Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

24. Februar 2010 | Digitales

Trends 2010

Keinen Trend verpassen! Das Online-Geschäft entwickelt sich in immer kürzeren Innovationszyklen fort. Für Verlage ist es wichtig, entscheidende Entwicklungen nicht zu verpassen. Was die Zeitungsbranche 2010 und darüber hinaus an relevanten Trends erwarten kann, finden Sie nach Schlagworten gelistet in der nachfolgenden Checkliste.

Augmented Reality

Unter Augmented Reality (Erweiterte Realität) versteht man das Anreichern der Welt mit Hilfe von Computern. Der Computer erzeugt dabei ein Bild von der Welt und rechnet dort etwas hinein, was man sonst nicht wahrnehmen würde. Bei einem historischen City-Guide können mit Hilfe eines Overlays beispielsweise historische Fakten über das Live-Kamerabild des Handys gelegt werden. Ein direkter Vergleich von damals zu heute aus gleicher Perspektive wird damit ermöglicht. Der City-Guide bezieht einerseits GPS- und Kompass-Daten, um den aktuellen Standort zu beziehen, und verknüpft diese Daten dann mit geolokalisierten historischen Informationen. Diese werden dann in das Kamerabild eingefügt.

Mobile Apps

2009 war das erfolgreichste Jahr überhaupt für Mobile Content, hauptsächlich aufgrund des Erfolgs von Apples App Store, der laut „Screen Digest“ bis Ende 2013 rund 1,3 Milliarden Dollar aus sieben Milliarden Downloads erzielen wird. Jedoch werden nicht alle App Shops ähnlich erfolgreich sein, und dieses Geschäftsmodell wird einige Zeit brauchen, um für den Massenmarkt tauglich zu sein. Die „explodierende“ Zahl anderer App Shops und dazugehöriger Entwickler-Plattformen stellt eine Gefahr durch unnötige Zersplitterung des Marktes dar. Die großen Firmen hinter diesen Shops wie Apple, Google, Nokia, Samsung, Microsoft, Vodafone und Orange werden mit allen Mitteln gegeneinander konkurrieren. Eine Standardisierung oder Konsolidierung ist auf mittlere bis lange Sicht unvermeidbar.

Semantic Web

Unter Entwicklern setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, dass das Sortieren der Informationen nicht mehr allein von Algorithmen geleistet werden kann. Vermehrt wird deshalb auf das sogenannte „semantische Web“ gesetzt. Im semantischen Web sollen Informationen so aufbereitet werden, dass Computer ihre Bedeutung erkennen und sie damit sinnvoll sortieren oder miteinander verknüpfen können. Dafür müssen die Daten „strukturiert“ sein. Das heißt, dass Menschen Wörter oder Websites mit zusätzlichen Informationen versehen, die der Maschine Hinweise auf ihre Bedeutung geben oder nachgeordnete Informationen enthalten. Während herkömmliche Algorithmen bei der Suche nach „Golf“ Seiten finden, auf denen das Wort häufig vorkommt oder die oft mit ähnlichen Seiten verlinkt sind, würde bei Seiten mit strukturierten Daten deutlich, dass es sich um den Golfsport handelt, um das Auto oder um die geographische Angabe. Das „Semantic Web“ wird oftmals auch als Web 3.0 bezeichnet. Lange Zeit waren semantische Verfahren ein Experimentierfeld der Wissenschaftler. Jetzt hat die Semantik die Wissenschaft verlassen. Es gibt bereits viele praktische Anwendungsfälle, die das Prinzip umgesetzt haben.

Location Based Services (Standortbasierte Dienste)

Man ist in der Stadt unterwegs, schaut aufs Handy und sieht auf einer Online-Karte, welche Freunde sich in der Nähe befinden. Auf Mobiltelefonen, die über GPS verfügen, kann man das heute schon. Zum Beispiel mit dem Service Google Latitude. In Zukunft wird man vermehrt auch Texte, Bilder und Videos, die man im Netz publiziert, mit standortbasierten Informationen versehen. Der Handy-Nutzer läuft durch eine fremde Stadt und erhält standortbezogene Informationen zu seinem unmittelbaren Umfeld direkt auf den Bildschirm seines Mobiltelefons. Zum Beispiel Restaurantkritiken, Hintergrundinformationen zu historischen Bauten, Abfahrtszeiten von Tram und Metro.

