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21. Dezember 2000 | Allgemeines

Verleger gegen Internetpläne des WDR

ZVNRW fordert klare Definition des Programmauftrags

Der Zeitungsverlegerverband NRW hat das Vorhaben des WDR kritisiert, das Internet als dritte Programmsäule neben Hörfunk und Fernsehen zu nutzen. Bei einer Veranstaltung der CDU-Landtagsfraktion am 15. Dezember in Düsseldorf forderte der Geschäftsführer des Verbands, Udo Becker, eine klare Definition des Programmauftrags für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Die Konzentration auf die Grundversorgung im Rundfunkbereich schaffe Klarheit im Verhältnis zu den privaten Medien und verhindere ein ständiges Ansteigen der Rundfunkgebühren. Die Internetaktivitäten des WDR müssten nach dem Rundfunkstaatsvertrag einen überwiegenden Programmbezug zum Rundfunk aufweisen und werbefrei sein. Für den Fall einer Aufweichung dieser Grenzen kündigte der ZVNRW den Widerstand der Zeitungsverleger an.

Einer privatwirtschaftlichen Betätigungsfreiheit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks - wie sie die CDU in einem medienpolitischen Grundsatzpapier fordert - erteilte Becker eine klare Absage. Es könne nicht sein, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk wie ein privates Medienunternehmen in alle Märkte vordringen dürfe und ihm von der Medienpolitik weitgehende Vermarktungsfreiheiten bis hin zum E-Commerce im Internet zugestanden würden. Die Legitimation eines auf ständige Programmvermehrung ausgerichteten öffentlich-rechtlichen Rundfunks gerate in der vielfältigen digitalen Medienwelt immer mehr ins Wanken.

Im Zusammenhang mit der bevorstehenden Novellierung des nordrhein-westfälischen Rundfunkgesetzes forderte Becker ferner, die Zeitungsverleger bei der Einführung des lokalen Fernsehens angemessen zu berücksichtigen. Im Interesse des Zuschauers müsse das gegenwärtige Lokalfernsehmonopol des WDR um eine private Alternative ergänzt werden. Im Bereich des lokalen Hörfunks sah Becker keinen grundsätzlichen Handlungsbedarf des Gesetzgebers. Der Lokalfunk sei ein erfolgreiches Programm und werde vom Hörer hervorragend angenommen.

Kontakt:
Zeitungsverlegerverband Nordrhein-Westfalen
Geschäftsführer Dr. Udo Becker
Telefon 0211/7881990
Fax 0211/7881992
E-Mail: zvnrw@mail.isis.de

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