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11. Mai 2007 | Allgemeines

Verbrechensbekämpfung und Pressefreiheit nicht gegeneinander ausspielen!

Jahreshauptversammlungen der nordrhein-westfälischen und der nordwestdeutschen Zeitungsverleger

Viele Zeitungsverlage in Niedersachsen haben sich in den vergangenen Jahren zu Medienhäusern entwickelt, erklärte der Vorsitzende des Verbands Nordwestdeutscher Zeitungsverlage (VNZV), Jörg Peter Knochen, anlässlich der Jahreshauptversammlung seiner Organisation am 24. April 2007 in Dinklage.

Dank der Ergänzung ihres Kerngeschäfts, etwa um vielfältige Online-Service-Angebote, seien sie fit für die Herausfor­derungen der Zukunft. Die Verlagsbranche in Niedersachsen blicke mir Zu­versicht voraus. Zwar gebe es immer noch Rück­gänge bei den Auflagen, doch hätten sich die Anzeigenumfänge nach verlustreichen Jahren stabilisiert. Zuversich­tlich stimme ihn aber auch, dass das immer schneller zu einem „ununter­scheidbaren Medien­rauschen“ anwachsende Angebot an Informati­ons- und Unterhaltungsme­dien die Sehnsucht der Rezipienten nach glaub­würdigen, zuverlässigen und qualitativ hochwerti­gen Informationen hervor­rufe, wie sie die Tages­zeitungen anbieten. Zei­tungen sollen den „Men­schen einen Halt und einen Anhalt für den Weg durch digitalen Alltag geben“, sagte Knochen. Dies sei ihre große Chance.

Bei den turnusmäßigen Wahlen wurde Jörg-Peter Knochen, geschäftsführender Gesellschaf­ter der „Oldenburgischen Volkszeitung“ in Vechta, erneut zum Vorsitzenden des Landesverbands gewählt. Als weitere Mitglieder des geschäftsfüh­renden Vorstands wurden gewählt: Ewald Dobler („Alfelder Zeitung“), Herbert Flecken (Verlagsge­sellschaft Madsack, Hannover), Herbert Sieden­biedel („Nordwest-Zeitung“, Oldenburg) und Mar­tin Röhrbein („Walsroder Zeitung“). Herbert Sie­denbiedel wurde von den Mitgliedern zum neuen Schatzmeister bestimmt.

ZVNRW in Remscheid

Der Vorsitzende des Zeitungsverlegerverbands Nordrhein-Westfalen, Clemens Bauer, hat bei der Jahreshauptversammlung seines Landesver­bands am 26. April 2007 in Remscheid den „zu­nehmenden Hang zu Werbeverboten“ kritisiert. Eine Zeitung sei nur dann unabhängig, wenn sie auch wirtschaftlich erfolgreich sein dürfe, sagte Bauer. Werbung sei die wichtigste Einnahme­quelle der Zeitungen. Wer diesen die Werbung streitig mache, beeinträchtige den Qualitätsjour­nalismus. Das Verbot von Tabakwerbung oder das derzeit von der Europäischen Union disku­tierte Verbot der Alkoholwerbung seien nur vor­dergründige Maßnahmen zum Jugendschutz. „Wem hilft es am Ende, wenn niemand mehr über die Gefahren des Alkohols und den Einfluss der Tabak-Lobby auf die Politik berichten kann?“, fragte Bauer. Zudem seien Werbeverbote immer auch eine unzulässige Bevormundung von Bür­gern und ein Angriff auf die Grundrechte der In­formations- und Meinungsfreiheit.

Besonders ärgerlich seien die Werbeverbote vor dem Hintergrund, dass die EU ausgerechnet Schleichwerbung in Fernsehprogrammen quasi zulassen wolle, kritisierte der Landesver­bands­vorsitzende. Die strikte Trennung von An­zeigen und Redaktion sei das wichtigste Quali­tätsmerk­mal jeder guten Zeitung, aber auch der übrigen Medien, sagte Bauer. Schleichwerbung im Fern­sehen könne auf Dauer auch die Glaub­würdigkeit untergraben. Dies sei für die Zeitungen nicht ak­zeptabel. Bauer kritisierte ferner die ak­tuellen Pläne der Bundesregierung, die elektroni­schen Kommunikationsdaten von Journalisten für sechs Monate speichern zu wollen. Das bedeute, dass Journalisten ihre Informanten nicht mehr ausrei­chend schützen könnten. Verbrechensbe­kämp­fung und Pressefreiheit dürften nicht gege­neinan­der ausgespielt werden.

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