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12. Februar 2004 | Allgemeines

Verleger: Verweigerungshaltung der Gewerkschaften führt zu Arbeitsplatzabbau

BDZV kritisiert Protestaktionen der Gewerkschaften / Anzeige gegen Streikaktionen

Wenn die Journalisten-Gewerkschaften weiter an ihrer Verweigerungshaltung festhalten, bleibt den Zeitungsverlagen gar nichts anderes übrig, als Arbeitsplätze abzubauen, um die weiterhin notwendigen Einsparungen bei den Personalkosten zu erreichen. Das erklärte am 10. Februar 2004 der BDZV in Berlin. Von diesem Arbeitsplatzabbau wären im Übrigen nicht nur Redakteure, sondern gleichermaßen auch Verlagskaufleute und technische Mitarbeiter betroffen.

Im Vorfeld der siebten Verhandlungsrunde mit dem Deutschen Journalisten-Verband und der dju in ver.di machte der BDZV weiter deutlich, dass das Angebot der Verleger sogar über die Bedingungen hinausgeht, wie sie für Verlagskaufleute und technische Mitarbeiter gelten: Statt bisher bis zu 35 Urlaubstagen sollen Redakteure künftig 30 Urlaubstage Tarifurlaub erhalten – bei Zusatzurlaub für über 50-jährige Mitarbeiter. Ferner soll das Urlaubsgeld auf 75 Prozent begrenzt werden, doch seien im Rahmen eines Gesamtabschlusses auch 80 Prozent denkbar. Der BDZV macht weiter deutlich, dass die Themen Arbeitszeit und Berufsjahresstaffel einer Einigung nicht im Wege stehen. Allerdings müsse auch klar sein, dass die bisherige Berufsjahresstaffel keine große Zukunft mehr haben kann. Die Veränderungen im Manteltarifvertrag sind auf Dauer angelegt.

 

Der Verhandlungsführer des BDZV, Werner Hundhausen, hat anlässlich eines Gesprächs mit Chefredakteuren am 10. Februar in Berlin ausdrücklich betont, dass die Verringerung der Zahl der Urlaubstage von jetzt von bis zu 35 auf künftig 30 der größeren und besser planbaren Präsenz in den Redaktionen dienen soll, nicht jedoch – wie von den Gewerkschaften immer wieder behauptet – einen Arbeitsplatzabbau einleiten soll.

 

Anzeige: Kein Verständnis für Streiks der Redakteure

 

Unter dem Motto „Kein Verständnis für Streiks der Redakteure!“ hat der BDZV am 11. Februar 2004 allen Mitgliedsverlagen zwei Textanzeigen zur Verfügung gestellt, die den Lesern die Situation im jüngsten Tarifstreit verdeutlichen sollen – einmal aus der Sicht von bestreikten Verlagen, zum anderen aus der Sicht von Verlagen, die nicht durch Streik betroffen sind. Der Text: Seit 14 Tagen folgen deutschlandweit Redakteure verschiedener Zeitungen dem Streikaufruf ihrer Gewerkschaften. Auch unsere Zeitung – und damit Sie, verehrte Leserin, verehrter Leser – sind betroffen. Worum geht es den Gewerkschaften? Deutscher Journalisten-Verband und ver.di beharren auf ihrer Forderung: Bis zu 35 Tage Urlaub und rund 14 Monatsgehälter für Redakteure. Und das vor dem Hintergrund der schwersten Wirtschaftskrise in Deutschland, von der die Medien ganz besonders betroffen sind. Sicherlich haben Sie, verehrte Leserin, verehrte Leser, für die Haltung dieser Gewerkschaften ebenso wenig Verständnis wie die Verleger der deutschen Tageszeitungen. (Der Text der Anzeige kann auch von der Homepage des BDZV: Anzeige1, Anzeige2 heruntergeladen werden.)

 

Nachdrücklich kritisierten die Zeitungsverleger die Informationspolitik der Gewerkschaften. So sei es zynisch, betonte der BDZV, wenn ver.di die Mitarbeiter über die Angebote der Zeitungsverleger im Unklaren lasse und obendrein behaupte, dass die Verlage keine Öffnungsklausel wollten, die es den Betriebsparteien erlaubt, gegebenenfalls betriebsindividuelle Lösungen zu finden. Richtig sei, dass die Verlage „seit Jahren eine sinnvolle Öffnungsklausel fordern, um damit Arbeitsplätze zu stärken und zu sichern“. Umso unverständlicher erscheine es, dass ver.di vor diesem Hintergrund in der jüngsten Verhandlungsrunde eine Öffnungsklausel für überflüssig erklärte. Dazu der BDZV: „Ver.di geht es offenbar mehr um Ideologie als um die Sicherung von Arbeitsplätzen. Die Gewerkschaft will sich so aus der Verantwortung stehlen.“

Mit scharfer Kritik reagierte der BDZV auch auf eine Aktion von ver.di, die die Abonnenten mehrerer Zeitungen in Nordrhein-Westfalen aufgeforderte hatte, aus Sympathie mit den streikenden Redakteuren und „mit freundlichen Grüßen auch von der dju“ für zwei oder mehr Tage das Abonnement auszusetzen.

 

In einem zweiten Fall konnten sich die Verleger einer Regionalzeitung am 6. Februar erfolgreich vor dem Arbeitsgericht gegen die Behauptung der dju verwahren, dass Kündigungsandrohungen gegenüber streikbereiten Beschäftigten zur Unternehmenskultur gehörten. Die Gewerkschaften dürfen diese Behauptung nicht weiter verbreiten. Gegen eine Drohung, die es gar nicht gegeben hatte, verwahrte sich wiederum der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken, der warnte, dass „die Drohung der Verleger, bei weiteren Streiks Personal zu entlassen“, ein „nicht zulässiger Einschüchterungsversuch“ sei. Er hatte im Eifer des Gefechts die Pressemitteilung des BDZV (siehe oben) vom 10. Februar wohl nicht richtig gelesen.

 

Immer wieder erreichen den BDZV im Zusammenhang mit den Streiks Anfragen zur rechtlichen Situation. Der Verband hat vor Beginn der Verhandlungen allen Mitgliedsverlagen eine Kurzfassung der entsprechenden Regelungen zukommen lassen; sie kann über die Abteilung Recht beim BDZV per E-Mail (abraham(at)bdzv.de) abgefordert werden. Darüber hinaus geht den Geschäftsführungen aller Mitgliedsverlage täglich gegen 15.00 Uhr ein Newsletter „Aktuell – Der BDZV informiert“ zu den Tarifverhandlungen 2004 zu.

 

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