Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

28. Juni 2002 | Allgemeines

Verhandlungsführer Pütz: Arbeitgeber müssen über Modifikationen des Flächentarifs nachdenken

Tarifabschluss in der Druckindustrie führt zu Stellenabbau / ver.di missbraucht Tarifautonomie als Machtinstrument

Trotz einer sehr negativen Bewertung hat der Sozialpolitische Ausschuss des Bundesverbands Druck und Medien (bvdm) den Tarifabschluss für die Druckindustrie vom 29. Mai 2002 angenommen. Damit wird der Tarifvertrag, der eine Erhöhung der Löhne um 3,4 Prozent vorsieht, wirksam.

Der Ausschuss bewertet den Tarifabschluss negativ, weil er den Betrieben und Mitabeitern schade. Viele Unternehmen rechneten die erzwungene Tariferhöhung auf übertarifliche Leistungen an; andere würden Personal abbauen, um eine Erhöhung der Personalkosten zu vermeiden.

 

Nach Auffassung des Verhandlungsführers des bvdm, Dr. Wolfgang Pütz, müssen die Arbeitgeber in der Druckindustrie umgehend über Modifikationen des Flächentarifs nachdenken. Anderenfalls bestünde die Gefahr, dass immer mehr Unternehmen aus dem bvdm ausscherten, erklärte Pütz, der zugleich auch Vize-Präsident des BDZV ist. Der Tarifabschluss sei die höchste und teuerste lineare Lohnerhöhung, die die Druckindustrie in den vergangenen zehn Jahren verkraften musste. „Und dies in einer Situation, in der es den Betrieben der Medienbranche so schlecht geht wie nie zuvor in den vergangenen 50 Jahren.“

 

Schwere Kritik übte Pütz an der Gewerkschaftsseite, die die Tarifautonomie als Machtinstrument missbraucht habe. Es sei unverantwortlich, wenn vertrauliche Vier-Augen-Gespräche zwischen den Verhandlungsführern von Seiten der Gewerkschaft anschließend in unwahrer Form in die Öffentlichkeit getragen würden. Unverantwortlich sei auch, wenn der Verhandlungsführer der Gewerkschaft erkläre, dass wirtschaftliche Argumente „keine Rolle mehr spielen“ (O-Ton ver.di), weil ein „politischer Abschluss“ (O-Ton ver.di) erreicht werden müsse. Mit einer solchen Haltung werde das kurzfristige Ende des Flächentarifvertrags eingeläutet.

zurück