kleine interne Regelkreise im Ver­lag“, mit deren Hilfe gute Ideen in etwas Machba­res übertragen werden könnten. „Wir müssen die Zeitung nicht neu erfinden, wir müssen besser werden mit der Zeitung, ohne nur auf online zu starren“, sagte der Manager.

Zeitungskongress 2009, Fulda am 14./15. September 2009
Für Anja Pasquay BDZV Foto© David AusserhoferZeitungskongress 2009, Fulda am 14./15. September 2009 Für Anja Pasquay BDZV Foto© David AusserhoferKleine und große Ideen in Machbares zu über­tragen, ist eine der Aufgaben des Creation Cen­ters. Die grundlegende heißt jedoch, wie Leiter Raimund Schmolze beschrieb, solche Ideen überhaupt erst einmal zu finden. In einem höchst amüsanten Vortrag erläuterte Schmolze, wie er und sein Team dazu für zwei Tage bei einer bunten Auswahl von Verbrauchern regelrecht einziehen und die Untersuchungsobjekte auf Herz und Nieren befragen. „Wir wollen alles wissen, bis hin zu den Bookmarks im Computer oder dem Inhalt der Handtasche.“ Stärkste Waffe sei die Kamera, mit der alles fotografiert werde; rund 1.300 Fotos entstünden bei solch einer freundli­chen Belagerung. Das Ziel: „Wir generieren Ideen, keine Wahrheiten – das macht die Markt­forschung“, so Schmolze. Sein Lieblingsprodukt ist ein digitaler Bilderrahmen aus dem Portfolio der Deutschen Telekom, auf den sich nicht nur Bilder, sondern auch Nachrichten übertragen lassen. „Ein idealer Kommunikationskanal für Verlage zu ihren Lesern.“

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