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05. Juni 2007 | Ausland

WAN-Kongress: Pressefreiheits-Preis für chinesischen Journalisten Shi Tao

imageswan masthead enDer inhaftierte chinesische Journalist Shi Tao (38) ist am 4. Juni 2007 in Kapstadt mit der Goldenen Feder der Freiheit des Weltzeitungsverbands WAN ausgezeichnet worden. Seine Mutter Gao Qinsheng nahm die Auszeichnung in einer bewegenden Szene in Gegenwart des südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki entgegen. Mit Tränen in den Augen reckte sie bei der Preisübergabe zum Auftakt des 60. Weltzeitungskongresses kämpferisch die Faust in die Höhe und verteidigte das Werk ihres Sohnes als Einsatz für die Pressefreiheit.

Shi Tao war 2004 zu einer zehnjährigen Haftstrafe verurteilt worden, weil er per Internet Anweisungen der Regierung an die chinesischen Medien weltweit publik gemacht hatte. Darin war es um die journalistische Aufarbeitung der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung auf Pekings Platz des Himmlischen Friedens vor 18 Jahren gegangen. Aus Sicht der Regierung hat Shi Tao mit der Weitergabe der Anweisung Staatsgeheimnisse verraten.

Der in Paris ansässige Weltverlegerverband prangerte in der Eröffnungszeremonie diese Verurteilung als «absurd» an. Shi Tao sei eine Inspiration für Journalisten, seine Inhaftierung «absurd». China sei «das größte Gefängnis für Journalisten», Pressefreiheit gäbe es dort nicht.

Die Presse sei weltweit unter Bedrohung, hieß es zum Auftakt des dreitägigen Kongresses. Er verabschiedete im Vorfeld eine nach Kapstadts Wahrzeichen benannte «Tafelberg-Erklärung», in der vor allem die afrikanischen Staaten zur Einhaltung der Pressefreiheit aufgerufen worden. Weltweit befinden sich zurzeit mehr als 130 Journalisten in Gefängnissen. Seit November 2006 wurden 59 Medienvertreter ermordet, wobei 90 Prozent der Täter straffrei ausgingen. An dem Kongress nehmen 1600 Verleger, Medienmanager und Journalisten aus aller Welt teil. Er findet erstmals in Afrika statt.

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