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29. April 2016 | Namen und Nachrichten

VSZV: Lehari jr. rechnet mit Modernisierung des Urheberrechts durch EU

Die deutschen Zeitungsverleger rechnen in diesem und im nächsten Jahr mit politischen Entscheidungen der EU, die ihre Geschäfte deutlich erleichtern. Geplant sei eine Modernisierung des Urheberrechts für Verlage. Das sagte der Vizepräsident des Europäischen Zeitungsverlegerverbands (ENPA) und Vorsitzende des Verbands Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV), Valdo Lehari jr., in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur im Vorfeld der VSZV-Jahrestagung am 22. April in Stuttgart. Zudem werde, so Lehari, eine Senkung der Mehrwertsteuer für Internetausgaben von Zeitungen erwartet.

Lehari_Brüssel_II.jpgSo sollten künftig Internetzeitungen wie die gedruckten Exemplare mit einem geringeren Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent belegt werden. Bisher werden digitale Ausgaben als Dienstleistungen behandelt und mit dem höheren Satz von 19 Prozent besteuert, wie Lehari kritisierte. Bei einer Senkung könnten digitale Produkte künftig leichter auf den Markt kommen.
 
Zugleich lobte Lehari, dass der für digitale Medien zuständige EU-Kommissar Günther Oettinger sich dafür eingesetzt habe, dass Verlage künftig in das Urheberrecht aufgenommen werden. „Wir haben bisher keine eigenen Rechte, nur abgeleitete wie das Nutzungsrecht", kritisierte der Verleger des „Reutlinger General-Anzeigers". „Es geht um ganze Zeitungen, die nicht geschützt sind." Für die Autoren ändere sich nichts durch die geplante Neuregelung, versicherte Lehari. Er sprach von einer „historischen Chance", sollte die Neuerung kommen. Die Verlage erhofften sich dadurch eine solidere wirtschaftliche Basis und einen besseren Schutz ihrer Inhalte.

Lehari betonte, dass damit eine auch klare Rechtsgrundlage entstehe, um etwa mit Mediengiganten wie Google über die kostenpflichtige Nutzung von Inhalten im Internet zu verhandeln. Die Unkultur des Klauens müsse beendet werden. Der bisherige Zustand, dass Inhalte genutzt würden, ohne dass jemand dafür bezahle, müsse aufhören. „Das Netz alleine - ohne Inhalte - ist wie eine Autobahn ohne Autos", sagte Lehari.
 
Problematisch sei auch, dass Konzerne wie Google solche redaktionellen Inhalte nutzten, um sie mit Anzeigen zu versehen und mit der Werbung Geld zu verdienen. „Ich stelle mir künftig einen Abschluss von Rahmenverträgen vor", sagte der ENPA-Vizepräsident. Mit Blick auf das laufende EU-Kartellverfahren gegen Google erwartet er, dass die Verlage künftig auf Augenhöhe mit dem Giganten verhandeln könnten und an dessen Umsatz beteiligt werden.
 
Nach Darstellung des Verlegerverbands behaupten die Zeitungen trotz sinkender Auflagen auch im Internetzeitalter ihre Stellung als das Medium mit der stärksten Reichweite. Noch immer nehmen 61,1 Prozent der Menschen jeden Tag eine gedruckte Zeitung in die Hand, hieß es in Stuttgart. Die digitale Nutzung von Zeitungen über Tablets und Smartphones wachse weiter rasant.
 
Die Auflagen der Zeitungen im Südwesten sinken traditionell weniger stark als im bundesweiten Durchschnitt. Im vierten Quartal 2015 wurden täglich in Baden-Württemberg rund 1,84 Millionen Zeitungen inklusive E-Paper verkauft. Die verkaufte Auflage ging damit im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,97 Prozent zurück. Bundesweit lag der Rückgang bei 2,95 Prozent.

zum Artikel im „Reutlinger General-Anzeiger"


Quelle: VSZV

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