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07. Dezember 2011 | Allgemeines

Was geht App? Vom Bilderbuch zum iPad

Konferenz zu digitalen (Lese-)Medien für Kinder

Bisher sind Bilderbuch und Fernsehen die Erstmedien, mit denen Kinder in Berührung kommen. Wird es in Zukunft das iPad sein? Und welche Folgen hat das für Verlage wie für den „Weltumgang“ der Kinder? Mit diesen Fragen, die sich für Buchverlage wie für Zei-tungen und Zeitschriften mit redaktionellen Inhalten für Kinder stellen, gab Berater Dirk Ziems (concept m research + consulting, Köln/Berlin) den großen Rahmen beim 2. Kin-dermedienkongress „Was geht App für Kids?“ vor, den die Akademie des Deutschen Buchhandels am 23. November 2011 in Mün-chen veranstaltete.

Zwar sei das iPad erst seit eineinhalb Jahren in Deutschland erhältlich und aufgrund der hohen Preise sei auch die Zahl der Besitzer noch über­schaubar. Aber schon im November 2010 ant­worteten 39 Prozent der für das „TNS-Digitalba­rometer“ befragten 14- bis 29-Jährigen mit „ja“ oder „ja, vielleicht“ auf die Frage, ob sie sich in Zukunft einen Tablet-PC kaufen würden.

Und nicht nur sie: „Väter lieben das iPad“, ver­sicherte Ziems. Es sei die „Revolution des kin­derleichten Computers“, die man am eigenen (kleinen) Kind demonstrieren könne. Die Kinder wiederum bekämen schnell spitz, dass sie das Gerät genauso gut bedienen könnten wie die Erwachsenen, und würden so zum Spielen moti­viert. Tablet-PCs mit ihren Touch-Interfaces ent­sprächen der typischen kindlichen Welterkun­dung. Die Kehrseite der Medaille sei allerdings „die Verkümmerung des realen und multisensori­schen Weltumgangs“. Es sei eben schon ein Unterschied, ob ein Kind mit Buntstiften erste krakelige Linien auf Papier erzeuge oder ob es durch bloßes Fingerwischen auf dem Touch­screen brillante Farbspuren lege.

Vorlesen ist wichtig

Zuvor hatte Joerg Pfuhl, Vorstandsvorsitzen­der der Stiftung Lesen wie Vorsitzender der Ge­schäftsführung der Verlagsgruppe Random House, auf den Umstand hingewiesen, dass auch zehn Jahre nach dem ersten „PISA-Schock“ (2001) 18,5 Prozent der 15-Jährigen in Deutsch­land ein „defizitäres Textverständnis“ hätten. „Die nächste Generation funktionaler Analphabeten wächst schon heran“, warnte Pfuhl. Laut Studien der Stiftung Lesen werde die Freude an der Lek­türe ganz besonders durch regelmäßiges Vorle­sen in der frühen Kindheit – und zwar gerade auch durch die Väter – gefördert.

Auch elektronische Lesegeräte (E-Reader) könnten, so der Manager weiter, eine positive Rolle bei der Leseförderung spielen. Pfuhl zitierte dazu Ergebnisse eines noch unveröffentlichten Feldexperiments der Stiftung Lesen, bei dem Schulklassen je unterschiedliche Anreize hatten, sich Bücher auszuleihen. Für die einen gab es ein Regal voller Bücher, für die anderen E-Rea­der und eine Website mit vorinstallierten Titeln zum Herunterladen, eine weitere Klasse erhielt beide Möglichkeiten zur Buchausleihe und eine Kontrollgruppe bekam keine Leseanreize. Wäh­rend es zwischen den Klassen mit Bücherregal oder E-Readern kaum signifikante Unterschiede bei der Buchausleihe (86 Prozent der Kinder) beziehungsweise dem E-Book-Download (89) gab, wurden in der Klasse mit Regal UND Lese­geräten von deutlich mehr Kindern E-Books (91) geladen als Bücher ausgeliehen (64).

