Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

29. Juni 2012 | Allgemeines

Von Apps über Innovationsmanagement bis Social Media

Social-Media-Experte: Soziale Netzwerke können auch zum Bumerang werden

Umfangreich wie nie zuvor war das Programm der Zeitungsbranche beim Medienforum NRW am 19. Juni 2012 in Köln. In gleich drei BDZV-Workshops und -Panels zeigten Experten Vermarktungsstrategien im App-Bereich auf, diskutierten über den gewinnbringenden Einsatz von Social Media in der täglichen Arbeit und erläuterten innovative Ansätze bei der Kooperation zwischen Verlag und Redaktion.

Unter dem Motto „Willkommen in der Zukunft - Medienhäuser erfinden sich neu“ präsentierten Manfred Sauerer und Martin Wunnike (Chefredakteur und Verlagsleiter) das 2006 eingeführte Modell der „Mittelbayerischen Zeitung“. Das Credo der Regensburger Zeitung: „vollkommende Transparenz“. Zu jeder Zeit könne die Chefredaktion Einblick in die Verkaufs- und Anzeigenzahlen nehmen und die Verlagsleitung ist eng in die redaktionelle Planung eingebunden. Nur so sei es möglich, gemeinsam nachhaltige Konzepte für den Verlag zu erarbeiten. Als Innovationsschmiede wurde die sogenannte „Medienfabrik“ installiert: „Auf Grundlage einer großen Datenbank entstehen dort digitale Ergänzungsprodukte aber auch neue Printtitel wie unsere Wirtschaftszeitung“, so Wunnike. Als „Beweis“ für die Zukunft der (gedruckten) Zeitung hat der Verlag erst 2010 sein über 40 Millionen Euro teures neues Druckzentrum in Betrieb genommen und baut derzeit an einem neuen Verlagsgebäude in Regensburg.

Wie in Regensburg gehören mittlerweile in (fast) allen Verlagen Apps für Smartphones und Tablet-PCs zum Portfolio. Gut 300 Applikationen gibt es mittlerweile von Zeitungen, zeigt eine aktuelle Erhebung des BDZV. Wie sich mit diesen Angeboten in den kommenden Jahren signifikanter Umsatz generieren lässt und was sich die User von guten Apps erwarten, darüber berichteten Till Fischer und Meinolf Ellers. Fischer, Geschäftsführer der Berliner Agentur F&B, ist zugleich Autor der BDZV-E-Publishing-Studie „Was Nutzer wollen“. Laut seinen Erkenntnissen wünscht sich ein Großteil der Befragten (82 Prozent) neben reinen Tablet-Angeboten ein kombiniertes Abonnement aus Print und App. Hinsichtlich der inhaltlichen und grafischen Ausgestaltung haben die Studienteilnehmer klare Erwartungen formuliert: gute Texte mit einem lokalen beziehungsweise regionalen Fokus, kein universales Angebot für alle sowie eine klare und einfache Navigation seien wichtiger als Infografiken, Videobeiträge, interaktive Anwendungen oder Weltnachrichten. Zugleich zeigte sich, eine reine 1:1-Umsetzung der E-Paper-Ausgabe reiche den Usern nicht als App. „Zumindest ein bildschirmoptimierter Lesemodus oder digitales Bookmarking müssen möglich sein“, so Fischer weiter. Ähnlich äußerte sich auch dpa-infocom-Geschäftsführer Meinolf Ellers: „Zeitungen müssen auf allen Kanälen mehr regionale Blockbuster präsentieren und diese entsprechend multimedial anreichern.“ Der Überlebensweg für die Zeitung sei, wieder mehr zum Manager der regionalen Community zu werden, denn dort lägen noch nicht gehobene Potenziale.

Um den Dialog innerhalb der Orts- oder Stadtgemeinschaft effektiv moderieren zu können, rief Christian Hoffmeister von Bulletproof Media und Autor der BDZV-Social-Media-Studie, die Verlage im dritten Panel auf, sich selbst als soziales Netzwerk zu positionieren. „Hören Sie auf zu fragen, was kann ich mit meinen 5.000 Facebook-Fans machen, sondern bringen sie diese über eigene Events und Themen zusammen.“ Nur durch eine engere Bedingung der digitalen Gemeinschaft an den Verlag sei es auch möglich, die neue Reichweite effektiv zu monetarisieren. Eine Einschätzung, der sich auch Marc Hippler, Chef vom Dienst im Online-Ressort der „Stuttgarter Zeitung“, in der anschließenden Diskussion. „Wenn wir früher im Kollegenkreis rumfragen mussten, ob jemand jemanden kennt, um eine Geschichte zu produzieren – so stellen wir heute die Frage in unsere Netzwerke.“ Das schaffe „wirkliche Nähe zum Leser und lasse die Verlage nicht als reine Link-Schleudern in Facebook und Twitter erscheinen. Trotz aller Chancen von Social Media warnte Christian Achilles vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband auch vor den Gefahren/Risiken der neuen Kommunikationsform, wie er es nannte. „Denn in unseren sozialen Netzwerken führen wir Experten zusammen. Wir müssen aufpassen, dass wir die Deutungshoheit über Produkte und Geschehnisse nicht an die User verlieren.“ Immer mehr sei nämlich zu beobachten, dass Nutzer selbst zum „Bankberater“ würden – der einstige Konsument werde zum Produzenten. „Für uns heißt das, stets den Dialog auf fachlich höchstem Niveau zu führen“, so Achilles.

zurück