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14. Dezember 2005 | Kinder-Jugend-Zeitung

Volles Programm: JugendMedienkonferenz 2005 in Bonn

jmk3Jugendredakteurinnen und -redakteure können sich entspannt zurücklehnen und das Jahr in Ruhe ausklingen lassen: Zumindest jene, die vom 8. bis 10. Dezember 2005 an der JugendMedienkonferenz 2005 in Bonn teilgenommen haben, dürften mit Säcken voller Ideen in die Heimatredaktion zurückgekehrt sein. Neben jeder Menge Best Practice-Beispielen aus Vorträgen und Workshops gab es Raum für Diskussionen rund um die Jugend. Die Konferenz wurde in Kooperation mit dem BDZV veranstaltet.

Junge Menschen suchten nach dem Lebenssinn, erklärte Jens Lönneker vom Kölner rheingold Institut. Das „anything goes“ dieser Tage mache sie oft orientierungslos. Hier sollten Medien anknüpfen und mit Ratgeberrubrik oder Serviceseiten Nutzwert und Perspektiven schaffen.

Das sah Peter Stawowy, Chefredakteur der Jugendzeitschrift „spiesser“, ganz genauso. „spiesser“ suche die Nähe zur Lebenswirklichkeit seiner Leser und stelle dabei auf Möglichkeiten statt Chancenlosigkeit ab. Das Beispiel vom erfolgreichen 29-jährigen Handwerksmeister zeige anderen: „Es geht ja“, man muss sich nur kümmern. Jugendliche hätten hiervon mehr, als von der ewigen Wiederholung der Arbeitslosenzahlen. Auch „Potato“, die Jugendzeitschrift der „Saarbrücker Zeitung“, stellt Menschen bei der Berichterstattung in den Vordergrund, wie Redaktionsleiterin Renate Iffland erklärte. Service bietet „Potato“ vor allem mit Veranstaltungskalender und Eventberichterstattung. Beide Referenten betonten, dass Jugendjournalismus ohne Nachwuchsförderung ins Leere läuft, etwa mit einem Stamm freier Nachwuchsjournalisten oder Schülerredakteuren, die langsam an den Journalismus herangeführt werden. Nur so hat man ständigen Kontakt zur Zielgruppe.

jmk1Ständiges Feedback holt man sich beim Radio vor allem über Umfragen und Gruppendiskussionen, so Roel Oosthoust von „Planet Radio“. Gemeinsam mit Vertretern vom Fernsehen und anderen Radioleuten diskutierte er den Stellenwert von Nachrichten bei jungen Zielgruppen. „Zu viel Politik schadet“, betonte RTL2-Nachrichtenchef Jürgen Ohls. Häufig wichen junge Zuschauer Politikthemen aus, je näher sie ihrer Lebenswelt stünden. Um Politikdesinteressierte zu gewinnen, müssten Informationssendungen an das Programm angepasst werden, meinte Markus Pfeffer von „Focus TV“. Eine Reportage über die Todesstrafe werde angesehen, wenn sie im Anschluss an den Spielfilm „Greenmile“ liefe. Klassische Politikthemen, wie beispielsweise bei der ARD-Talkshow „Sabine Christiansen“, seien bei der Jugend allerdings generell nicht attraktiv.

Politik in Festivalform, wie sie Jens Lohwieser von der Agentur raufeld medien präsentierte, zielt in eine ähnliche Richtung. Im Rahmen von Projekt P – einer Initiative des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der Bundeszentrale für politische Bildung und dem Deutschen Jugendring – wurde ein Zeitungsprojekt gestartet. Mit kostenlosem Zeitungsabo und politischer Sonderrubrik wurden mehrere tausend Jugendliche nach Berlin gelockt, wo sie in Festivalatmosphäre politisches Engagement präsentieren und diskutieren konnten.

jmk2Anregungen für Crossmediales lieferten Berthold Brunsen, Geschäftsführer von „Bremen 4u“, und Oliver Bargfeld, Leiter für Produkt- und Markenentwicklung bei der „Rheinischen Post“ (Düsseldorf) und verantwortlich für „Opinio“. Brunsen erläuterte, wie Radio, Print, Online und seit Mai 2005 auch Fernsehen bei „Bremen 4u“ zusammenspielen. Der Online-Auftritt ergänzt die Printbeilage, Themen werden durchdekliniert und im Fernsehen gibt’s die Veranstaltungstipps für Bremen als kurze Clips. Bei „Opinio“ werden Einträge aus dem täglichen Weblog monatlich für ein Printmagazin aufbereitet. Die Bindung durch die Community sei groß, erläuterte Bargfeld. So wurde der Tod von „Rockerbaby“, einer „Opinio“-Autorin, von der Community mit Beileidsbekundungen begleitet.

Weitere Referenten waren: Jörg Kantel (www.schockwellenreiter.de), Philipp C. Gérard, Herausgeber www.zeitdenken.de, Janos Burghardt, Chefredakteur „yaez“, Christoph Rieth, Redaktionsleiter „GIGA REAL“, Oliver Buschbek, „Zündfunk“/Bayern 2, Thomas Wetzel, Chefredakteur „Radio Top 40“, Stephanie Wurster (www.fluter.de), Ulrike Löw, Redakteurin „szene-extra“/“Nürnberger Nachrichten“, Klaus Lammai, Pressesprecher KEVAG, Christian Opel, Jugendredakteur „Jups“/ „Peiner Allgemeine Nachrichten“, Trendforscherin Betty Siegel, Harald Pistorius, Leiter der Sportredaktion „Neue Osnabrücker Zeitung“.

Die Bundeszentrale für politische Bildung, Hauptveranstalter der JugendMedienkonferenz 2005, wurde in diesem Jahr unterstützt vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und der Akademie Berufliche Bildung der deutschen Zeitungsverlage (ABZV).

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