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21. Mai 2004 | Namen und Nachrichten

Wächterpreis: Sontheimer kritisiert Berichterstattung

„Eine verschärfende Berichterstattung in Teilen der Massenpresse“, die das Wächteramt ins Sensationelle verbiege, hat der Münchner Politologe und Vorsitzende der Jury für den „Wächterpreis der Tagespresse“, Kurt Sontheimer, kritisiert. In seiner Festrede zur Preisverleihung am 11. Mai 2004 wies Sontheimer außerdem darauf hin, dass damit auf populistische Weise die oft komplexe Wahrheit verkürzt und „plakativ zugespitzt“ werde. Obendrein müssten sich Journalisten immer stärker mit dem „publizistischen Dauerfeuer“ von PR-Stellen auseinander setzen. Zugleich gebe es verlagsinterne und redaktionsinterne Abhängigkeiten, die eine kritische Untersuchung von problematischen Vorgängen bei öffentlichen Einrichtungen erschwerten.

 

Mit dem „Wächterpreis der Tagespresse“ sind die Journalisten Horst Cronauer von der „Bild“-Zeitung in Frankfurt und Jürgen Schreiber vom „Tagesspiegel“ in Berlin ausgezeichnet worden (BDZV Intern“ berichtete). Den mit insgesamt 12.000 Euro dotierten ersten Preis erhielten die beiden für die Berichterstattung über die Gewaltandrohung der Polizei gegen den Täter im Mordfall des Frankfurter Bankierssohns Jakob von Metzler. Der zweite Preis und 8.000 Euro gingen an Andreas Jungbauer von der „Main-Post“ in Würzburg für seine Berichte über die Umbenennung der „Carl-Diem-Halle“ aufgrund der NS-Vergangenheit des Namensgebers. Den dritten Preis sowie 6.000 Euro erkannte die Jury Sonia Shinde von der „Financial Times Deutschland“ (Hamburg) zu. Sie hatte einen Betrug bei der Abrechnung von Zahnersatz aufgedeckt. Der „Wächterpreis der Tagespresse“ wird seit 1969 von der fiduziarischen Stiftung „Freiheit der Presse“ in Bad Vilbel bei Frankfurt am Main verliehen. Kurt Sontheimer, der 1981 als Jury-Vorsitzender dem Politikwissenschaftler Theodor Eschenburg folgte, gibt nach 23 Jahren sein Amt ab.

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