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21. Dezember 2004 | Digitales

USA: Preisdruck auf Rubrikenmärkte nimmt zu

Studie über den Einfluss von eBay und Craigslist auf das Rubrikengeschäft

Rund zwei Milliarden Dollar setzen die US-Zeitungen im Jahr mit „Merchandise advertising“ – im Deutschen am ehesten zu vergleichen mit dem Bereich „zu verkaufen“, „Flohmarkt“ oder „Dies & Das“ in den Rubrikenmärkten, um. Mehr und mehr gerät jedoch auch diese klassische Einnahmequelle der Zeitungen unter den Druck der Online-Konkurrenz. Prominenteste Vertreter sind hier eBay und Craigslist. In einer Untersuchung des auf Rubrikenmärkte spezialisierten US-Beratungsunternehmens Classified Intelligence gaben zwei Drittel der befragten Zeitungsmanager an, dass diese beiden Online-Angebote starke oder moderate Auswirkungen auf die Rubrikenmärkte der Zeitungen hätten.

Ein Kernergebnis der insgesamt 36 ausführlichen Interviews mit den Rubriken-Verantwortlichen von Zeitungsverlagen aller Größenordnungen war, dass die „Dies & Das“-Rubrikenmärkte der Zeitungen vor allem durch kostenlose Kleinanzeigen-Websites wie Craigslist – aber auch durch eBay – unter einen starken Preisdruck geraten. Einige Verlage bieten bereits kostenlose Kleinanzeigen in Print und in Online an, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Vor dem Hintergrund, dass es sich für die Zeitungskunden nicht mehr gelohnt hat, Waren im Wert von rund 100 Dollar in der Zeitung zu inserieren, hat beispielsweise die „Arizona Republic“ für Güter unterhalb eines bestimmten Preises kostenlose Kleinanzeigen ermöglicht. Inzwischen werden laut Linda Scott, Merchandise Sales Manager bei der „Arizona Republic“, Preise abhängig von dem Wert der annoncierten Ware verlangt. „Die Zeitungen müssen ihre Preise am Warenwert messen“, sagt auch Juliana Cole, Vice President of General Merchandise Techologie der Tribune Company, Chicago.

 

US-Verlage: Hohes Interesse an Auktionen

 

Als weiteres Kernergebnis der Untersuchung äußerten 90 Prozent der befragten Verlagsmanager, dass Zeitungen ihren Anzeigenkunden und Lesern/Usern Auktionen oder auktionsähnliche Dienste anbieten sollten. „Die Zeitungen müssten ein Produkt oder einen Service finden, um auf lokaler Ebene wettbewerbsfähig zu sein. Dies kann eBay nicht leisten“, äußerte sich Michelle Ackermann von der Denver Newspaper Agency. 13 der 36 befragten Zeitungshäuser hatten bereits Erfahrungen mit den so genannten „Event-Auktionen“ (vergleiche auch „Informationen Multimedia“ Nr. 4/2004, Seite 4). Für das Rubrikengeschäft seien jedoch dauerhafte Auktionen à la eBay nötig. Dass dies auch auf lokalen und regionalen Märkten funktionieren kann, glaubt Jo Lynn Harvey von der „Arizona Republic“: „Die Leute wollen Dinge nicht unbesehen kaufen. Nur weil ein Foto online ist, heißt das nicht, dass da zum Beispiel nicht irgendwo ein Riss im Sofabezug ist.“

 

Bisher bietet nur ein Zeitungsverlag dauerhafte Auktionen an. QCOnlineAuction.com ist die Auktions-Site des Verlags Small Newspapers Inc. mit den beiden Zeitungen „Dispatch“ (Auflage 34.000) und „The Rock Island Argus“ (Auflage 13.000). Ende der 90er Jahre hatte der Verlag beschlossen, in das eBay-Geschäft einzusteigen. „Wir wollten ein Loch stopfen, um einen möglichen Verlust von Rubriken-Umsätzen zu vermeiden“, sagt Lesley DuPree, Manager der Auktionsseite. Inzwischen haben sich über 15.000 Personen für die lokalen Auktionen registriert. Derzeit wird überlegt, Gebühren für den bisher noch kostenlosen Service zu erheben.

 

Die gesamte englischsprachige Untersuchung „eBay, Craigslist, and e-commerce: Newspapers fight to recapture revenue“ kann kostenlos auf der Website www.classifiedintelligence.com heruntergeladen werden.

 

Craigslist startet in Berlin

 

Der bereits in knapp 60 Städten aktive, kostenlose Kleinanzeigen-Anbieter Craigslist hat in Berlin sein erstes Angebot in Deutschland gestartet. Craigslist ist ein Netzwerk städtischer Online-Communitys mit kostenlosen Kleinanzeigen und Foren. Gegründet wurde es 1995 von Craig Newmark als privater Veranstaltungskalender für San Francisco. Inzwischen erzielt craigslist.org eine Milliarde PageImpressions pro Monat und macht einen Umsatz von zehn Millionen Dollar im Jahr. Für 2005 werden 16 bis 18 Millionen Dollar Umsatz erwartet. Einzige Einnahmequelle sind kostenpflichtige Stellenanzeigen in ausgewählten Städten (75 Dollar pro Anzeige in San Francisco, 25 Doller in New York und Los Angeles). Alle anderen Anzeigen und Dienste sind kostenlos. Craigslist beschäftigt 14 Angestellte. Es macht keine Werbung, die Communitys wachsen allein durch Mund zu Mund-Propaganda. Berlin ist nach London, Manchester, Edinburgh, Dublin, Amsterdam und Paris die siebte europäische Stadt, für die Craigslist einen Service anbietet. Derzeit sind nur rund 150 Kleinanzeigen online, darunter vier im Bereich Jobs.

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