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21. Dezember 2006 | Ausland

WAN und RoG zeichnen mutige Journalisten aus

Shi Tao, der chinesische Journalist, der in Haft sitzt, weil der amerikanische Suchmaschinen­betreiber Yahoo seine Verbindungsdaten preisge­geben hatte, wird mit der „Goldenen Feder der Freiheit“ 2007 ausgezeichnet. Die Würdigung wird vom Weltverband der Zeitungen (WAN) jähr­lich vergeben. Der zu zehn Jahren Haft verurteilte Shi Tao wurde bezichtigt, „Staatsgeheimnisse verraten“ zu haben, weil er in einer E-Mail über Behinderungen der Medien im Vorfeld des 15. Jahrestages des Massakers auf dem Platz des Himmlischen Friedens berichtet hatte. Die E-Mail war von verschiedenen Internetportalen im Aus­land aufgegriffen worden – ebenso, mit Hilfe der Unterstützung von Yahoo, von den chinesischen Behörden. Die konnten dank der Daten Shi Taos Spur bis zu seinem Arbeitsplatz bei der Zeitung „Dangdai Shang Bao“ zurückverfolgen. Die Inhaf­tierung des Journalisten sei ein „unglaublicher Vorgang“, erklärte dazu das Präsidium des Welt­verbands der Zeitungen. Darüber hinaus werde hier das traurige Beispiel eines westlichen Unter­nehmens gegeben, das bei Unterdrückungsmaß­nahmen behilflich sei in dem Glauben, anderen­falls wür­den die wirtschaftlichen Aktivitäten im Land lei­den. Der WAN rief die chinesische Regie­rung auf, Shi Tao und andere verhaftete Journa­listen sofort freizulassen.

Die Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (RoG) hat den Journalisten Win Tin aus Myanmar, die russische Zeitung „Nowaja Ga­seta“, die kongolesische Journalistenorganisation „Journaliste en Danger“ (JED) sowie den Cyber­dissidenten Guillermo Farinas Hernándes aus Kuba für ihren besonderen Einsatz für Presse- und Meinungsfreiheit mit dem diesjährigen Men­schenrechtspreis ausgezeichnet. Seit 1992 ver­gibt Reporter ohne Grenzen gemeinsam mit der französischen Stiftung Fondation de France diese Würdigung. Die am 12. Dezember 2006 in Paris überreichten Preis sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert. „Mit unserem Menschenrechtspreis wollen wir all jene ermutigen, die sich trotz erheblicher persönlicher Risiken für Presse- und Meinungs­freiheit engagieren“, sagte Elke Schäfter, Ge­schäftsführerin von Reporter ohne Grenzen in Deutschland. Der Preis schaffe Öffentlichkeit, die von repressiven Regierungen oft gefürchtet werde. Der in der Kategorie „Journalist des Jah­res“ ausgezeichnete Win Tin sitzt bereits seit 17 Jahren in Haft. 1989 hatte ihn ein Gericht wegen angeblicher Subversion und regierungsfeindlicher Propaganda zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. 2001 war er bereits, gemeinsam mit San San Nweh aus Myanmar, mit der Goldenen Feder der Freiheit geehrt worden.

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