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22. Mai 2014 | Allgemeines

Video gehört zum Pflichtprogramm

Verlegergipfel beim Medienforum NRW

Themen: Bewegtbild, Online

Soll „Video first“ die digitale Inhaltestrategie der Verlage künftig bestimmen? Das jedenfalls war die Schlagzeile des Verlegergipfels, zu dem das Medienforum NRW in Kooperation mit BDZV und Zeitungsverleger Verband Nordrhein-Westfalen am 20. Mai 2014 nach Köln geladen hatte.

Die Antwort fiel erwartungsgemäß differenziert aus: Video sei „ein Thema unter vielen“, erklärte etwa Oliver Stock, Chefredakteur Online des „Handelsblatts“ (Düsseldorf). Sein Haus betrachte sich als „Gemeinschaft zur Verbreitung des wirtschaftlichen Sachverstands“ und betreibe dies auf allen zur Verfügung stehenden Kanälen. Jüngstes Kind der „Handelsblatt“-Familie“ sei der Digital-Pass, der den Abonnenten Zugriff auf sämtliche Angebote ermöglichen werde.

Claus Strunz, Geschäftsführer TV- und Videoproduktion, Axel Springer SE (Berlin), hielt dagegen, dass der „Bildschirm bewegte Bilder benötigt“ - und nicht typischerweise statische Texte und Fotos. Axel Springer sei heute durch Eigenentwicklungen und Zukäufe in der Lage, vom schnellen Videoclip bis zur aufwendigen Dokumentation jedes Bewegtbildformat selbst herzustellen. Diese Kompetenzen müssten weiter ausgebaut werden. Strunz warnte davor, alte Fehler zu wiederholen: „Deutschlands Verleger haben mit Gratisjournalismus im Netz nicht nur ihr Geschäftsmodell zerstört, sie haben sich das Zukunftsgeschäft auch noch von neuen Konkurrenten wegnehmen lassen.“

Auf lokaler und regionaler Ebene sieht das Geschäft mit Bewegtbildern zwar deutlich schwieriger aus, aber verdienen lässt sich daran durchaus. Das ließ Thomas Kemmerer, Chefredakteur DuMont Net (Köln) durchblicken. Nach seinen Worten schauen bis zu zehn Prozent der Nutzer der Kölner Angebote Videos an. Werbung lasse sich dabei zu einem Tausend-Kontaktpreis (TKP) von zehn bis 15 Euro verkaufen, während für Bannerwerbung im Web nur ein TKP von drei Euro zu erzielen sei.

 

Kurze Drehs von 30 Sekunden


„Video gehört zum Pflichtprogamm, die User fragen es nach“, bestätigte auch Thomas Kloß, Geschäftsführer Funke Digital (Essen). Vor allem lokale Inhalte würden nachgefragt. Für das Onlineportal „Der Westen“ seien Fotografen unterwegs, die zusätzlich in Video geschult worden seien. Allerdings habe „Der Westen“ auch Lehrgeld bezahlt, räumte Kloß ein. Früher sei aufwendig und tiefgründig recherchiert und berichtet worden, doch hätten die Nutzer dies wenig angenommen. Daher gebe es heute meist „kurze Drehs von 30 Sekunden“.

Aus der Warte des B-to-B-Anbieters betrachtete Yacine Le Forestier, Geschäftsführer und Chefredakteur des SID (Köln), die Situation. Seine Kunden seien professionelle Medien, und die wollten „Qualität in HD“ sowie eingebettete Geschichten. „Für uns ist es heute unvorstellbar, Journalisten einzustellen, die nicht crossmedial arbeiten“, berichtete Le Forstier. Alle Kollegen müssten bei jedem Thema „Video denken, auch die, die nicht mit der Kamera arbeiten“. Dank des Videoangebots habe der SID seinen Umsatz binnen vier Jahren verdreifacht.

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