Targeting

Der Markt für Display-Werbung entwickelt sich nach rasantem Aufstieg kaum weiter. Für 2009 rechnen die Vermarkter nur mit einem Nettowachstum von etwa fünf Prozent – bei einem nach wie vor hohen Druck auf die Preise. Gezielte Werbung, die Nutzer entsprechend ihren Vorlieben und Interessen sowie ihren soziodemografischen Merkmalen erreicht, rechtfertigt deutliche Preisaufschläge und kann den Online-Anteil im Mediamix kräftig steigern. Immer mehr Werbungtreibende erliegen deshalb den Targeting-Verheißungen. Werbekunden zahlen dabei nicht mehr für Anzeigeneinblendungen in Umfeldern, sondern adressieren ihre Zielgruppen direkt. So können Streuverluste minimiert und die Werbewirkung gesteigert werden. Der Markt verlangt seit längerem nach einer Lösung, die Website und Portfolio-übergreifendes Targeting ermöglicht. Aufgrund des Konsolidierungsdrucks müssen die Vermarkter ihre Kräfte bündeln. Außerdem machen Mediaagenturen ihnen das Targeting-Geschäft zunehmend mit eigenen Technologien streitig. Doch alle eint die Sorge, dass Google mit seiner nahezu unerschöpflichen Quelle an Nutzerdaten auch im Targeting beziehungsweise Display-Markt zum übermächtigen Gegner wird. So verwundert es nicht, dass unter diesem Druck im September 2009 die Vermarkter IP Deutschland, Seven-One Media, Tomorrow Focus und G+J Electronic Media Sales bekanntgaben, in Sachen Targeting eine Allianz zu bilden und ihre Reichweiten zusammenzulegen. Mit ihrem Joint Venture Ad Audience erreichen Werbungtreibende künftig 75 Prozent der deutschen Internetnutzer. Unternehmen können damit in Zukunft sehr viel einfacher Kampagnen präzise aussteuern, ohne dabei auf die nötige Reichweite verzichten zu müssen. Der ersten Konsolidierungswelle folgte im Oktober 2009 eine zweite. United Internet Media (UIM) gab sein für mehrere Millionen entwickeltes Target Group Planning (TGP) an den Targeting-Dienstleister Wunderloop ab und wurde im Gegenzug Minderheitsgesellschafter. Wunderloop versucht nun bis Mitte nächsten Jahres beide Targeting-Systeme zu einem Produkt zusammenzuführen. Ziel des Schulterschlusses ist es, europäischer Marktführer zu werden und den europäischen Standard zu setzen. Neben Wunderloop agiert Nugg.ad ebenfalls als renommierter technischer Dienstleister am Markt, auf den die OMS vertraut. All diese Maßnahmen und Bündnisse könnten dazu führen, dass der Onlinewerbemarkt nach der Flaute im Krisenjahr wieder neuen Schwung verliehen wird.

