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29. Januar 2018 | Namen und Nachrichten

VDZ-Studie: Verlagen droht 30 Prozent Umsatzverlust durch geplante E-Privacy-Verordnung

vdz_logo_4c_050928.jpg.jpgLaut einer Studie des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) wird die geplante E-Privacy-Verordnung der EU für journalistische Medien in Deutschland „ausgesprochen negative Folgen haben und den Wettbewerb mit den großen Plattformbetreibern weiter verzerren“. Wie der VDZ mitteilte, rechne die Mehrheit der befragten Manager großer Verlagshäuser und Vermarktungsspezialisten mit einem Umsatzverlust von über 30 Prozent im digitalen Werbegeschäft für journalistische Medien.

VDZ-Präsident Dr. Rudolf Thiemann forderte die Bundesregierung auf, sich der geplanten E-Privacy-Verordnung entgegenzustellen und sich nicht einseitig dem Datenschutz und den Bedürfnissen der Internet-Plattformgiganten zuzuneigen. „Für die Verlage droht ein enormer Schaden. Die Vorschläge zur E-Privacy-Verordnung entziehen insbesondere den offenen Verlagsangeboten im Internet weithin die Grundlage für ihre Geschäftsmodelle“, so Thiemann.

Vor allem für kleinere und mittelgroße Websites sowie Nischen-Angebote schätzten die Experten die Folgen der EU-Verordnung als existenziell ein, da diese nicht mehr in der Lage sein würden, sich zu finanzieren und bei gleicher journalistischer Qualität wie bislang kostendeckend zu arbeiten. Dies würde mittelfristig auch zu einer geringeren Informationsvielfalt führen.

Schließlich würden auch die Nutzer journalistischer Angebote im Netz als Preis für den verbesserten Schutz ihrer personenbezogenen Daten durch die E-Privacy-Verordnung mit einem qualitativ schlechteren Nutzungserlebnis bezahlen müssen. Leser bekämen für sie weniger relevanten Inhalt angeboten, weil Redaktionen und Newsrooms kaum Daten zur Analyse erhalten und Inhalte deshalb nicht mehr kennzahlenbasiert ausspielen könnten.

Den erwarteten wirtschaftlichen Schaden für die gesamten digitalen Werbeumsätze aller Websites (unter Einschluss auch der nicht-journalistischen Websites, aber ohne Google und Facebook) bezifferten die Experten auf deutlich über 300 Millionen Euro pro Jahr (Basis: VDZ Steering Committee Digitale Medien-Umsatzprognose 2017 von rund einer Milliarde Euro für Display-Advertising in Deutschland ohne Google und Facebook). Aber auch weitere digitale Erlösquellen wie das Direktkunden- und Agenturgeschäft sowie die transaktionsbasierten Erlöse im E-Commerce würden ihrer Einschätzung nach signifikant zurückgehen.

Dagegen würden die großen Plattformen wie Facebook, Amazon und Google aufgrund ihrer sehr hohen Zahl registrierter Nutzer von der geplanten E-Privacy-Verordnung über Gebühr profitieren, wenn nicht noch von den EU-Verantwortlichen maßgebliche Änderungen berücksichtigt werden. Als Profiteur der neuen Verordnung sähen die befragten Manager einstimmig Facebook, das in seiner Marktdominanz in Werbemarkt und Gatekeeper-Funktion für Inhalte und nachgelagerte Services noch weiter gestärkt werde.

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