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23. April 2010 | Allgemeines

Verleger kritisieren „multimediale Allmachtsfantasien“ von ARD und ZDF

Christian Nienhaus zum Vorsitzenden des Zeitungsverlegerverbands NRW gewählt


Christian Nienhaus, Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe (Essen), ist am 22. April 2010 einstimmig zum Vorsitzenden des Zeitungsverlegerverbands Nordrhein-Westfalen (ZVNRW) gewählt worden. Er folgt auf Clemens Bauer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Holding der Mediengruppe „Rheinische Post“, der nach acht Jahren das Amt niedergelegt hat, und zum Ehrenvorsitzenden des Verbands ernannt wurde.

Christian NienhausIn seiner Antrittsrede ging Nienhaus scharf mit ARD und ZDF und deren „gebührenfinanzierten Textangebote“ ins Gericht. „Wir müssen uns nicht qualitativ vor den Angeboten der Öffentlich-Rechtlichen verstecken“, sagte er. Das Problem sei aber, dass ARD und ZDF den Zeitungen durch Angebote Konkurrenz machten, die durch „Zwangsgebühren“ finanziert würden, kritisierte Nienhaus. Unterstützung erhielt Nienhaus dabei von Clemens Bauer, der in seiner Abschiedsrede sagte: „Unsere mächtigsten Wettbewerber sind die öffentlich-rechtlichen Anstalten.“ Gegen ein breites und überwiegend textbasiertes Online-Angebot, finanziert über die Rundfunkgebühren, seien die privaten Online-Anbieter von Qualitätsjournalismus chancenlos, so Bauer, der die „multimediale Allmachtsfantasien“ von ARD und ZDF scharf kritisierte.

Mit Qualitätsjournalismus kann im Internet Geld verdient werden

Der ZVNRW forderte die Öffentlich-Rechtlichen auf, sich im Internet auf Radio- und Fernsehangebote mit geringem Textanteil zu beschränken. BDZV-Präsident Helmut Heinen erklärte in seinem Gastbeitrag, der Qualitätsjournalismus sei das Feld, auf dem die Verlage hoffen könnten, durch kostenpflichtige Inhalte Erlöse im Internet zu erzielen. „Deshalb ist das für uns ein so zentrales Thema“, erläuterte Heinen, bevor Nienhaus die Bedeutung der Zeitung noch einmal unterstrich: „Zeitungen sind für Bildung und Kultur unverzichtbar. Wer Zeitung liest, der kann auch komplexe Sachverhalte besser verstehen“, führte Nienhaus aus. Durch „Wortfetzen“ im Fernsehen sei das nicht zu ersetzen. Von daher sei man stolz und glücklich, dass der ZVNRW zusammen mit der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen das Leseförderprojekt „ZeitungsZeit NRW“ kürzlich gestartet hat. Im Zuge dieser 20 Millionen Euro teuren Initiative werden in den kommenden zwei Schuljahren alle Neuntklässler (rund 450.000) in NRW kostenlos für jeweils drei Monate eine regionale Tageszeitung erhalten. ZeitungsZeit solle dabei sowohl die Lese- und Medienkompetenz der Schüler als auch ihr Verständnis für wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge fördern. Unterstützt wird die Beschäftigung mit den Tageszeitungen im Unterricht durch eigens für das Projekt erstellte Arbeitsunterlagen, die die Analyse und die Diskussion über Wirtschaftsthemen und Berufsorientierung befördern. Durch die Arbeit mit regionalen Tageszeitungen im Unterricht werde den Schülern Wirtschaftswissen mit aktuellem und regionalem Bezug zur Verfügung gestellt.

Nienhaus ist seit 2008 Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe. Nach seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhr-Universität Bochum beschäftigt. Anschließend arbeitete er für mehr als zehn Jahre in verschiedenen Funktionen bei Gruner+Jahr (Hamburg). Danach übernahm Nienhaus die Geschäftsführung des Badischen Verlags („Badische Zeitung“, Freiburg), wechselt anschließend in gleicher Position zur „Süddeutschen Zeitung“ (München), bevor er 2001 Vorsitzender der Verlagsgeschäftsführung Zeitungsgruppe „Bild“ (Axel Springer AG, Berlin) wurde.

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