Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

01. Februar 2007 | Namen und Nachrichten

Verhaltenes Interesse an Wimax-Frequenzen

Die Auktion der Wimax-Frequenzen hat einen Erlös von knapp 56,1 Millionen Euro erzielt. Die Erlössumme liegt damit nur knapp über den ge­forderten Mindestgeboten. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 zahlten die Gewinner der Auktion um die UMTS-Mobil­funklizenzen insgesamt 50 Milli­arden Euro an die Staatskasse.

Das US-Unternehmen Clearwire, der Heidel­berger Anbieter Deutsche Breitbanddienste und die Kölner Neugründung Inquam Broadband er­warben Frequenzen in allen 28 Versorgungsge­bieten. Ursprünglich hatten 102 Unternehmen Interesse an dem Vergabeverfahren bekundet. Nachdem die Bundesnetzagentur Bedingungen und Mindestgebote für die Auktion festgelegt hatte, traten am Ende nur sechs Firmen zur Auk­tion an. Insgesamt vier bundesweite Frequenz­blöcke hatte die Netzagentur in 28 Regionen an­geboten. Am heftigsten umkämpft waren die Fre­quenzpa­kete für den Großraum München. Für ein technisch teilweise limitiertes Frequenzpaket fand sich in 24 von 28 Regionen dagegen über­haupt kein Lizenznehmer.

Das schwache Ergebnis zeigt die Unsicherheit, die mit Investitionen in Wimax in Deutschland verbunden ist. Die Kosten für den Aufbau eines bundesweiten Netzes mit etwa 10.000 Sendesta­tionen werden auf 500 Millionen Euro geschätzt, die Betriebskosten auf jährlich mindestens 160 Millionen Euro. Bis Ende 2009 müssen die Fre­quenzinhaber in jedem Versorgungsgebiet 15 Prozent der Gemeinden abdecken, bis Ende 2011 sogar 25 Prozent. Damit träte ein Investor jedoch gegen die Mobilfunkbetreiber an, die in den vergangenen Jahren etwa acht Milliarden in den Aufbau des UMTS-Netzes investiert haben. Die­ses deckt inzwischen mehr als die Hälfte der Bundesrepublik ab. Weitere Hürden für die Neu­einsteiger sind die möglichen Expansionspläne der Deutschen Telekom bei der DSL-Abde­ckung sowie die Erweiterung des UMTS-Ange­botes. Zudem reiche die Transportkapazität der Fre­quenzbänder von jeweils 21 Megaherz kaum aus, größere Marktanteile zu gewinnen.

Immerhin nutzen derzeit bereits 150 Länder den UMTS-Konkurrenzstandard für den Daten­funk. Chancen für Wimax rechnen sich die An­bieter vor allem in ländlichen Regionen aus, in denen der Bau eines DSL-Netzes unwirtschaftlich wäre. 20 Prozent der Bevölkerung stehen derzeit weder DSL noch Kabel oder UMTS zur Verfü­gung, hat der Branchenverband Bitkom errech­net. Experten erwarten zudem einen aggres­siven Preiswettbewerb in Städten, in denen DSL-Zu­gänge bereits vorhanden sind. Daraus könnten auch sinkende Preise für schnelle Datenan­schlüsse resultieren.

Quelle: dpa, Financial Times Deutschland

zurück