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22. November 2017 | Namen und Nachrichten

Verband Schweizer Medien: Grenzenlose Expansion des öffentlich-rechtlichen Digitalangebots gefährdet Medienvielfalt

schweiz.pngÄhnlich wie in Deutschland wird auch in der Schweiz eine Debatte über die Inflationierung presseähnlicher Inhalte in digitalen Angeboten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks geführt. Zur Situation der privaten Medienanbieter in der Schweiz nimmt der Geschäftsführer des Verbandes Schweizer Medien, Andreas Häuptli, hier Stellung:

„Die privaten Medienanbieter befinden sich mitten in der Transformation ihrer Geschäftsmodelle von feststofflichen Medienträgern hin zu digitalen Kanälen. Die staatlich geförderte schweizerische Radio und TV-Gesellschaft SRG gefährdet mit ihrem Expansionsdrang diesen Wandel. Im Nutzermarkt konkurrenziert die SRG die Privaten mit rund einem Dutzend kostenlos zugänglicher Websites und zwei Dutzend Apps - Tendenz zunehmend.

Im Werbemarkt hat sich die SRG mit dem mehrheitlich in Staatsbesitz befindlichen Telecom-Riesen Swisscom und dem privaten Medienhaus Ringier zu einer Vermarktungsgesellschaft mit exklusivem Zugang zur umfangreichsten Datenplattform vereint. Ziel ist es, neue digitale Werbeformen anzubieten, obwohl dies der SRG verboten ist. Ringier ist aufgrund des Konflikts aus dem Verband ausgetreten. Die SRG hat die Privaten gespalten.

Im Internet ist der SRG schon heute sehr viel erlaubt. Sie darf alle Sendungen ins Netz stellen und dazu auch unbeschränkt Beiträge aufschalten. Onlineinhalte ohne Sendungsbezug sind als Textbeiträge mit bis zu 1000 Zeichen zugelassen. Tausend Zeichen sind keine wirkliche Einschränkung. Es ist die ideale Länge für einen Newsbeitrag im Netz. Sie darf also sozusagen alles.

Der Verband Schweizer Medien verlangt, dass sich die SRG auf Radio und TV konzentriert und das Programm als Ergänzung zum privaten Angebot gestaltet. Nur was sie im linearen Programm ausstrahlt, soll sie auch online anbieten können. Insbesondere darf die SRG im digitalen Raum die Bezahlmodelle der Privaten nicht durch presseähnliche Gratisangebote gefährden. Auf Onlinewerbung, wie beispielsweise die digital ausgesteuerte zielgruppenspezifische TV-Werbung, ist komplett zu verzichten.“

Der Verband Schweizer Medien ist die Branchenorganisation der privaten schweizerischen Medienunternehmen und vereinigt über 100 Medienunternehmen, die zusammen rund 300 Publikationen herausgeben und zahlreiche digitale Newsplattformen sowie Radio- und TV-Sender betreiben.

In der Schweiz hat sich mittlerweile ein Grundsatzstreit zwischen Befürwortern und Gegnern des öffentlich-rechtlichen Rundfunks entwickelt. Dieser gipfelt in der Initiative namens „No Billag“, die eine Volksabstimmung über die Abschaffung der Rundfunkgebühren erreicht hat. Am 4. März 2018 entscheidet das Stimmvolk über die Initiative.

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