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25. Februar 2003 | Allgemeines

Wachstum durch Wissen

KPMG-Seminar zu Zukunftsperspektiven mittelständischer Zeitungsverlage

Wie finden Zeitungsverlage einen Weg aus der aktuellen Krise? Und welche wirtschaftlichen, rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflussen die Zukunft des mittelständischen Verlagswesens? Um diese beiden zentralen Fragen kreiste eine Fachveranstaltung, die die Wirtschaftsberatung KPMG in München und Berlin veranstaltete.

„Und woher kommt das Geld?“, fragte etwa der Wirtschaftsberater und Steuerprüfer Reiner Klinz in einem bemerkenswerten Vortrag über die Richtlinien künftiger Kreditvergabe, kurz „Basel II“. Bisher müssen Banken bei Krediten an Geschäftskunden, also etwa Zeitungshäusern, acht Prozent der Kreditsumme als Sicherheit hinterlegen (Basel I). Ab dem Jahr 2007 gelten hier neue Regelungen: Jedes Unternehmen, das eine Fremdfinanzierung sucht, erhält ein Rating. Mit diesem „Risikogewicht“ werden die bisher gültigen acht Prozent multipliziert. Ist das Rating sehr gut und das Risikogewicht sehr klein, wird die Bank künftig weniger als acht Prozent das Kredits zur Sicherheit hinterlegen müssen, wird der Kredit entsprechend billiger; ist das Rating schlecht, kostet er entsprechend mehr. Für die Banken wird also die Absicherung eines Kredits unter Umständen erheblich teurer.

 

Während in den USA zahlreiche Presseunternehmen als Aktiengesellschaften geführt werden, ist dies in Deutschland eher unüblich. Eine standardmäßige Börsennotierung, wie sie beispielsweise in den USA durch Moody’s oder Standard & Poor’s geschieht, gibt es nicht. Vor diesem Hintergrund ist es wahrscheinlich, wie Klinz ausführte, dass sich in Deutschland Unternehmen, die Fremdfinanzierung suchen, durch ihre Hausbank „raten“ lassen. Tatsächlich erwarte die KPMG, dass 95 bis 98 Prozent der nicht-börsennotierten Unternehmen sich von ihren Hausbanken bewerten lassen. Dabei müssten die kreditsuchenden Unternehmen aufgrund der Regelungen von „Basel II“ mit gestiegenen Informationsanforderungen der Fremdkapitalgeber und hohen Ansprüchen an die Controlling- und Berichtssysteme rechnen.

 

Wie ein solches Controlling-System bei mittelständischen Zeitungsverlagen aussehen könnte, schilderte Edgar Benkler von der Holtzbrinck-Tochter ProServ am Beispiel der Integration von Regionalzeitungsverlagen in die Stuttgarter Verlagsgruppe. In den vergangenen knapp 30 Jahren wurden sechs Titel ganz oder als mehrheitliche Beteiligung dem Unternehmen angegliedert. 2002 trugen die Regionalzeitungen etwa ein Viertel zum Umsatz der Verlagsgruppe bei. Angesichts des starken Wachstums im Geschäftsfeld „Regionalzeitungen“ wurde 1993 das Projekt „Erfolgsfaktoren“ gestartet; um die Ertragssituation der in ihrer Größe vergleichbaren Zeitungen zu optimieren.

 

Erfolgsfaktoren bei Regionalzeitungen

 

Die Herausforderungen lauteten nun zum einen, das erweiterte Führungspersonal der vor Ort sehr autark agierenden Zeitungshäuser in das Projekt einzubeziehen und sie dafür zu begeistern, zum anderen solche Faktoren zu finden, die die einzelnen Regionalzeitungen in ihren Erscheinungsgebieten miteinander vergleichbar machten. Dabei seien Kommunikationshürden nachhaltig abgebaut und das ganzheitliche Denken in den Unternehmen verbessert worden. Auch habe sich das Projekt positiv auf die Zusammenarbeit zwischen der Holding und den Unternehmensführungen ausgewirkt. Gleichzeitig seien Optimierungspotenziale erarbeitet worden etwa durch die Verbesserung der Ablauforganisation, die Erhöhung von Absatzpreisen für Dienstleistungen sowie die Reduzierung von Einkaufspreisen für Güter und Dienstleistungen. Trotz starker Dezentralisierung in den Regionalzeitungen sei, so Benklers Fazit, ein hohes gemeinsames unternehmerisches Verständnis entstanden; es wurden Ressourcen freigesetzt, „die in das Produkt Zeitung investiert wurden“. Kontakt: KPMG, Dr. Julia Frohne, E-Mail j.frohne@kpmg.com.

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