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27. März 1998 | Allgemeines

VNZV warnt vor Einengung der Pressefreiheit

Nur mit verbesserten Rahmenbedingungen wird ein neues Zeitungssterben verhindert

Die niedersächsischen Zeitungsverleger sorgen sich um die wirtschaftlichen Grundlagen mancher Zeitungen und die Gefährdung der Pressefreiheit. Die Situation beim Anzeigenaufkommen sei "alles andere als erfreulich", erklärte der scheidende Vorsitzende des Verbandes Nordwestdeutscher Zeitungsverleger (VNZV), Dr. Klaus Krause, anläßlich der Jahreshauptversammlung der Organisation am 17. März 1998 in Celle.

Die Konkurrenz anderer Medien mache den Zeitungen zunehmend zu schaffen, die Auflagenzahlen stagnierten, Preiserhöhungen stießen an ihre Grenzen. "Die größte Sorge macht uns der Zustellbereich. Einmal wegen der Diskussion um das 620-Mark-Gesetz und zum anderen wegen der Vertriebsprobleme bei der Post." Ein neues Zeitungssterben könne nur mit verbesserten Rahmenbedingungen für die Verlage verhindert werden, mahnte der Verleger der "Goslarschen Zeitung".

Gleichzeitig seien die Zeitungen durch die Einengung der Pressefreiheit bedroht. "Die kleinen Dosen, in denen das freie Umfeld für die Presse in Deutschland beschnitten wird, können zur Gefahr werden, die die grundsätzliche Aufgabe der Presse zerstört", sagte Krause. Die Waage im Wertekonflikt zwischen Persönlichkeitsrecht und Pressefreiheit neige sich zu Ungunsten der Medien. "Ein Schlag mit dem Riesenhammer sollte der große Lauschangriff werden. Er ist dicht am Kopf der Pressefreiheit vorbeigegangen." Doch der Vorgang zeige: "Sensibilität und Respekt vor der Pressefreiheit sind hierzulande nicht allzu vital ausgebildet", erklärte der VNZV-Vorsitzende. Auch die Presse sei erst richtig aufgewacht, als sie selbst in Gefahr war, belauscht werden zu können.

Krause wurde mit dem großen Verdienstkreuz des niedersächsischen Verdienstordens ausgezeichnet. Nach drei Jahren an der Spitze der niedersächsischen Landesorganisation hat der Verleger der "Goslarschen Zeitung" das Amt auf eigenen Wunsch aufgegeben. Bereits im vergangenen Jahr war Karl Baedeker, Geschäftsführer bei der Verlagsgesellschaft Madsack in Hannover, für zwölf Monate zu seinem Nachfolger gewählt worden ("BDZV Intern" berichtete).

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