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19. Juli 2006 | Branchennachrichten

Was bedeutet eigentlich Web 2.0?

Tim O'Reilly und Dale Dougherty vom Compu­ter-Fachverlag O'Reilly erfanden den Begriff im Frühjahr 2004. Nachdem 2001 die Internet-Blase geplatzt war, hielt man das Internet für einen überschätzten Hype. Vor allem die Kapitalgeber und Firmen zogen sich zurück. In den letzten Jahren sind neue, unabhängige Internet-Projekte entstanden, die innovative Geschäftsideen und Technologien entwickelten. Viele Internet-Unter­nehmungen sind mittlerweile profitabel. Für ge­nau diesen neuen Boom prägte O'Reilly den Beg­riff Web 2.0. Aus diesen Überlegungen entstand auch die von O'Reilly initiierte Web 2.0-Konfe­renz, die erstmals im Oktober 2004 statt­fand. Die einschneidendsten Veränderungen und Trends, die sich im Web 2.0 ergeben, werden im Folgen­den betrachtet.

Websites bekommen Eigenschaften, die wir bisher nur vom Rechner kannten. Nicht mehr die Programme auf dem PC zählen, das Internet selbst wird die Anwendung. Programme wie bei­spielsweise Organizer oder eine Textverar­beitung werden zunehmend im Web bereitge­stellt. Das Web wird zur globalen Plattform für Daten und Dienste. Der Vorteil dieser Verschie­bung liegt auf der Hand. Viele Nutzer plagen sich mit dem Auf­wand für die Pflege der Software (Updates, Vi­renschutz) und für die Synchronisie­rung der Daten. Sie wünschen sich unkompli­zierte Werk­zeuge, die sie überall und geräte-u­nabhängig aufrufen und nutzen können. Mit web­basierten Anwendungen kann dieses Bedürf­nis erfüllt werden.

Das Web wird zum Mitmach-Medium. Der Mehr­wert entsteht durch die Partizipation der Nutzer. Tim O´Reilly nennt dieses Phänomen die "Nutz­barmachung der kollektiven Intelligenz". Der User ist heute nicht mehr nur Konsument, er wird zu­nehmend zum Produzenten. Die bekanntesten Formen sind Weblogs, Wikis und Sharing-Portale für Bilder und Videos. Auf Community-Plattformen werden zunehmend auch die ver­schiedenen Medienformate zusammengeführt - so bilden auf dem erfolgreichen Portal MySpace.com die Blogs, Videos, Chats, Events etc. eine funktionie­rende Einheit.

Eine der neuen Internet-Anwendungen ist das, was man unter „Social Bookmarking“, „Social Web“ oder „Social Software“ versteht. Auf den Social-Networking-Portalen wird die eigene Reichweite für soziale oder Business-Kontakte gigantisch gesteigert, da diese erlauben, Kon­takte zweiten oder höheren Grades aufzurufen. Auf diesem Weg ist es möglich, Gleichgesinnte für Beruf oder Freizeit im sozialen Nahraum an­zusprechen. Revolutionär ist zudem, dass dank der passen­den "Mashups" praktisch jede Web­anwendung "sozialisiert" werden kann. In wenigen Minuten werden Applikationen um eine soziale Dimension bereichert. Die eigene Homepage ist über Kom­mentierungsfunktionen, Ranking- und Votingme­chanismen in einen Communityrahmen einge­bettet.

Daten werden automatisch aktualisiert, indem APIs (Programmierschnittstellen) genutzt werden und automatisch aktuelle Informationen auf die Websites der Nutzer holen. So können etwa Freunde auf Google Maps lokalisiert werden (Frappr), Temperaturwerte erscheinen aktuell auf der lokalen Landkarte oder die neuesten Blo­geinträge zu ausgewählten Themen werden ge­listet (technorati.com). Das "Echtzeit-Feeling" ist hierbei charakteristisch für viele Webanwendun­gen. Web und Wirklichkeit treten stärker als bis­her in Wechselwirkung.

Fazit: Web 2.0 wird die Internetnutzung der nächsten Jahre stark beeinflussen. Die User ho­len sich mit Web 2.0 das Web quasi wieder zu­rück. Ein an den Bedürfnissen der User ausge­richtetes Web wird den Desktop mehr und mehr ersetzen und die Grenzen zwischen den Medien verschwimmen lassen. Die Verfügbarkeit von Daten, Software und Services ermöglicht es je­dem, seinen eigenen Service zu starten. Kenn­zeichnend für das Web 2.0 ist es aber auch, dass die Geschäftsmodelle der Startups schnell profi­tabel sind. Für Medienunternehmen ist das eine Chance, ebenfalls von Web 2.0 zu profitieren. Durch die verschiedenen Services entstehen völlig neue Nutzenaspekte. Diese zu erkennen und in innovative Services und Produkte zu ver­packen, ist die eigentliche Herausforderung.

Quelle: oreillynet.com; wikipedia.de; ftd.de; sueddeutsche.de; web-zweinull.de; empulse.de; web2null.de; sevenload.de

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