Echtzeit-Services

Ein wichtiger Wandlungsprozess im Web, an dem sich die Suchmaschinen anpassen müssen, heißt Geschwindigkeit. Klassische Suchmaschinen sind überfordert damit, den Nachrichtenstrom der Nutzer zu durchforsten. Sie senden kleine Programme aus, die bei wichtigen Seiten häufig, bei unwichtigen selten den gesamten Inhalt archivieren. Sucht ein Nutzer nach einem Begriff, erscheinen die Ergebnisse geordnet nach der Bedeutung. Das Real Time Web soll Ergebnisse auch nach Aktualität auswerfen – eine große Herausforderung. Denn das regelmäßige vorsorgliche Absuchen von Seiten um die Abfragezeit für den Nutzer zu verkürzen, reicht in Zeiten der ständigen aktualisierten Informationsflut in sozialen Netzwerken nicht mehr aus. Die Idee: Die Masse der Menschen nimmt ein Thema schneller auf, als es eine Suchmaschine kann. Und die meisten Menschen werden dann über Social Networks oder Dienste wie Twitter auf die Web-Seite verlinken, die Ausgangspunkt der Nachricht war. Das Problem mit der „Echtzeitsuche“ ist für die Suchmaschinen bislang, dass viele Informationen in den sozialen Netzwerken zwar im Web sind, aber nicht öffentlich. Gelingt es, diese digitale Kommunikation der Menschen zu ordnen, entsteht eine neue Form der Suchmaschine, die vor allem bei Nachrichten schneller ist und bessere Ergebnisse liefert als die traditionellen Suchmaschinen. Google hat bereits reagiert und Verträge mit Facebook und Twitter abgeschlossen. Auch Bing hat einen Deal mit Facebook, durchsucht aber bislang nur Twitter. Mit dem erwachten Interesse der Suchmaschinen steigt der Druck auf die Netzwerke, die wertvollen Daten zur Verfügung zu stellen. Für die Betreiber von Facebook und Co. sind die Einnahmen aus den Verträgen mit Google und Bing lukrative Geschäfte. Twitter etwa erhielt nach Informationen des Wirtschaftsdienstes Bloomberg 25 Millionen Dollar von Google und Bing und wurde erstmals in der Unternehmensgeschichte profitabel.

Konvergenz

2010 wird der Trend zur Konvergenz weiter anhalten. Vor allem Smartphones werden den Massenmarkt erobern. Mit ihnen kann man telefonieren, Musik hören, fotografieren und im Internet surfen. Auch die klassischen Medien suchen nach medien-konvergenten Lösungen. Das „Wired Magazin“ beispielsweise verwendet in der aktuellen Ausgabe den Bilderkennungs-Service von Kooaba um sämtliche Printanzeigen zu erweitern. Die Software sorgt dafür, dass Bilder und Anzeigen im Printmedium von Smartphones erkannt und als Links zu digitalen Inhalten genutzt werden können. Damit verdeutlicht Wired, wie man das Medium Print sinnvoll um digitale Zusatzinhalte erweitert und zeigt Printmedien einen Weg in die Zukunft. Schon seit Ende 2007 integriert „Welt kompakt“ als erste deutsche Zeitung einen so genannten „QR-Code“. Dieser ist ein Link ins mobile Internet und wird über die Kamera des Mobiltelefons lesbar. Nutzer erhalten auf diesem Weg mobil weitere Zusatzinformationen zum gelesenen Artikel. Benötigt wird eine Readersoftware die kostenlos per SMS angefordert werden kann. Die reale Zeitung ist nicht mehr ein isoliertes Medium, sondern vielfach und direkt vernetzt. Diese Ansätze können auch Printanzeigen aufwerten und die gedruckten Zeitungen wieder interessant für Werbetreibende machen.

E-Publishing

Elektronische Lesegeräte gehören zu den großen Hoffnungsträgern der Zeitungsbranche. Spätestens die große Nachfrage nach E-Books im Weihnachtsgeschäft 2009 hat deutlich gemacht, dass am Erfolg mobiler Lesegeräte nicht mehr zu zweifeln ist. E-Reading wird ein Massengeschäft. Große Hoffnungen werden vor allem in den Tablet-PC von Apple (iPad) gesetzt, einem zeitschriftengroßen Mobilcomputer mit farbigen, berührungsempfindlichen Display und Internetzugang. Die wachsende Marktdurchdringung eröffnet auch für Zeitungsverlage neue Geschäftsperspektiven. Verlage können neue Angebote und einen neuen Markt mitgestalten. Sie können neue Zielgruppen in anderen Situationen als der klassischen Web- oder Printnutzung erreichen, ohne das stationäre Webangebot zu kannibalisieren. Die Verlage gewinnen einen zusätzlichen Distributionskanal und sparen zudem deutlich an Vertriebskosten. Die neuen Lesegeräte bieten vielerlei Potenziale und Chancen für Zeitungsverlage.

zurück