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13. Dezember 2004 | Allgemeines

Unbegründete Hoffnung bei Kranken geweckt

Presserat kritisiert sensationelle Aufmachung eines Artikels über angebliches Krebsheilmittel

Der Beschwerdeausschuss des Deutschen Presserats hat eine öffentliche Rüge gegen die Berliner Boulevardzeitung „B.Z.“ wegen einer Verletzung der Ziffer 14 des Pressekodex ausgesprochen. Die Zeitung hatte unter der Überschrift „Berliner Forscher: Krebs besiegt“ einen Artikel veröffentlicht, der sich mit der Erprobung eines neuen Heilmittels gegen Leukämie befasste. Zwar sei sachgerecht über den Stand der Forschungsergebnisse berichtet worden, urteilte des Selbstkontrollorgan der Presse, doch habe die Überschrift den falschen Eindruck erweckt, als sei ein allgemeines Heilmittel gegen Krebs gefunden worden. Diese Darstellung sei „ungemessen sensationell“ nach Ziffer 14, da sie unbegründete Hoffnungen auf Heilung wecke.

Zwei Rügen wegen eines Verstoßes gegen die in Ziffer sieben des Pressekodex geforderte Trennung von redaktionellem Inhalt und Werbung gingen an die Zeitschrift „Mein Geld“, die einem potenziellen Anzeigenkunden den Kauf von redaktionellen Beiträgen angeboten hatte, sowie an den Berliner „Tagesspiegel“. Die Zeitung wurde wegen „Schleichwerbung“ gerügt, da sie auf der Seite „Wohnen und Design“ detailliert über eine Küchenserie berichtet hatte und mit „klar werblicher Tendenz“ weit über das Leserinteresse hinaus gegangen sei.

 

Verstöße gegen das Persönlichkeitsrecht (Ziffer acht) kritisiert der Beschwerdeausschuss bei der „Bergedorfer Zeitung“ und der Dresdner Morgenpost“. Gerügt wurde ferner die „Bild“-Zeitung wegen Verstoßes gegen Ziffer eins, die die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit verlangt. Die Zeitung hatte nach der Verleihung des Goldenen Bären mehrfach über die Vergangenheit der Schauspielerin Sibel Kekilli berichtet, die vor ihrer Rolle in dem ausgezeichneten Film „Gegen die Wand“ in Pornofilmen mitgespielt hatte. Natürlich könne über die Vergangenheit einer Schauspielerin berichtet werden, urteilte das Beschwerdeorgan. Dabei sei jedoch zu beachten, dass in der Berichterstattung die Persönlichkeit der Betroffenen nicht mit den Rollen, die sie gespielt hat, identifiziert werde. Nach der Überzeugung des Beschwerdeausschusses habe die Berichterstattung über Sibel Kekilli insbesondere durch die Kombination von Text und Bild diese Grenze deutlich überschritten. Kontakt: Deutscher Presserat, Ella Wassink und Arno H. Weyand, Telefon 0228/985720.

 

Internet: www.presserat.de

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