Weniger Kinder lesen mehr

2012 wird das Jahr, in dem die Zahl herunter­geladener Apps auch bei Kindern und Jugendli­chen explodiert. Das prognostizierte der Markt­forscher Axel Dammler (iconkids & youth) bei der Münchner Konferenz. Bisher scheitere dies noch an der geringen Verfügbarkeit von Geräten im Haushalt. Bei den Apps kämen Zeitungen und Zeitschriften unter den Top-Kategorien nach Spielen, Communitys und Spaß auf Rang vier und könnten hier ihren Vorteil als starke Marken in der gedruckten Welt nutzen.

Gleichwohl gebe es, sagte Dammler, auch für die Verleger gedruckter Bücher, Zeitungen und Zeitschriften wenig Grund zur Sorge. Der Ein­bruch am Printmarkt sei „bei weitem nicht so dramatisch, wie die Verluste bei einzelnen Titeln glauben machen“. So zeigte der Marktforscher am Beispiel des Comic-Markts, dass in den zu­rückliegenden eineinhalb Jahrzehnten zwar die Zahl der verkauften Exemplare abgenommen habe, dies aber durch Preiserhöhungen mehr als kompensiert worden sei. Kinderzeitschriften hät­ten seit 2000 rund 7,2 Prozent an Auflage verlo­ren, zugleich sei die Zahl der drei- bis zehnjähri­gen Kinder in Deutschland aber um 13,1 Prozent zurückgegangen. Offensichtlich werde also heute pro Kopf mehr gelesen als früher.

Zugleich sei der Printmarkt für Kinder immer stärker fragmentiert in „Klassiker“ (starke Marken mit guten Inhalten), schnelllebige „Impulstitel“ (vor allem auf der Basis von TV-Lizenzen) und „Elterntitel“ (die „Qualitätszeitung“ für Kinder). Sie alle kämpften um den Platz in den Regalen, denn „gekauft wird nur, was auch gefunden wird“. Und das gelte mindestens ebenso sehr für die Apps der Verlage, die erst den „Bottleneck“ des iStores (oder anderer Plattformen) überwinden müssen, um überhaupt von den potenziellen Nutzern wahrgenommen zu werden. Es sei denn, man schafft sich gleich eine eigene Plattform und spannt Website, Bilderbücher, Lehrer und neue digitale Lehr- und Lernmethoden am Whiteboard zusammen, wie es Bianka Reinhardt (Verlag Friedrich Oetinger) am Beispiel von Onilo.de er­läuterte.

BDZV-Konferenz Kinder - Jugend – Zeitung 2012 in Berlin

Die Bedeutung sozialer Netzwerke für Jugend­liche, die angemessene Aufbereitung komplexer Themen für Kinder, neue Produkte und Best Practice aus den Verlagen stehen im Mittelpunkt bei der 7. Konferenz „Kinder – Jugend – Zei­tung“, die der BDZV und die ZV am 29. Februar und 1. März 2012 in Berlin veranstaltet. Als Ex­perten unter anderen dabei: Jonna Tolonen (Zeitungsabos für Nestflüchter, Finnland), Armin Maiwald („Die Sendung mit der Maus“, WDR, Köln), Susanne Gaschke („Zeit-Leo“, Hamburg), Fiona Drewnitzky („Heilbronner Stimme“), außer­dem Fallbeispiele von der preisgekrönten norwe­gischen Lokalzeitung „Glamdalen“ und vom Ber­liner Egmont-Ehapa Verlag. Die Teilnahmege­bühr beträgt 790 Euro für Mitglieder der BDZV-Landesverbände, Nicht-Mitglieder zahlen 990 Euro (jeweils zuzüglich Mehrwertsteuer). Früh­bucher erhalten bis 31. Dezember 2011 einen 15-prozentigen Rabatt. Kontakt und Anmeldung: ZV, Jennifer Nehls, Telefon 030/726298-244, E-Mail seminar(at)bdzv.de.

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