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20. Dezember 2007 | Recht

Urteil im Perlentaucher-Streit

„Das Urteil ist aus unserer Sicht falsch und stellt sich als eine Niederlage für alle Urheber – gerade auch für Journalisten – und Verwerter von Buchrezensionen dar“, sagte „Frankfurter Allgemeine Zeitung“-Justitiar Claas-Hendrik Soehring nach dem Urteil im „Perlentaucher“-Prozess. Das Oberlandesgericht Frankfurt/Main hatte eine Berufung der „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ) und der „Süddeutschen Zeitung“ gegen ein Urteil des Frankfurter Landgerichts zurückgewiesen [Az: 11 U 75/06 und 11 U 76/06]. „Süddeutsche Zeitung“ und „FAZ“ hatten gegen das Internetportal „Perlentaucher“ geklagt, das unter anderem Texte aus den Zeitungsfeuilletons zusammenfasst. „FAZ“ und „Süddeutsche“ wollten verhindern, dass der Perlentaucher Buchrezensionen und Feuilletons aus Zeitungen in deutlich kürzerer Fassung veröffentlicht. Diese wurden von der Redaktion des Perlentauchers formuliert, enthielten aber auch einzelne Zitate und Passagen aus den Originalkritiken. Für diese Zusammenfassungen erteilte der Perlentaucher auch Internet-Buchhandlungen Lizenzen zum Abdruck. Die Zeitungen strebten daraufhin ein generelles Verbot derartiger Abstracts an. Sie warfen „Perlentaucher“ vor, mit ihrem Material Geld zu verdienen und Internetnutzer vom Lesen der Originalkritiken abzuhalten. Das Frankfurter Oberlandesgericht entschied dagegen, gerade in der Komprimierung könne eine „eigene schöpferische Leistung liegen“. Ein SZ-Sprecher sagte: „Für uns kam das Urteil überraschend.“ Auch „Perlentaucher“-Mitbegründer Thierry Chervel erklärte, man habe „eigentlich ein anderes Ergebnis erwartet“. Die Verkündung fand unter Ausschluss der Presse statt. Mehreren Berichterstattern wurde vom Sicherheitspersonal der Zutritt verwehrt. Der für den Perlentaucher-Prozess zuständige Richter, der gleichzeitig Sprecher des Gerichts ist, sprach später von einem „Missverständnis“. Nach dem Urteil erwägen die Zeitungen, nun beim Bundesgerichtshof in Berufung zu gehen.

Quelle: Heise.de, ibusiness.de, Tagesspiegel, taz, Süddeutsche Zeitung, Die Welt

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